Grüner Tee - das Kultgetränk mit Wunderwirkung
Grüner Tee gilt als ein Wundermittel der Natur. Es gibt kaum eine wohltuende Eigenschaft, die nicht auf der Liste seiner Wirkungen steht. Mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen passt Grüntee hervorragend zum gestiegenen Gesundheitsbewusstsein unserer Tage.
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Als die resolute Liselotte von der Pfalz (1652-1722) ihrem Schwager Ludwig XIV. schrieb: "Tee kommt Muttertags-Gewinnspiel: Jetzt iPod, Handy, Parfum und vieles mehr gewinnen! vor wie Heu und Mist, mon Dieu", wusste sie nicht, dass das verpönte Gebräu grünlicher Farbe dreihundert Jahre später zu dem europäischen Kultgetränk schlechthin avancieren sollte.

Grüner Tee hat Tradition
Ursprünglich war der grüne Tee ein Getränk, das vornehmlich in Südchina getrunken wurde. Als der indische Königssohn Bodhidharma Anfang des 6. Jahrhunderts dort begann, den Buddhismus einzuführen, kam dieser bald auf den Geschmack des wohltuenden Getränks. So fand der grüne Tee bald Verbreitung bis nach Peking und schließlich auch nach Japan. Dort gießt man während verschiedener Zeremonien noch heute grünen Tee über den Kopf einer kleinen Statue, die den Dharma darstellt, weil es - der Legende nach - bei seiner Geburt Tee geregnet haben soll.

Grüner Tee macht leistungsfähig und intelligent
Die Hauptwirkstoffe im grünen Tee sind wie im schwarzen Tee das Koffein und die Gerbstoffe. Das Koffein im Tee gilt als sehr förderlich für die allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit. Grüner Tee enthält mehr Gerbstoffe als schwarzer. Das macht ihn zwar herber, aber auch bekömmlicher für Magen und Darm. Weitere wertvolle Inhaltsstoffe sind Vitamine, vor allem Vitamin C (geht bei schwarzem Tee durch die Fermentation verloren), Provitamin A, je nach Sorte auch Vitamin B, Vitamin B2, Vitamin B12. Auch Spurenelemente und Mineralstoffe, wie zum Beispiel Mangan, Kalium und Fluor sind im grünen Tee enthalten.

Ohne Tee geht gar nichts
Edgar Wallace überquerte niemals den Channel ohne eine silberne Teemaschine mit allen nötigen Utensilien, um sich sein Lieblingsgetränk zuzubereiten. Der Meister des Kriminalromans konnte offensichtlich ohne Tee keine gescheite Story aushecken. Wir vermuten, dass Mr. Wallace schwarzen Tee bevorzugte. Tee kann man nicht genug trinken. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Belege, dass zuviel Tee - von welcher Sorte auch immer - schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte. Abwechslung bei den Teesorten wird aber empfohlen.

Lyrik und Lobpreisungen
Im alten China wurde Tee auf besonders lyrische Art und Weise geehrt. Berühmte Dichter des Reiches trafen sich alljährlich zum kaiserlichen Wettbewerb um das beste Teegedicht. Ihre Gedichte waren Lobpreisungen auf den grünen Tee, sein goldenes Herz, sein blumiges Aroma oder seine heilsame Wirkung. Schwarzer Tee war zu dieser Zeit noch kein Thema, denn er wurde erst im 19. Jahrhundert durch die Methode der Fermentation erfunden.

Unterschied muss sein
Grüner Tee unterscheidet sich von schwarzem Tee durch die Manufaktur nach dem Pflücken und Welken der Blätter. Schwarzer Tee wird nach dem Welken fermentiert und verliert durch die natürliche "Gärung" seine grüne Farbe. Grüner Tee wird im allgemeinen nur gedämpft oder geröstet. So bleibt er grün.
Die Chinesen lassen das Teeblatt leicht anfermentieren, um es dann in großen Pfannen oder Trommeln über dem Feuer zu rösten. So bekommt der Aufguss eine leicht orange- oder bernsteinfarbene Tönung. In Japan wird der Tee nicht fermentiert, sondern nach dem Pflücken einer Wasserdampfbehandlung unterzogen ("steaming"), wie der beliebte Sencha. Japanischer Grüntee hat einen zitronengelben bis grünlichen Aufguss.

Ein Qualitätsgarant in der Herstellung grüner Tees ist die Gleichmäßigkeit der Blattstruktur als Voraussetzung für eine gleichmäßige Dämpfung. Das Dämpfen verlangt Fingerspitzengefühl: Zuviel Dampf ruiniert den Geschmack des Tees, zu wenig Dampf schließt eine unerwünschte natürliche Fermentation nicht aus. Nach dem Dämpfen wird der Tee gerollt, getrocknet und sortiert.

Nicht nur die Zubereitung ist reine Geschmacksache
Tee ist in erster Linie Geschmackssache. Und Geschmack hängt neben der Wahl einer feinen Teesorte von einer guten Methode der Zubereitung ab. Grüner Tee lässt sich in ein paar simplen Schritten zubereiten. Wir empfehlen:

Der erste Aufguss für den Geschmack
Wasser sprudelnd aufkochen, leicht abkühlen lassen und in die Teekanne gießen. So wird die Kanne vorgewärmt. Das Wasser in die Schalen gießen, um auch diese vorzuwärmen.

Der zweite Aufguss für den Genuss
Tee in die Teekanne geben. Am besten, Sie richten sich in puncto Dosierung nach den Packungsangaben. Als Faustregel gilt: grünen Tee immer schwächer dosieren als schwarzen.

Der dritte Aufguss für das Auge
Tee mit heißem Wasser übergießen. Die richtige Wassertemperatur ist bei der Zubereitung von Grüntee sehr wichtig! Lassen Sie das Wasser nach dem Kochen kurz abkühlen, damit der Tee nicht "verbrennt". Die Ziehdauer des Tees hängt von der Sorte ab. Sehr feine Sorten brauchen nur 1 bis 1,5 Minuten, normaler Grüntee 3 Minuten.

Der vierte Aufguss für die Entspannung
Das Vorwärmwasser aus den Schalen gießen, den Tee in die Schalen geben. Ein kleiner Trick: Wenn Sie alle Tassen erst zur Hälfte eingießen und dann auffüllen, erhält der Tee ein gleichmäßiges Aroma. Grüntee schmeckt besonders gut aus feinen Porzellanschalen. Wenn Sie also regelmäßig grünen Tee genießen, sollten Sie sich ein japanisches oder chinesisches Teeservice gönnen.

Quelle: Österreichisches Tee Institut

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