Locken - pflegen, drehen, bändigen
Ob Naturlocken, vom Friseur/der Friseurin oder selbst gemacht – Locken gibt es in unterschiedlichsten Formen und Typen. Sie benötigen besondere Pflege und auch beim Styling gibt es entsprechende Tricks.

Keine Naturkrause? So kommt man zu Locken.

Dauerwelle: Bei der vom Friseur/der Friseurin hergestellten Dauerwelle wird chemisch in die Feinstruktur des Haares eingegriffen und diese umgeformt. Verbindungen werden gelöst und neu verknüpft, was dem Haar die neue Form verleiht. Wird zu aggressiv vorgegangen, kann dies zu stumpfen und spröden Locken führen, die heute angewandten Methoden schließen dieses Risiko aber fast zur Gänze aus. Bekannte Verfahren sind die Redken-, die Zwei-Komponenten-, die Meininghaus-HFK oder die Cystein-Dauerwelle, die jeweils mit unterschiedlichen Substanzen zum Lockeneffekt führen. Prinzipiell sollten die Haare für eine Dauerwelle maximal 30 Zentimeter lang sein und hinterher mit speziellen Dauerwellprodukten gepflegt werden.

Lockenstab/Lockenzange: Bei dieser Methode wird das Haar mit Hitze zu Locken geformt, was maximal bis zum nächsten Waschen anhält. Vor der Behandlung sollte das Haar trocken sein, weil die Locke sonst nicht gelingt und die Kombination aus Feuchtigkeit und starker Hitze die Haarstruktur zusätzlich belastet. Generell sollte auf Qualitätsprodukte zurückgegriffen werden, die mit Keramikplatten das Haar weniger schädigen als jene aus Metall. Fönlotionen schützen das Haar zusätzlich vor der Hitze und geben den Locken außerdem besseren Halt.

Lockenwickler/Klettwickler/Heißwickler/Papilloten: Diese Lockenhelfer werden ins handtuchtrockene Haar gedreht, je nach Typ festgemacht und mit Haarspray fixiert. Erhältlich sind Wickler und Papilloten mit unterschiedlichen Durchmessern, die dementsprechend verschieden große Locken erzeugen. Anschließend werden die Haare gut getrocknet, die Wickler entfernt (was bei Klettwickler ohne Übung etwas schwierig werden kann) und die Locken nach Belieben ausgebürstet. Heißwickler werden vorher in einem mitgelieferten Apparat aufgeheizt und sollten vor dem Entfernen aus dem Haar völlig ausgekühlt sein.

Anwendungsmöglichkeiten

Divawellen: Große, glatte Prachtwellen, die sich vor allem unten locken und nach dem Eindrehen mit einem großen Wickler mit einer Bürste entsprechend ausgekämmt werden.

Korkenzieher: Locken, die sich wie der Flaschenöffner um sich selber drehen. Sofern nicht von Natur aus gegeben, werden Korkenzieherlocken mit einem senkrecht gehaltenen Lockenstab gedreht und für einen eventuell gewünschten Afro-Look werden Korkenzieherlocken einfach auftoupiert.

Glamourwellen: Große Wellen, die nach einem glatten Ansatz sanft gedreht auf die Schultern fallen und oft mit Heißwicklern gemacht werden.

Kringelcurls: Freche abstehende Locken werden mit vielen Papilloten gemacht. Sie haben eine kompakte Form und werden nach dem Eindrehen richtig aufgebauscht.

Richtige Pflege und passendes Styling

Locken brauchen die richtige Pflege, damit sie weder zu kraus noch zu kraftlos fallen. Zum Waschen sollten vorwiegend feuchtigkeitsbindende Shampoos und Conditioner verwendet werden, die Locken mehr Sprungkraft geben und gleichzeitig dem Frizz-Effekt (Kräusellook) vorbeugen. Beim Abtrocknen sollte darauf geachtet werden, dass die Haare nicht einfach trocken gerubbelt werden, sondern das Wasser mit einem Handtuch eher ausgestrichen wird. Das schont das Haar und
macht das Entwirren einfacher. Locken sollten nämlich nicht gebürstet, sondern besser mit den Fingern oder einem grob gezinkten Kamm zerteilt und strukturiert werden.

In puncto Styling gibt es verschiedenste Produkte, die speziell auf die Bedürfnisse von Locken abgestimmt sind und je nachdem ins noch feuchte oder schon trockene Haar gegeben werden. In Locken bricht sich das Licht anders als in glattem Haar, weshalb vor allem zu Ölen, Glanzpomaden oder Wachs gegriffen werden sollte, das nicht am Ansatz, sondern eher in den unteren Partien verteilt wird. Die Locken sehen so schön herausgearbeitet aus und reflektieren das Licht besser. Frisiercreme und festigende Conditioner geben dem lockigen Haar Feuchtigkeit, halten sie dort, wo sie auch sein sollten und wirken ebenfalls dem Frizz-Effekt entgegen. Schaumfestiger verleihen Fülle, Lockenspray hingegeb gibt laschen Kringeln wieder Frische und schützt vor Luftfeuchtigkeit, die Locken schnell die Form verlieren lässt.

Hat man besonders trockenes Haar, empfehlen sich Haarkuren, Masken oder Leave-In-Produkte, die sprödes Haar schützen, reparieren und wieder glänzen lassen. Auch zu viel Hitzebehandlung, häufiges Färben oder Glätten schädigen die Struktur des Haares und verlangen spezielle Pflegeprodukte.

Autorin: Mag.a Mirjam Bromundt
 

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