Chutney - Süß-scharfer Hochgenuss aus Indien
Eine kulinarische Reise vom Mango- zum Quittenchutney. Eine historische Reise von Indien nach Europa, von England in die USA.
 
1 von 2
 
Was sind eigentlich Chutneys?
Mehr zum Thema
» Erdbeeren - frisch gepflückt am Besten
» Natur-Recycling - Kompostieren richtig gemacht
» Chilischoten - gesunde Scharfmacher
» Cranberries - kleine rote Beere mit Heilwirkung
» Schnelle Heilung aus dem Gewürzregal - manchmal kann der Griff zu Gewürzen den Arztbesuch ersparen
Chutneys bestehen aus Gemüse oder Früchten wie Mango, Paradeisern, Äpfeln, Zwiebeln oder Knoblauch. Sie betören uns mit ihrem harmonischen Zusammenspiel von Süße, Säure und Schärfe. Verfeinert mit Salz, Zucker, Pfeffer, Chili, Ingwer, Kreuzkümmel, Kokos, Korianderblättern, Kurkuma, Zitronensaft, Tamarindensaft oder Essig verfügen sie auch in Zeiten kulinarischer Übersättigung über das Potenzial, „Aha-Erlebnisse“ am Gaumen auszulösen.

Chutney-Spielwiese am eigenen Herd

Orientalische Gewürze und exotische Früchte oder Gemüse verleihen den Chutneys ihr unverwechselbares Aroma. Während der englischen Kolonialherrschaft in Indien gelangten Chutneys auf dem Seeweg nach England. Englische Köchinnen verfeinerten die Rezepturen und übernahmen den Hindi-Namen „caṭnī“ bzw. „chatni“, was soviel bedeutet wie "zum Lecken". Die auf indischen Herden immer frisch zubereiteten Chutneys wurden nun in Gläser eingekocht und lange haltbar. Von England aus machte sich das Chutney auf Erfolgsreise in die USA, um erst viele Jahre später in Österreich und Deutschland Einzug zu halten. Bis zum EU-Beitritt konnten wir Chutneys nur in (englischen) Feinkostgeschäften kaufen. Heute gibt es sie in vielen Variationen in großen Supermarktketten. Rezepte im Internet oder in indischen Kochbüchern bieten die Möglichkeit zum Selbermachen von Chutneys. Doch erst seit Véronique Witzigmann, Tochter des deutschen Starkochs, in ihrem Kochbuch „Meine Marmeladen, Chutneys & Co“ eine umfangreiche Sammlung publiziert hat, ist die Chutney-Spielwiese am eigenen Herd endgültig eröffnet.
Als Dip verleiht ein gutes Chutney indischen Currys, Fleischspeisen oder Gemüsegerichten den optimalen „Kick“. Chutneys passen bestens zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch, aber auch zu Fisch und Käse. Ähnlich wie Marmelade wird Chutney gekocht oder kalt püriert, wobei es sich bei letzterer Methode eher um ein Relish handelt. Chutneys werden mit Essig, Zucker und Gewürzen so lange gekocht, bis die Zutaten weich sind, und eine dicke Sauce entsteht.
 
1 von 2
 

Artikeltitel: Kapitelübersicht



Fotocredit: bit24/Fotolia.com
Kommentare