
Networking - der Schlüssel zum Erfolg?
Das Phänomen, dass persönliche Kontakte helfen können, im Berufsleben schneller die Karriereleiter zu erklimmen, kennen wir alle. Auch im privaten Bereich sind Bekanntschaften ab und an von Vorteil, wenn man gute Ratschläge und Unterstützung in diversen Lebenssituationen braucht. Hat man sich früher an öffentlichen Orten wie Gasthäusern oder bei Partys getroffen, gibt es heutzutage schon eigene Veranstaltungen, die auf Networking, also das Knüpfen von Kontakten, ausgerichtet sind. Dabei handelt es sich meist um Gruppen von Personen mit gleichen Interessen, seien es Anwälte, Studenten oder Unternehmer, die mit dem Ziel des Networking diese speziellen Events besuchen. Das Entscheidende dabei ist, dass Menschen zusammentreffen, die einander von Nutzen sein können bzw. miteinander arbeiten können oder wollen. Der Austausch interessanter Informationen ist genau so wichtig wie die Übergabe der Visitenkarte, um in Kontakt zu bleiben.
Networking ist keine einmalige Sache, es ist ein Prozess
Networkinng ist der anhaltende Prozess des schrittchenweisen Spinnens eines sozialen Netzes zu Ansprechpartnern für alle Fälle. Anders als andere Bereiche des Berufs wird das Netzwerk nicht durch harte Arbeit und Leistung erreicht und aufgebaut, sondern durch „soft skills“ wie gute Kommunikationsfähigkeit und Empathie. Personen, die es verstehen, mit anderen gut umzugehen, ein sympathisches Auftreten und eine lockere Art haben, können damit sicherlich in Hinsicht auf das Networking punkten. Es benötigt einerseits ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl, auf Situationen und Personen einzugehen und andererseits eine offene Art, um auf Leute zuzugehen. Die Idee des Networkings ist es, dass persönliche Kontakte geknüpft werden, die für beide Seiten von Vorteil sind und darüber hinaus Synergieeffekte entstehen lassen, weil sich Menschen treffen, die möglicherweise ähnliche Visionen haben und diese gemeinsam verwirklichen können.
Was früher dem Zufall überlassen wurde...
... liegt nun in den Händen von Eventmanagern und Online-Plattformen. Über Online-Plattformen kommen auch jene, die in der direkten Kommunikation noch ein wenig Übung benötigen, im World Wide Web zum Zug. Social Networks, also Plattformen im Internet wie etwa XING, bieten die Möglichkeit, individuelle Profile zu kreieren und Lebensläufe online zu stellen, um sich am virtuellen Arbeitsmarkt zu präsentieren. Diese Netzwerke im Internet sind allerdings nicht immer der Initialzünder, sondern können auch lediglich zur regelmäßigen Kontaktpflege dienen und machen das Wiederfinden von Bekannten sehr einfach, vorausgesetzt diese gehören nicht zu den Kritikern des World Wide Web. Während viele nämlich die Vorteile des Networkings genießen, stehen andere dem skeptisch entgegen, da sich Personen nicht mehr über hervorragende Leistungen profilieren, sondern durch Kommunikationsgeschick und gutes Selbstmarketing erfolgreich sind. Darüber hinaus sinken die Chancen jener, die kein Networking betreiben, weiter ab.
Beherrscht man allerdings die Fähigkeit, sich sein persönliches Netz an Bekannten zu spinnen, geht man sicherlich leichter durchs Leben, solange man auch dazu bereit ist, etwas zu geben. Wenn man sich ausschließlich an anderen bereichern will, besteht neben der sozialen Bedenklichkeit zusätzlich die Gefahr, dass sich das Netz ebenso schnell auflöst wie es geflochten wurde. Vor solchen Personen, die Networking nur dazu nutzen, selbst voran zu kommen, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen, sollte man sich so gut wie möglich in Acht nehmen. Ist man sich darüber bewusst, dass Networking seine Fähigkeiten und angeeignete Qualifikationen nicht ersetzt, sondern nur als Brücke zu anderen Gleichgesinnten fungiert, kann man mit Hilfe guter, gezielter Kommunikation Mehrwerte für alle Netzwerkpartner schaffen.
Autorin: Julia Egermann

Hier die 10 Tipps für gekonntes Networking:
1. Gestalten Sie das Gespräch als Erlebnis
Im Gespräch mit anderen geht es darum, sich von der Masse abzuheben. Erzählen Sie kurze Geschichten, die mitreißen und den Gesprächspartner emotional ansprechen. Durch das Wecken von Gefühlen stellen Sie eine gewisse Verbindung her. Das Gespräch sollte fließend ablaufen, vermeiden Sie daher zu lange Phasen des Schweigens, es sei denn, Sie lauschen gespannt Ihrem Gegenüber. Neben der Quantität ist auch die Qualität des Gesprochenen wesentlich. Achten Sie daher in Ihrer Wortwahl vor allem darauf, positive Ausdrücke zu verwenden.
