Moxibustion - heilende Wärme
Wer sich für die Akupunktur interessiert, mit den Nadeln aber nicht so ganz anfreunden konnte, findet hier vielleicht einen Zugang zu den Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin: Die Moxibustion ersetzt das dünne Metall durch Wärme – und ist dabei genauso wirksam
Moxibustion - heilende Wärme
Info
Selbstbehandlung mit der Moxa-Zigarre

Vor der Moxa-Selbstbehandlung das Deckpapier der Zigarre abziehen, diese anzünden und vorsichtig blasen, bis eine Glut entsteht. Niemals an der Zigarre ziehen!
Da sich der Geruch leicht im Raum festsetzt, sollte diese Methode am Besten im Badezimmer, sofern dort ein Fenster vorhanden ist, angewandt werden. Das glühende Ende wird nun 2-3 cm über den Akupunkturpunkt gehalten.
Es soll sich ein angenehmes Wärmegefühl einstellen, die Haut soll durchwärmt sein, sie darf aber nicht schmerzen und auf gar keinen Fall sollten Blasen entstehen! Ein Akupunkturpunkt wird etwa 10-15 min. erwärmt.
Ausgelöscht wird die Zigarre am Besten durch vorsichtiges Eindrehen in Sand oder Salz.
Eine Zigarre kann mehrmals verwendet werden.
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Hier brennt nichts an!
Die Moxa-Behandlung oder Moxibustion ist zusammen mit der Akupunktur eine der ersten Methoden der TCM, die hier im Westen bekannt wurden. Nicht ganz so populär wie ihre Schwester, beruht die Moxibustion jedoch auf dem gleichen Prinzip: es wird ein Reiz auf die Akupunkturpunkte ausgeübt. In ihrem Fall ist dies ein wärmender Reiz, der durch glimmendes Beifußkraut (Moxakraut) ausgelöst wird. Der Therapeut benützt dafür entweder kleine Beifußkegeln, oder spezielle Nadeln, die am Ende einen solchen Kegel besitzen, der entzündet wird und glimmt. Das glimmende Beifußkraut berührt dabei in keinem Fall die Haut.

Der Glimmstengel auch für Nichtraucher
Also auch hier Nadeln? Nicht unbedingt! Denn das Moxakraut kann auch selbst angewendet werden – mit Moxa-Zigarren. Aber keine Sorge, hier muss niemand zum Raucher werden – ganz im Gegenteil, an der Zigarre darf auf keinen Fall gezogen werden! Das glühende Ende wird 2 bis 3 cm über den Akupunkturpunkt gehalten, sodass ein angenehmes, gleichmäßiges Wärmegefühl entsteht. (Genaueres in der Infobox).

Moxa lässt das Qi fließen
Die Moxabehandlung stärkt das Yang, dem der TCM zufolge die Eigenschaften Helligkeit und Wärme zugeordnet sind (im Gegensatz dazu steht das Yin für Dunkelheit und Kälte). Sie wird vor allem gegen Wind-, Kälte- und Nässedisharmonien eingesetzt, regt aber auch ganz allgemein den Qi-Fluss an. Für den Patienten macht sich das mit einem entspannten und warmen Gefühl bemerkbar. Blockaden werden gelöst und der Organismus gestärkt.

Wirkungsvoll, aber nicht harmlos
Die Moxabehandlung mag zwar als sanfte Methode bezeichnet werden, hat aber durchaus ihre Kontraindikationen. Nicht angewandt werden sollte sie bei Hitze-Erkrankungen, die sich durch Fieber und Hitzegfühl, viel Durst und Verlangen nach kalten Getränken äußern. Auch bei Hautverletzungen an den Akupunkturpunkten oder Hautkrankheiten im Allgemeinen sollte von der Moxibustion abgesehen werden. Vorsicht ist auch bei schwangeren Frauen geboten, der Unterleib sollte generell ausgelassen werden.

Autorin: Mag.a Anne Wiedlack

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