
Tiefsitzender, unerträglich scheinender Schmerz ist nach einer Trennung meist unausweichlich. Der erste akute Schmerz sollte auch zugelassen werden, da er eine völlig normale Reaktion auf die vorangegangene Trennung ist. Weinen, Toben, Schreien – alles ist erlaubt. Am besten wird man diese Gefühlswallungen durch sportliche Betätigung los, bei der Frust und Aggressionen abgebaut werden können. Vor allem Ausdauersportarten, wie Laufen, Radfahren, Schwimmen aber auch Krafttraining oder Ballsportarten eigenen sich hervorragend als Frustkiller.
Viele Menschen beschreiben eine Trennung vom Lebenspartner, tragischer als einen Todesfall. Wenn eine geliebte Person stirbt, kann man sich in den meisten Fällen sicher sein, dass man von dieser Person nicht aus freien Stücken verlassen wurde. Obwohl nur schwach, spendet dieses Wissen Trost. Ist es jedoch der freie Wille des Partners zu gehen, wird dies oft als viel schmerzhafter und verletzender erlebt.
Symptome wie Schlaflosigkeit, Angst und Depression, Rückzug aus dem sozialen Leben, vermindertes Selbstwertgefühl, mangelnde Konzentration und Gedankenkreisen rund um die gescheiterte Beziehung, könnte man zusammenfassend als „Trennungsschmerz-Syndrom“ bezeichnen. Je nach Dauer und Intensität der vorangegangenen Beziehung kann diese Phase kurz oder länger andauern. Spätestens ein halbes Jahr nach der Trennung sollte der intensive Schmerz jedoch überwunden sein.
Trennung – was nun?
Eine Trennung kommt meist aus heiterem Himmel. Natürlich gibt es Anzeichen, die für eine nicht (mehr) so gefestigte Beziehung sprechen, diese können aber auch ganz normale Höhen und Tiefen einer Beziehung darstellen. Wenn man eine Person liebt, werden vor diesen Anzeichen auch meist die Augen verschlossen, weil man nicht wahrhaben will, dass etwas nicht stimmt.
Wenn dann die "Bombe" explodiert, und man vor den Scherben seiner Beziehung, oft auch vor den Scherben des ganzen Lebens steht, ist guter Rat teuer. In der ersten, akuten Schockphase sollte für Ablenkung gesorgt werden. Sich zu Hause einzusperren und im Selbstmitleid zu versinken bewirkt nur, dass man in dem schwarzen Loch, in dem man sich ohnehin schon befindet, nur noch weiter abrutscht.
Sprechen über die Beziehung und den empfundenen Schmerz ist jedoch erlaubt, und sogar sehr wichtig. Allen Gefühlen und Emotionen sollte freier Lauf gelassen werden. Je öfter Sie ein und dieselbe Geschichte den unterschiedlichsten Menschen erzählen, desto mehr verschiedene Ratschläge werden Sie bekommen. Von solchen Ratschlägen kann, in der Verarbeitung des Trennungsschmerzes, stark profitiert werden. Zusätzlich werden Ihnen beim wiederholten Erzählen Ihrer Probleme unter Umständen Aspekte der gescheiterten Beziehung oder der Trennung bewusst, über die Sie sich noch nicht im Klaren waren. Diese neuen Erkenntnisse können dazu beitragen, selbst der bittersten Trennung etwas Positives abgewinnen zu können und wieder neuen Lebensmut zu schaffen.
Vorbei ist vorbei
So hart es auch klingt: man sollte sich, sobald der erste große Schmerz überwunden ist, darüber im Klaren sein, dass die Beziehung endgültig vorbei ist. Ein Nachtrauern und ständiges Gedankenkreisen um die vorangegangene Beziehung oder die Trennung lässt die alten Wunden ständig wieder aufreißen. Auch sollte man dem Ex-Partner vorerst einmal aus dem Weg gehen, um nicht ständig mit der Trennung konfrontiert zu sein. „Wir können ja Freunde bleiben!“, ist zwar gut und schön, funktioniert jedoch nur, wenn entweder beide mit der Trennung einverstanden waren, oder nach einiger Zeit völlig mit der Beziehung und den damit verbundenen Gefühlen abgeschlossen haben.
Trennungen sind schmerzhaft und gegen diesen Schmerz gibt es kein Heilmittel. Jeder Mensch leidet unter einer Trennung und den Umständen, die sich aus ihr ergeben. Wer sich jedoch vor Augen hält, dass nach jedem Tief ein Hoch wartet und die Zeit fast alle Wunden heilt, wird auch die schmerzhafteste Trennung überstehen und wieder Kraft für Neues schöpfen.
Autorin: Sandra Ehold