Kürbiskernöl - ein kulinarischer Genuss und Gesundheitsmittel zugleich
Das „grüne Gold“ erfreut sich nicht nur wegen seines feinen Geschmacks immer größerer Beliebtheit, denn auch die gesundheitlichen Aspekte dieses österreichischen Produktes sind nicht zu verachten.
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Die Geschichte des Kürbiskernöls liegt noch nicht so lange zurück. Der ursprünglich aus Mexiko stammende Speisekürbis kam erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa, wobei die Gewinnung von Kürbiskernöl aus dem so genannten „Steirischen Ölkürbis“ erst später ihren Lauf nahm. Die Verwendung von Kürbiskernen wurde erstmals im Jahr 1739 dokumentiert, wobei hier schon auf die kulinarische als auch die kosmetische/heilende Wirkung aufmerksam gemacht wurde. 1773 ordnete Maria Theresia sogar an, dass das Kürbiskernöl nicht zu den gewöhnlichen Speisen gezählt werden dürfe, sondern seinen Platz in den Apotheken zur Herstellung von Pflastern und Salben hat. Im Zuge der Industrialisierung wurde nach dem ersten Weltkrieg das „grüne Gold“ nicht mehr nur für die Selbstversorgung der Bauern genutzt, sondern es wurde zur Handelsware, welche heute weltweit vertrieben wird.

Doch ist Kürbiskernöl nicht gleich Kürbiskernöl – denn wie überall gibt es deutliche Qualitäts- und in Folge dessen auch Preisunterschiede. Um ein erstklassiges Produkt zu erhalten, sollte auf folgende Dinge Wert gelegt werden:

Zunächst ist es wichtig, auf die Bezeichnung des Öls zu achten. Denn nur Öle, die aus dem schalenlos gewachsenen „Steirischen Ölkürbis“ stammen und unverfälscht abgefüllt werden, dürfen als 100%-iges Kürbiskernöl deklariert werden. Bei Benützung von ausländischen, billigeren beschalten Kürbissen leiden der Geschmack und die Qualität des Öls, jedoch werden diese leider aufgrund des Preises und des schnelleren Wachstums öfters mit den qualitativ hochwertigen Kernen gepanscht und als „Steirisches Kürbiskernöl“ verkauft. Öle, die aus einem Verschnitt bestehen, dürfen nur als Salatöl benannt werden.

Aber ebenso in der gesundheitlichen Wirkung hat das Kürbiskernöl die Pole Position. Eine Studie der TU Graz aus dem Jahr 2004 beispielsweise bestätigt im Vergleich zu anderen nicht-raffinierten Speiseölen, dass das Kürbiskernöl die höchste Schutzwirkung vor unerwünschten freien Radikalen bietet.

Auch andere wichtige Inhaltsstoffe dieses zu Recht betitelten „grünen Goldes“ fördern unsere Gesundheit:

-) Linolsäure wirkt ausgleichend auf den Cholesterinspiegel und fördert durch die Reaktion mit Aminosäuren die Zellatmung.
-) Die Inhaltsstoffe Selen, Zink und Kalium stärken die Blasenmuskulatur und können zudem vorbeugend auf die Prostata wirken. Die ebenso enthaltenen Carotinoide helfen bei Blasen- und Harnwegsbeschwerden.
-) Die neben noch anderen enthaltenen Vitamine B und E haben positiven Einfluss auf das Nerven- und Stoffwechselsystem, unser Bindegewebe, Herz- und Kreislaufsystem, Wechselbeschwerden uvm.
-) Die enthaltenen Aminosäuren entwässern zudem den Körper und schützen ihn sogar vor Bandwürmern.

Noch ein paar Tipps:

Der einzige Nachteil des Kernöls ist, dass es hartnäckige Flecken hinterlässt. Falls Ihnen solch ein Malheur passiert ist, ist es besser, den Fleck nicht rauszuwaschen, sondern das Kleidungsstück an die Sonne zu hängen, damit der Fleck ausbleichen kann.

Da Kürbiskernöl sehr lichtempfindlich ist, sollte es im Dunkeln bei nicht zu kühler Temperatur aufbewahrt werden. Bereiten Sie einen Salat mit dem Kürbiskernöl zu, ist es optimal, wenn Sie diesen zuerst mit dem Öl marinieren, bevor sie die anderen Zutaten wie Essig hinzugeben, da so das Öl besser an den Salatblättern haften bleibt.

Auch zum Kochen kann man das Öl verwenden; es sollte dabei jedoch nur kurz erhitzt werden, damit es seinen typisch nussigen Geschmack behält.

Das Öl hat eine Haltbarkeitsdauer von mindestens 9 Monaten, nach dem Öffnen sollte es jedoch möglichst rasch verbraucht werden, da es durch die Sauerstoffzugabe an Geschmack verliert.

Wie schon erwähnt, ist das Multitalent Kürbiskernöl auch in der Kosmetik ein wahres Wundermittel. So kann man es z.B. als wohltuende Handkur anwenden, indem man Sonnenblumen- und Kürbiskernöl etwa zu gleichen Teilen mischt und sanft in die Hände einmassiert. Diese Mixtur sollte dann ca. eine Stunde in die Haut einziehen können, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann.


Autorin: Iris Schiffrer

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