Harte und gesunde Nägel - Tipps und Tricks
Die richtige Nagelpflege ist wichtig, um die Infektionsgefahr zu vermindern und die Brüchigkeit und das Einwachsen von Nägeln zu verhindern, damit die Schutzfunktion der Nägel erhalten bleibt.

Die Nägel an Fingern und Zehen haben die Aufgabe, das Gewebe vor Verletzungen zu schützen. Heute ist neben der Schutzfunktion auch die kosmetische Nagelpflege von Bedeutung, da schöne Finger- sowie Fußnägel zu einem gepflegten Aussehen und Auftreten beitragen.

Der Nagel selbst wird durch Einlagerung von Kreatin in die Zellen gebildet. Man spricht auch von „Verhornung“. Durch äußere Einflüsse wie Hitze, Kälte, Wasser, Temperaturschwankungen, Sonne und Wind werden die Nägel oft brüchig und benötigen daher die richtige Pflege, um gesund auszusehen.

Infektionen

Kurze Nägel sind aus gesundheitlicher Sicht besser als lange, da sich weniger Krankheitserreger unter den Nägeln ansammeln können. Durch regelmäßiges Waschen und  gute Pflege schützt man sich vor Pilzinfektionen. Die Füße sollten trocken und sauber sein und in Schwimmbädern und Saunen sollte nicht auf Badeschuhe verzichtet werden, da hier die Infektionsgefahr besonders groß ist.
Schuhe und Socken täglich wechseln und atmungsaktive Materialien bevorzugen, um Schweiß- und Bakterienansammlungen zu verhindern. Sind Socken oder Schuhe zu eng, bildet sich ein Feuchtigkeitsreservoir, das durch Materialien aus Baumwolle besser reduziert wird als mit Synthetikfasern.

Cremes & Bäder

Haut und Nägel werden vor allem beim Geschirrabwaschen durch Spülmittel oder durch Putzmittel beim Haushaltsputz angegriffen. Das Tragen von Handschuhen bietet einen guten Schutz für die Hände.
Beim Entfernen von Nagellack sollten nur acetonfreie Nagellackentferner benutzt werden.

Die Folgen der täglichen Belastung für Haut und Nägel lassen sich gut mit Hand-, Nagel- und Fußcremen mit erhöhtem Feuchtigkeits- oder Fettgehalt behandeln. Am besten vor dem Schlafengehen auftragen, damit die Wirkstoffe von Öl und Creme vollständig über Nacht einziehen können. Spezielle Handmasken in Drogeriemärkten oder ein selbst gemachtes Olivenölbad wirken manchmal Wunder. Ein Pflegeöl zum Selbermachen: 80 ml Avocadoöl und 50 Tropfen Teebaumöl – Nägel damit einreiben und ca. 5 Minuten einwirken lassen. Man kann auch ein warmes Zitronenwassernägelbad nehmen.

Maniküre und Pediküre

Beim Nägelschneiden ist zu beachten, dass die Nägel nicht einwachsen können und somit zu Schmerzen führen. Im Allgemeinen ist das Nägelfeilen schonender für die Nägel, als sie mit Nagelzwicker oder mit einer Nagelschere zu kürzen. Man sollte die Nägel immer nur in eine Richtung zur Nagelmitte feilen, damit sie nicht „ausfransen“. Für weiche Nägel eignen sich Sandfeilen, für normale und harte Nägel sind Saphirfeilen oder Mineralfeilen eine gute Wahl.
Harte Nägel können vor dem Feilen in warmem Wasser aufgeweicht werden. Bei der Maniküre und Pediküre niemals die Nagelhaut wegschneiden, sondern nur vorsichtig zurückschieben. Am Schluss der Nagelpflege sorgt ein Polierstift für eine glatte Nageloberfläche, die später das Auftragen von Nagellack erleichtert.

Verfärbungen und Strukturveränderungen

Die Fingernägel verraten einiges über die Gesundheit und verändern sich bei Störungen in Form, Farbe oder Stabilität. Starke, glatte Nägel ohne Rillen und Flecken weisen auf eine gute körperliche Verfassung hin. Rissige, formlose, glanzlose Nägel können ein Hinweis auf Vitamin- und Mineralstoffmangel sein. Allergien, Verdauungs- oder Durchblutungsstörungen sowie Hauterkrankungen können sich so zu erkennen geben.

Weißfärbung und Schwarzfärbung: Punktförmige Weißfärbungen auf Nägel treten vor allem nach Verletzungen auf. Weiße längliche Streifen werden als Mees-Streifen bezeichnet. Diese können unterschiedliche Ursachen haben wie zb. fieberhafte Erkrankungen, Arsen- oder Thaliumvergiftungen oder Verbrennungen des Handrückens.
Färbt sich der gesamte Nagel weiß, kann das ein Zeichen für eine Nierenerkrankung oder für eine Colitis ulcerosa sein. Schwarzfärbungen kommen meist nach Blutergüssen unter dem Nagel vor. Diese Verfärbung verschwindet aber schnell wieder und wächst raus.

Braunfärbung: Braune streifenförmige Längsfärbung ist selten und sollte sofort von einem Arzt abgeklärt werden, da im schlimmsten Fall ein bösartiges Melanom dahinter steckt.

Quer- und Längsrillen: Längsrillen sind Alterserscheinungen, während Querrillen durch Schädigung der Wachstumszone des Nagels zb. durch Verletzungen, Hauterkrankungen oder bei Arthritis entstehen können.

Nagelbildungsstörungen: Napf- oder Hohlnägel treten oft zusammen mit Eisenmangelanämien auf. Uhrglasnägel bilden sich häufig bei Lungenerkrankungen, Tumoren oder Blutarmut. Die oben genannten Nagelveränderungen sind behandelbar, während erblich bedingte Wachstumsstörungen meist nur schwer oder gar nicht behandelbar sind (zb. in der Mitte gespaltene Nägel).

Brüchige Nägel: Meist werden die Nägel durch äußere Einflüsse, Spülmittel und Nagellackentferner geschädigt und brechen daher leicht ab. Steckt ein Eisenmangel dahinter, kann dieser rasch behoben werden. Die Behandlung von brüchigen Nägeln ist sehr eingeschränkt und kann am besten durch die Einnahme von Vitaminpräparaten (v.a. Biotin – Vitamin H), und durch einen schützenden Nagellack erfolgen. Bei großer Unzufriedenheit können auch Kunstnägel in Erwägung gezogen werden.

Wer sich im Detail dafür interessiert, wie der Nagel aufgebaut ist, findet weitere Informationen auf dieser Webseite:  http://www.loceryl.de/de/der-nagel/
 


AutorIn: A.D. / Sandra Haindl
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