Die Wandlungsphase Wasser - Wasser in der chinesischen Ernährungslehre
„Auf der Welt gibt es nichts, was weicher und dünner ist, als Wasser. Doch um Hartes und Starres zu bezwingen, kommt nichts diesem gleich. Daß das Schwache das Starke besiegt, das Harte dem Weichen unterliegt, jeder weiß es, doch keiner handelt danach.“ Laotse
Die Wandlungsphase Wasser - Wasser in der chinesischen Ernährungslehre
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Die Zeit des Wassers
 
Knapp vor Weihnachten befinden wir uns gerade in der Wandlungsphase Wasser. Wann die Wirkung des Elements genau beginnt und wieder endet, erklärt uns die Ernährungsberaterin Siglinde Katharina Mayer, Ernährungsberaterin nach der Chinesischen Diätetik und Ausbilderin am Schlossberginstitut TCM-Akademie (www.schlossberginstitut.at) in Graz und Wien: „Der Winter ist dem Element Wasser zugeordnet und beginnt, nicht wie bei uns, erst am 21. Dezember, sondern bereits 36 Tage zuvor und endet 36 Tage nach dem 21.12.“

Der symbolische Gehalt des Elements Wasser
 
In der westlichen Lehre gibt es nur vier Elemente, Wasser ist aber auch hier mit von der Partie. So gilt es unter anderem als Ursprung des Lebens, steht für Reinigung und ist Ursymbol des Seelischen – von Bewußtem und Unbewußtem.
 
Einen ähnlich hohen Stellenwert schreibt ihm die östliche Philosophie zu:
 
„Das Element Wasser steht auch in der chinesischen Lehre für den Ursprung des Lebens. In diesem Element ist der Funktionskreis der Niere beherbergt, der für die Fruchtbarkeit und die Fortpflanzungsfähigkeit verantwortlich ist. Darüber hinaus sind  der Hörsinn, die Behaarung, unser Mut und unsere Willenskraft zugehörig. In diesem Element wird unsere so genannte "vor- und nachgeburtliche" Energie gespeichert, d.h., die Niere in der chinesischen Lehre gilt als Akku, als Substanz und Essenz schlechthin. Auch bei uns im Westen ist davon die Rede, wenn man sagt ‚es geht einem etwas an die Nieren’.“ 
 
Das Element ist weiters mit einem starken Yin verknüpft, daher mit dem weiblichen Prinzip. Hier sind weitere Parallelen von Ost und West in der Zuordnung von Wasser zum Mond, der Dunkelheit, Weiblichkeit und Fruchtbarkeit zu erkennen.
Wasser ist in der fernöstlichen Lehre außerdem Sinnbild für die Weisheit und den Lebensabend. Der Geist dieser Wandlungsphase heißt Zhi.
 
Was in dieser Wandlungsphase für Körper, Geist und Seele besonders wichtig ist:

Das Wasserelement ruft uns zu Ruhe und Regeneration auf: die Schildkröte lehrt uns, einen Gang langsamer zu schalten. Rückzug ist angesagt, um sich vor Kälte und Dunkelheit zu wappnen: „Besonders im Winter ist es notwendig, unser persönliches Element Wasser vor äußerer Kälte zu schützen. Auf emotionaler Ebene wird dieses Element besonders durch Angst, traumatische Erlebnisse oder schlechte Beziehungen geschwächt.“
Positiv und ausgeglichen macht Wasser hingegen mutig, flexibel, selbstbewußt und genügsam. Wasser dient schließlich der Vorbereitung auf einen erneuten Aufbruch in der Wandlungsphase Holz.  
 
Das Element Wasser und unsere Nahrung
 
Der salzige Geschmack und die Farben schwarz und blau sind in diesem Element beheimatet. Daher sind Nahrungsmittel, die mindestens eine dieser Eigenschaften besitzen, gut zur Stärkung des Wasserelements geeignet: Lachs, Thunfisch, Shrimps und andere Salzwasserfische und Meeresfrüchte sowie Erbsen, Sojabohnen, Algen und Mineralwasser gehören unter anderem dazu. Ernährungsberaterin Mayer empfiehlt darüber hinaus abschließend: „Rezepte, die das Element Wasser, daher die Niere im Winter besonders gut stützen, sollten wärmend und in Verbindung mit Hülsenfrüchten sein. Dabei könnte es sich um Linseneintöpfe, aber auch um unsere klassische Martinigans mit Rotkraut und Maroni handeln; ebenso sind Aufläufe aus dem Backrohr hervorragend geeignet.“
  
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