Shiatsu Ausbildung - Körper und Geist verbinden
Seit einiger Zeit hat die Shiatsu-Therapie auch in unseren Breitengraden ihren festen Platz im Zirkel der alternativen Behandlungsmethoden erlangt. Wie aber wird man Shiatsu-Therapeut? Daniel Stifter, Shiatsu-Schüler am Europäischen Shiatsu Institut (ESI) im zweiten Jahr, hat uns die wichtigsten Fragen zur Ausbildung beantwortet.
 
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Was sieht die Ausbildung konkret aus?
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EL: Wie ist die Ausbildung gegliedert?
DS: Am Europäischen Shiatsu-Institut gibt es drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt dreht sich alles um die Grundkenntnisse: man lernt das traditionelle Meridiansystem und alle Techniken.

EL: Man geht also sofort zur Praxis über?
DS: Ja, schon in der ersten Stunde geht es um Kontakt. Im ersten Abschnitt bekommt man einen Überblick darüber, was Shiatsu kann. Man arbeitet mit dem traditionellen Meridiansystem. Danach gibt es eine Prüfung, es wird kontrolliert, ob man auch alles verstanden und verarbeitet hat. Der zweite Abschnitt ist die Erweiterung in das moderne System des Shiatsu, das Masunaga-System (siehe Info-Box). Im zweiten Abschnitt wird auch das diagnostische Verfahren gelehrt. Das erfordert schon ein gewisses Selbstverständnis und setzt eine Selbstsicherheit voraus, eine Offenheit im Umgang mit seinem eigenen Körper. Im dritten Abschnitt geht es dann um Shiatsu in der professionellen Praxis, d.h. man arbeitet mit Klienten, muss eine gewisse Anzahl von Behandlungen durchführen und protokollieren, dabei gibt es auch sehr viel Supervision und es geht wirklich darum, den Schüler danach in die professionelle Praxis zu entlassen.

EL: Während der Ausbildung behandeln die Schüler einander gegenseitig?
D: Ja, im Unterricht ist es so: Man bekommt etwas vorgezeigt und erklärt, und wendet dies dann in Zweier-Gruppen an. Währenddessen korrigiert der Lehrer oder gibt Ratschläge zum Kontakt, zur Haltung. Innerhalb der Gruppe fragt man nach: wie ist der Kontakt, ist er zu fest, zu leicht, löst er unangenehme Gefühle aus – es braucht auch einige Zeit, bis man dies kommunizieren kann. Meistens merken dies aber beide – der Behandelnde und der Behandelte.

EL: Wer besucht denn die Ausbildungskurse?
DS: Bis jetzt waren die Kursteilnehmer wirklich sehr unterschiedlich, es gibt aber tatsächlich eine hohe Dropout-Quote. Ich denke, es gibt viele, die die erste Stufe zum Kennenlernen einmal ausprobieren. Menschen, die Shiatsu für sich selbst als sehr heilsam erfahren haben und versuchen, mehr von dieser heilsamen Kraft in ihr Leben zu bringen, in der Praxis aber merken, dass das für sie nicht der ideale Weg ist. Vor allem, weil die Ausbildung ja sehr kostspielig ist.

EL: Wie viel kostet die Ausbildung denn?
DS: Die einzelnen Module, von denen man sieben braucht, kosten zwischen 350 und 400 Euro, prinzipiell kann man die Ausbildung bei zwischen 7.000-9.000 Euro ansetzen. In Deutschland weniger, da man auch für die Übungsstunden, von denen man in Österreich mehr braucht, bezahlt. Die Kursteilnehmer, die man trifft, kommen aus allen Bereichen und Altersklassen, es gibt StudentInnen, ÄrztInnen, Hausfrauen, Anwälte...

 

 
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Kommentare
Werner Schmied
2013-05-23 12:22:44
Hallo liebes enjoyliving-Team, hallo Herr Stifter,

Danke für das interessante Interview, es hat viele meiner Fragen beantwortet. Da ich in Erwägung ziehe auch eine Shiatsu Ausbildung zu machen war vor allem der Facts Bereich sehr aufschlussreich. Nun zu meiner Frage: Sie schreiben hier, dass man mindestens 20 Jahre alt sein muss um mit der Ausbildung zu beginnen. Ich bin 18 Jahre alt und würde gern so schnell wie möglich mit der Ausbildung beginnen. Da ich in Graz lebe, kommt das ESI für mich nicht in Frage. Ich habe gesehen, dass das Institut Bergler (http://www.bergler.at) Kurse schon für Jüngere, also mein Alter anbietet. Die dauern auch 3 Jahre. Ist diese Ausbildung gleichwertig?

LG Werner