Die Kirsche - Verführung in Rot
Nicht umsonst wird die Kirsche im Volksmund oft als Symbol für die roten, vollen Lippen einer Frau verwendet. In Japan ist die Kirschblüte Symbol für die kurze Schönheit und die rasche Vergänglichkeit der Dinge. Viel positive Werbung für eine kleine Frucht, aber sie hat es sich auch redlich verdient.
Die Kirsche  - Verführung in Rot
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Über die Frucht

Die Geschichte der Kirsche geht weit zurück. Bereits die Steinzeitmenschen sollen die Früchte gesammelt haben. Auch die Griechen und Römer waren große Fans der kleinen Kirsche. Speziell den Römern hat sie ihre Ausbreitung in Europa und letztendlich der ganzen Welt zu verdanken.

Die Kirsche ist die Frucht des Kirschbaumes, welcher zu den Steinobstgewächsen gezählt wird. Ein Kirschbaum kann bis zu 23 Meter hoch wachsen und einen Stammdurchmesser von einem Meter aufweisen. Er wächst weltweit in den gemäßigten Klimazonen, wobei rund 80% der Welternte aus Europa stammt. Da der Baum, was die Bodenbedingungen betrifft, eher anspruchslos ist, finden sich Kirschbäume in Gärten, Plantagen und auch wild wachsend in der Landschaft.

Die Kirsche wächst meist als Zwillingspaar und zählt zu den nicht klimaterischen Früchten, was bedeutet, dass sie nach der Ernte nicht mehr nachreift. Kirschen sind relativ früh im Jahr reif, dafür ist die Kirschsaison insgesamt mit circa drei Monaten eher kurz.
Das Fruchtfleisch der Kirsche ist je nach Sorte hell- bis dunkelrot, manchmal auch schwarz oder gelb-rötlich. Im Inneren befindet sich der Kern, mit einem Durchmesser von ca. 0,5 – 1 cm. Er enthält einen geringen Anteil an Blausäure.

Grundsätzlich unterscheidet man:

1. Die Süßkirsche (lat. prunus avium): Süßkirschen sind um die 10-30 mm groß und rund, oval oder herzförmig. Man unterscheidet weichfleischige Herzkirschen von hartschaligen Knorpelkirschen.

2. Die Sauerkirsche oder Weichsel (lat. prunus cerasus): Sauerkirschen werden ebenfalls ca. 10-25 mm groß und sind nierenförmig, flachrund oder herzförmig. Man unterscheidet die weichfleischigen, saftigen Amarellen, von den dunkleren Morellen.
Die Sauerkirschen stammen ursprünglich aus Südwestasien und wurden im Gegensatz zu den Süßkirschen in Europa erst im Mittelalter bekannt. Beide Sorten sind in Österreich heimisch, werden aber außerhalb der Haupterntezeit auch importiert (hauptsächlich aus Deutschland und der Türkei).

Was steckt in der Frucht

Die Kirsche ist nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass die Süßkirsche der Sauerkirsche in der Anzahl der positiven Inhaltsstoffe überlegen ist. Zur Veranschaulichung der Werte eine kleine Zusammenstellung: 100 g Süßkirschen enthalten in etwa 78 g Wasser, 1,2 g Eiweiß, 1 g Fett, 16,5 g Kohlenhydrate und 2,3 g Ballaststoffe. An Spurenelementen und Vitaminen sind etwa 15 mg Kalzium, 0,4 mg Eisen, 21,4 RE Vitamin A sowie 7 mg Vitamin C enthalten.

Nicht schlecht für so eine kleine Frucht. Die positiven Auswirkungen dieser Inhaltsstoffe sind vielfältig. Der Pflanzenfarbstoff bekämpft freie Radikale und schützt somit gegen Arteriosklerose, Krebs und grauen Star. Zusätzlich können die sekundären Pflanzenstoffe der Kirsche Entzündungen lindern (versuchen sie bei der nächsten Kopfwehattacke doch einmal 20 Sauerkirschen statt einer Tablette Aspirin).

Wenn sie täglich größere Mengen an Kirschen essen (ca. 250 g ) senkt sich der Harnsäurespiegel und sie beugen damit der Gicht vor. Ideal sind Kirschen auch als Obst für Kinder. Die in den Kirschen enthaltenen Mineralien unterstützen den Aufbau von Knochen und Zähnen.

Vorsicht ist allerdings geboten bei übermäßigem Verzehr von Kirschen in Verbindung mit dem Trinken von Wasser. Die Folge können unangenehme Bauchschmerzen und Blähungen sein, da das Pektin im Steinobst besonders viel Flüssigkeit bindet und dann im Magen aufquillt.

Die Kirsche – ein Allrounder

Nicht nur gesundheitlich kann die Kirsche punkten, auch die Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten überzeugt. Die Frucht schmeckt roh ebenso gut wie im Kompott, der Marmelade oder dem Fruchtjoghurt. Köstlich schmecken auch mit Sauerkirschen garnierte Kuchen. Damit ist die Kirsche aber noch lange nicht am Ende.

Gepresst genießen wir die Frucht als Kirschsaft. Feinschmecker haben auch schon längst den Kirschsekt bzw. den Kirschessig für sich entdeckt. Was wäre manch Cocktail ohne die leckere, kandierte Kirsche? Für die Liebhaber des Hochprozentigen ist der Kirschschnaps nicht zu vergessen, der aufgrund des hohen Fruchtanteiles geschätzt wird. Und letztendlich findet sich die Kirsche natürlich als Geschmacksstoff in den verschiedensten Lebensmitteln wieder, angefangen vom Speiseeis bis zu Kirschbonbons. In welcher Form auch immer, die Kirsche ist das gesamte Jahr über in unseren Regalen vertreten.

Nicht nur die Frucht selbst findet Verwendung, auch die Kirschkerne können auf verschiedenste Art genutzt werden. Sogenannte „Kirschsackerl“ werden in der Wärmetherapie eingesetzt, da die Kerne gespeicherte Wärme nur langsam abgeben. Getrocknete Kerne werden dazu in einen Stoffbeutel eingenäht und erhitzt.
Auch Künstler haben den Kirschkern für sich entdeckt und schnitzen aus dem Inneren der Frucht wahre Kunstwerke. Abgesehen davon weiß jedes Kind, dass sich Kirschkerne perfekt zum Wettbewerb im Weitspucken eignen. Aber Vorsicht: mit Kirschflecken auf der Kleidung hat Mama keine Freude, diese lassen sich nämlich nur sehr schwer wieder entfernen.

Autorin: Claudia Wrumnig

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