Leinen - Wohlgefühl für die Haut
Das Thermometer steigt, der Körper beginnt zu schwitzen. Gerade im Sommer merken wir, wie entscheidend angenehme Kleidung für das Wohlbefinden ist.
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Das Stoff nicht gleich Stoff ist, merken wir spätestens im Sommer bei brütender Hitze. Jeder kennt das unangenehme Gefühl beim Tragen einer Jeans im Hochsommer. Stoffeigenschaften, die im Winter Wärme geben, werden bei hohen Temperaturen absolut nebensächlich. Es gibt jedoch einen Stoff, der beides kann: im Winter wärmen und im Sommer kühlen – der Leinen.

Ein Stoff mit Geschichte

Leinen ist die Bezeichnung für die Faser der Flachspflanze, der Begriff ist aber auch Synonym für das aus den Fasern hergestellte Gewebe. Eigentlich ist die Geschichte des Leinen eine Erfolgsgeschichte. Aufgrund seiner positiven Eigenschaften wurde das Gewebe von den Anfängen unserer Zeit an verehrt. Schon die Ägypter hüllten ihre Toten in Leinentücher, im Altertum stellte man Schiffssegel aus Leinen her. Später wurde die Faser auch immer wichtiger für die Textilindustrie.

Bis ins späte 18. Jahrhundert dauerte der Erfolg des Leinen an. Dann nahm er aber mit dem Siegeszug der Baumwolle ein plötzliches Ende . Mit dem Aufkommen der Industrialisierung wurde die für die Leinenproduktion nötige Handarbeit immer unrentabler. Baumwolle hingegen wurde in großen Mengen auf Plantagen angebaut. Im 20. Jahrhundert setzte die Industrie verstärkt auf Kunstfasern und damit wurde es endgültig still um den Leinen.

In den letzten Jahren jedoch ist mit dem steigenden Umweltbewusstsein der Menschen auch die ökologische Naturfaser wieder ins Lampenlicht gerückt. So findet man Kleidung aus Leinen wieder öfter in den Regalen vor. Im Unterschied zu Stücken aus Baumwolle sind die Leinenteile immer noch relativ teuer. Dafür bestechen sie aber durch ihre Lebensdauer und Qualität.

Sehr häufig wird Leinen als Ausgangsstoff in der Trachtenmode verwendet. Damit wird eine gewisse Nähe zur Natur symbolisiert. Fündig werden Leinen-Fans auch in Fair Trade Geschäften, die auf natürliche Fasern setzen. Leinen wie Hanf werden hier zur Herstellung leichter Kleidung verwendet. Auch wenn die Optik des Stoffes nicht jedermanns Sache ist, so überzeugt gerade im Sommer der Tragekomfort, insbesondere bei Hosen, auf jeden Fall.

Eigenschaften, die überzeugen

Die Leinenfaser ist leicht teilbar und fein verspinnbar, somit eignet sie sich gut für die Kleidungsproduktion. Außerdem ist die Faser glatt und das Gewebe schließt wenig Luft ein. Somit ist es gegen Schmutz und Bakterien geschützt und flusenfrei.
Gerade im Sommer zeigen sich die Vorteile von Kleidung aus Leinen deutlich. Der Stoff nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und tauscht diese mit der Umgebungsluft aus. Somit wirkt die Kleidung kühlend und ist trotzdem trocken. Im Winter kann der Stoff wegen der geringeren Luftfeuchte trotzdem wärmen. Ein zusätzlicher Nutzen dieser Wasseraufnahme ist die antistatische Wirkung des Stoffes.
Die Leinenfaser ist sehr reißfest, somit ist das Gewebe strapazierfähig und äußerst langlebig. Ein Aspekt, der gerade in unserer heutigen Zeit eher selten ist. Der Textilmarkt ist überschwemmt mit Kleidung aus Billigländern, die mit geringem Preis, aber auch geringer Qualität hergestellt werden. Ein Kleidungsstück aus Leinen hingegen hält sich über viele Jahre ohne Schäden. Nachteilig wirkt sich allerdings die geringe Elastizität der Faser aus, dadurch ist der Stoff anfällig für Knitterfalten.

Spezielle Pflegehinweise

Beim Waschen der Kleidung aus Leinen ist zu beachten, dass die Scheuerfestigkeit des Leinens geringer als die der Baumwolle ist. Das Gewebe ist gegenüber Reibung wesentlich anfälliger. Also sollte die Wäsche im Schongang gewaschen werden und bei Handwäsche nicht gerieben werden. Ein Vorteil gegenüber der Baumwolle ist jedoch, dass Leinen von Natur aus stark ist und nicht nachgestärkt werden muss. Sein Glanz und seine Stärke sind natürliche Eigenschaften.

Gegen Waschmittel und chemische Reinigung ist der Leinen unempfindlich. Der Knittereffekt kann durch bügeln behoben werden. Dabei sollte man allerdings den Stoff nur feucht bügeln, da trockene Hitze das Gewebe beschädigt. Das Bleichen von Leinen ist nicht zu empfehlen, ein Färben des Stoffes ist allerdings möglich.

Autorin: Claudia Wrumnig

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