2. Zeigen Sie Aufmerksamkeit und Interesse
Wenn Sie gerade nicht aktiv am Gespräch beteiligt sind, geben Sie Ihrem Gesprächspartner die nötige Aufmerksamkeit, die er braucht. Schweifen Sie mit Ihren Blicken nicht im Raum umher, sondern konzentrieren Sie sich auf denjenigen, der das Wort hat. Durch interessierte Fragen zeigen Sie, dass Sie zuhören und mehr erfahren wollen.
3. Agieren Sie positiv
Wenn Sie Freunde gewinnen wollen, ist es in erster Linie wichtig, sympathisch und positiv auf andere zu wirken. Dazu gehört auch, dass Sie über andere nicht schlecht reden, das zeugt eher von Schwäche und Neid. Reden Sie über positive Dinge und gönnen Sie auch anderen Personen Erfolge. Zeigen Sie auch bei der Person, mit der Sie in Kontakt treten, Dinge auf, die Sie gut heißen, ohne dabei aufdringlich und künstlich zu wirken. Schließlich sollen Sie auch nicht lügen oder übertreiben. Ernst gemeinte Komplimente zielen darauf ab, dem anderen schmeicheln, ihn aber nicht in Verlegenheit bringen. Für den Fall, dass Sie nicht Komplimente austeilen, sondern erhalten, reagieren Sie erfreut und bedanken Sie sich mit einem Lächeln.
4. Hinterlassen Sie einen guten ersten Eindruck
Schon der erste Augenblick einer Begegnung kann, wie wir alle wissen, oft ausschlaggebend für den Verlauf des weiteren Gespräches sein und ist daher äußerst wichtig. Seien Sie nicht zu bescheiden und schüchtern, sondern stellen Sie sich selbstbewusst und mit Elan vor, wobei auch übertriebene, peinliche Auftritte nicht passend sind. Ein gesundes Mittelmaß an Bodenständigkeit und Selbstsicherheit signalisiert Interesse und animiert andere dazu, leicht mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.
5. Sagen Sie „Danke“
Gute Manieren implizieren, Bitte und Danke zu sagen. Vor allem wenn Sie wo Gast sind, werden Sie dem Gastgeber für die Einladung danken, für das gute Essen, für das Abnehmen der Jacke, etc. Erhalten Sie von anderen Personen im Gespräch etwa hilfreiche Tipps, so zeugt es von besonderer Wertschätzung, wenn Sie außerdem anmerken, warum Sie dankbar sind bzw. welchen speziellen Wert dieser Tipp für Sie besitzt. Ein „Danke“ für das Reichen eines Getränkes zum Beispiel kann auch das einleitende Wort für ein Gespräch sein, wenn Sie einen kurzen Satz wie etwa „..das ist sehr nett von Ihnen!“ beifügen und somit ersten Kontakt herstellen und eine Konversation starten.
6. Üben Sie sich im Small Talk
Small Talk erweckt den Anschein von oberflächlichen Unterhaltungen ohne Charakter. Tatsächlich ist es eine gute Art, mit Personen in Kontakt zu treten, ohne gleich mit „schweren“ Themen einzusteigen. Schließlich werden Sie einem Ihnen noch Unbekannten wohl kaum über Ihre Geldnöte und Beziehungsprobleme das Herz ausschütten. Im Small Talk ist es ausschlaggebend, dass Sie stets angenehme Gefühle wecken und mit lockerer Art plaudern, ohne zu tief in die Intimsphäre des Gesprächspartners eindringen zu wollen. Kleine Witzeleien sind erlaubt, sollten allerdings eher allgemein gehalten und nicht persönlicher Art sein.
7. Finden Sie Gemeinsamkeiten
Gemeinsame Interessen und Einstellungen verbinden unheimlich. Gehen Sie auf diese Gemeinsamkeiten näher ein und ziehen Sie Parallelen. Somit ist auch ein Gesprächsthema gegeben, das beide Seiten interessiert und betrifft. Auch zukünftige Pläne können so geschmiedet werden, wie etwa ein Tennismatch.
8. Fragen Sie um Rat und Hilfe
Sind Sie bereits über die Small Talk-Phase hinaus und führen tiefergehende Gespräche, so können Sie Informationen austauschen und auch um fachliche Ratschläge bitten. Seien Sie im Gegenzug auch dazu bereit, Ihre Hilfe anzubieten.
9. Bleiben Sie in Kontakt
Nach erfolgreicher Kontaktaufnahme und unterhaltsamen Gesprächen gilt es, den Kontakt aufrecht zu halten. Dazu unbedingt Telefonnummern oder Visitenkarten austauschen, zumindest den vollen Namen, um in Social Networks nach der Person suchen zu können und im virtuellen Netzwerk weiter kommunizieren zu können.
10. Vermitteln Sie Kontakte
Um Ihr soziales Netzwerk zu erweitern und ineinander zu verstricken, stellen Sie Personen, die sich Ihrer Meinung nach kennen sollten, einander vor. Sie helfen dadurch eventuell weiter und bauen die Kontakte anderer Personen aus, während Sie gleichzeitig den angenehmen, netten Nebeneffekt hervorrufen, dass sich beim nächsten Zusammentreffen Ihre Bekannten untereinander kennen und sich eine kleine "Networking-Gemeinde" bildet.
Viel Spaß und Erfolg beim Networking!
Autorin: Julia Egermann