Fairtrade Kaffee - Genuss mit gutem Gewissen
Wenn Sie beim Genuss Ihres Kaffees ein reines Gewissen haben wollen, sollten Sie bereits beim Einkauf darau achten, dass Ihr Kaffee mit dem Siegel "Fairtrade" ausgezeichnet ist. Warum das so wichtig ist, lesen Sie in diesem Beitrag.
Als eines der wichtigsten Welthandelsgüter sorgt Kaffee dafür, dass weltweit 25 Millionen Kaffee-Bauern mit dessen Anpflanzung ihren Lebensunterhalt verdienen. Das ist jedoch gar nicht so einfach, denn bei maximalem Arbeitsaufwand bringt der Anbau von Kaffee nur sehr wenig Gewinn. Vorwiegend wird Kaffee in Entwicklungsländern wie Brasilien, Peru, Kolumbien, Vietnam, Indonesien oder Mexiko angebaut.

Die "kleinen" Kaffeebauern erhalten in der Regel leider wesentlich weniger, als die aktuelle Börsennotierung von Rohkaffee vorgibt. Dies liegt vor allem daran, dass die Kaffeebauern ihren Kaffee an Zwischenhändler verkaufen müssen, die meist nur schlecht zahlen.

Damit der Kaffeebauer an sich auf Veränderungen am Markt reagieren kann, müsste er erst einmal uneingeschränkten Zugriff auf Informationen und Entwicklungen am Weltmarkt haben. Aufgrund mangelnder finanzieller Mittel oder auch einfach fehlender Sprachkenntnisse, bleiben die Kaffeebauern jedoch meist auf der Strecke. Das macht sie zu einem Spielball der großen Konzerne und Zwischenhändler.

Umso besser, dass inzwischen auch viele große Händler und Firmen für sich erkannt haben, dass Fairtrade der Weg in die Zukunft ist. So bieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz Unternehmen wie z.B. Eduscho bereits eigene Fairtrade-Kaffeemarken an, die zeitgleich über fairen Handel aufklären sollen.

Bei fair gehandeltem Kaffee haben sich Kleinbauern zu Organisationen oder Kooperativen zusammengeschlossen, die zu Fairtrade Bedingungen verkaufen. Diese sind politisch unabhängig und jeder Kaffeebauer hat dasselbe Stimmrecht wie alle anderen Mitglieder. Sollte der Preis des Weltmarkts über dem Fairtrade-Preis, dem festgesetzten Mindestpreis, liegen, so bekommen die Kaffeebauern den höheren Preis für ihren Kaffee ausbezahlt. Unterstützt werden die Verbunde dabei von Organisationen wie der FLO, die unter anderem Standards für den Handel festlegen, als auch die Auszeichnung von Fairtrade Produkten kontrollieren.

Wenn der Fairtrade-Kaffee außerdem noch biologisch angebaut ist, erhalten die Kaffeebauern einen höheren Mindestpreis. Die vorliegenden Umweltstandards sorgen des Weiteren dafür, dass nur begrenzt sogenannte Agro-Chemikalien eingesetzt werden können.
Der wichtigste Punkt bei Fairtrade ist aber sicherlich jener, dass sowohl Zwangsarbeit, als auch ausbeuterische Kinderarbeit, verboten sind.

Was wichtig zu beachten ist: Fairtrade ist nicht gleich Bio! Bei fairem Handel geht es in erster Linie darum, dass die Bauern, bzw. Menschen die den Kaffee anbauen und ernten, zu fairen Bedingungen bezahlt und auch behandelt werden. Hier steht im Fokus, dass die erbrachte Leistung honoriert wird und nicht in der Masse des Weltmarkts untergeht.
Bio-Kaffee wiederum wird nach bestimmten Standards und Richtlinien angebaut. Dies stellt zwar sicher, dass der Kaffee in einem solchen Fall biologisch einwandfrei, jedoch nicht zwingend fair gehandelt sein muss.

Mehr Informationen zu Fairtrade Organisationen und Fairtrade Produkten gibt es unter fairtrade-deutschland.de


AutorIn: A.D.
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