Schweden - zu Gast in Schwedens Küche
Die Schweden sind bekannt für ihre Trinkfestigkeit, aber man täte ihnen unrecht, wenn man sie alleine auf das Trinken reduzieren würde. Vielmehr hat das Land am Meer eine abwechslungsreiche Küche mit viel Fisch anzubieten .
Die schwedische Küche

Die ursprüngliche schwedische Küche war auf gute Lagerung und Vorratshaltung bedacht. Die Sommermonate in Schweden sind kurz und frische Nahrungsmittel standen bis vor kurzem nur für wenige Monate zur Verfügung. Alles was frisch war, musste haltbar gemacht werden um für den kommenden Winter, der nicht auf sich warten ließ, gerüstet zu sein. Auch das Knäckebrot ist nichts anderes als die vollendete Kunst, Brot auf lange Zeit hindurch haltbar zu machen.

Daraus resultiert auch das traditionelle Räuchern, Einsalzen und Beizen von Fleisch oder das Einkochen von frischen Beeren. Schwedens Küche ist ebenso reich an Wild, Fisch, Geflügel und Lamm wie an Früchten, die der Waldboden in den kurzen aber intensiven Sommermonaten hergibt.

Die moderne schwedische Küche ist vor allem stark durch das Ausland beeinflusst. Sie kombiniert fremdländische Zutaten und Rezepte mit eigenen Gerichten. Die Schweden sind dafür bekannt, „open-minded“ zu sein und gerne über den Tellerrand blicken.

Das Krebsfest

Einmal im Jahr, wenn der Sommer sich dem Ende zuneigt und die Tage kürzer werden, wird das Krebsfest gefeiert. Man versucht die letzten Sonnenstrahlen einzufangen, solange wie möglich mit Freunden im Freien zu sitzen und Krebse zu essen. Zu Beginn verspeiste nur die schwedische Oberklasse Krebse, da die landläufige Bevölkerung eine Abneigung gegen Schalentiere hegte und diese nur in verarbeiteten Formen aß. Erst im 19. Jahrhundert wurden Krebse so gegessen, wie wir es heute kennen.

Die Pilzleidenschaft

Ein „echter Schwede“ lässt die Pilzsaison nicht einfach so an sich vorüberziehen. Entweder er geht selbst auf die Pilzjagd oder er lässt sich von Freunden oder Verwandten mit frischen Pilzen verwöhnen. Die Fundstellen werden streng gehütet und nicht einmal vor Verwandten preisgegeben. Alles was genießbar ist, wird gesammelt - angefangen von Steinpilzen und Pfifferlingen bis zu Matsutake-Pilzen.

Smörgåsbord

Bekannt und beliebt in Schweden ist das Smörgåsbord, ein großes Buffet mit verschiedenen Köstlichkeiten, welches vor allem in Gasthäusern oder bei Feierlichkeiten hergerichtet wird. Wie der Name es schon verrät -smörgås heißt Butterbrot und bord heißt Tisch - sind die Hauptbestandteile des Buffets Brote und Butter. Abgerundet wird das Ganze mit verschiedenen Fischspezialitäten oder Fleischbällchen, so genannte Köttbullar.

Köttbullar


Eingefleischte Ikeafans werden die berühmten Köttbullar kennen, die selbst in einem Kinderbuch der bekannten Autorin Astrid Lindgren ihren Eingang gefunden haben. Hierbei handelt es sich um gebratene Fleischbällchen, die mit Preiselbeersauce, Kartoffeln und einer cremigen Schlagoberssauce serviert werden.

Knäckebrot


Auf keinen Fall darf das bekannte Knäckebrot in einer schwedischen Küche fehlen. Knäckebrot wird aus Vollkorngetreide hergestellt und enthält fast kein Wasser mehr, wodurch sich das Brot über einen langen Zeitraum lagern lässt.

Glögg

Vor allem in der kalten Jahreszeit sehr beliebt ist der skandinavische Glühwein Glögg. Er wird aus Rotwein oder Wodka hergestellt und mit Gewürzen verfeinert. Zum Glühwein werden Mandeln und Rosinen gereicht.

Autorin: Mag. Karin Puchegger
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