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Shiatsu Ausbildung - Körper und Geist verbinden

Seit einiger Zeit hat die Shiatsu-Therapie auch in unseren Breitengraden ihren festen Platz im Zirkel der alternativen Behandlungsmethoden erlangt. Wie aber wird man Shiatsu-Therapeut? Daniel Stifter, Shiatsu-Schüler am Europäischen Shiatsu Institut (ESI) im zweiten Jahr, hat uns die wichtigsten Fragen zur Ausbildung beantwortet.
Shiatsu Ausbildung  - Körper und Geist verbinden
Kapitel
Infobox
Shiatsu ist eine energetische Körperarbeit und basiert auf dem traditionellen chinesischen Gesundheitskonzept.

Es dient der Entspannung, fördert Gesundheit, Psyche und Wohlbefinden und regt die Selbstheilung an.

Der Shiatsu-Therapeut arbeitet mit verschiedenen Drucktechniken an den Meridianen, den Energiebahnen, ähnlich einer Art Massage. Diese Berührung unterstützt den Fluss der Lebensenergie.

In Österreich gibt es die Möglichkeit, am Europäischen Shiatsu Institut (ESI) eine Ausbildung zum Shiatsu-Therapeuten zu machen. Gegründet wurde das ESI 1989, als sich Shiatsu-LehrerInnen in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz zusammenschlossen.

Seitdem wird in den ESI-Ablegern Shiatsu in der Tradition des Japaners Shizuto Masunaga, der das traditionelle Akupunktur-Meridiansystem zum heutigen System erweiterte, praktiziert.

Enjoy Living (EL): Eine Shiatsu-Behandlung haben heutzutage schon viele ausprobiert – die Ausbildung zum Shiatsu-Therapeuten ist hingegen noch viel ungewöhnlicher. Daniel, wie bist du denn auf diese Idee gekommen?

Daniel Stifter (DS): Ich habe Philosophie studiert und mich schon währenddessen sehr für die Verbindung von Körper und Geist und für Konzepte, die beides zusammenführen, interessiert. Da stößt man unweigerlich auf asiatische Philosophien, wo diese Verbindung seit Jahrtausenden konkret praktiziert wird. Ich habe auch gemerkt, dass ich immer schon gerne mit meinen Händen gearbeitet habe, deswegen war es für mich von Anfang an sehr stimmig. Durch Shiatsu habe ich eine Welt kennen gelernt, die mir immer gefehlt hat.

EL: Du bist im zweiten Ausbildungsjahr – was bedeutet das konkret?
DS: Ich habe bereits ein Drittel der Ausbildung hinter mir, im Sommer steht eine Prüfung an und damit schließe ich die Grundstufe ab, d.h. ich kenne die meisten Techniken, alle Meridiane des traditionellen Systems.

EL: Wie lange dauert die Ausbildung insgesamt?
DS: Drei bis fünf Jahre im Durchschnitt, der Zeitrahmen ist jedoch sehr unterschiedlich. Einerseits gibt es länderspezifische Unterschiede – in Deutschland benötigt man 500 Stunden, um die Anerkennung vom Dachverband zu bekommen, in Österreich 650. Aber es ist auch individuell verschieden. Es gibt keinen fixen Stundenplan, es sind meist Blockveranstaltungen, für die man sich anmelden kann. Die meisten Kurse sind aufbauend, es gibt aber auch Spezialisierungsfächer, die man im Laufe der Ausbildung wählen kann. Nach größeren Kursen muss man oft eine Zeit lang warten, bis man den nächsten besuchen darf oder man braucht eine Prüfung, die man erst drei Monate danach machen kann. Das hat den Sinn, dass man das Gelernte auch verdaut, weil sich das Wissen auch erst setzen muss.

EL: Muss dazwischen viel geübt werden?
DS: Ja, unbedingt, aber es geht auch um Persönlichkeitsentwicklung und nicht einfach ums Abhaken der Stunden. Ich übe ein bis zweimal pro Woche an einer Person – vor allem in meinem engen Bekanntenkreis, da die Terminkoordination hier am einfachsten ist. Man muss sich schließlich Zeit nehmen, obwohl es auch eine typische Anfänger-Gefahr ist, zu glauben, immer viel Zeit am Stück zu benötigen, wodurch die Übungen gar nicht erst zustande kommen. Dabei kann man auch z.B. einmal 15 Minuten lang nur am Arm üben.

 



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