Verhütungsmethoden nach der Schwangerschaft
Frauen, die ihr Kind umgehend nach der Geburt stillen, werden feststellen, dass ihre Periode ausbleibt. Der Umkehrschluss für viele Frauen lautet dann, Stillen schützt vor Schwangerschaft. Ganz ausgeschlossen werden kann dieser Rückschluss nicht, dennoch sollten sich Frauen darauf nicht verlassen. Junge Mütter sollten eine zusätzliche Verhütungsmethode anwenden, um die Schwangerschaftsplanung selbstbestimmt vornehmen zu können.
Keine Periode durch Stillen – Verhütungsschutz?

Frauen, die stillen, haben keine Periode. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei jedem stillen das Hormon Prolaktin ausgeschüttet wird. Das Milchbildungshormon ist ausschlaggebend für die Milchproduktion und sorgt dafür, dass diese weiterhin erfolgt, um die von der Natur vorgesehene Ernährung des Säuglings zu sichern. Die Milchversorgung wird durch das stillen des Kindes angeregt. Hinterlegt ist dieser Reflex im Gehirn. Der Reiz durch das Saugen des Kindes an der Brust sorgt dafür, dass die Milchproduktion weiterhin anhält und nicht reduziert wird. Wird das Stillen gestoppt, sendet das Gehirn die Signale an den Körper und die Milchproduktion wird automatisch beendet. Dieser natürliche Prozess stellt eine ausreichende Milchzuvor sicher, wobei der Bedarf auf die Nachfrage abgestimmt wird. Der weibliche Körper kann sich demnach dem Nahrungsbedarf des Kindes anpassen.

Aufgrund des Hormons Prolaktin wird zugleich die Aktivität der Eierstöcke gehemmt. Dies führt dazu, dass die Periode ausbleibt. Es kann angenommen werden, dass das Ausbleiben der Periode auch zugleich einen Empfängnisschutz bedeutet. Allerdings sollten Frauen sich darauf nicht verlassen. Die Aktivität der Eierstöcke ist zwar gehemmt, jedoch kann nicht von einem zuverlässigen Empfängnisschutz gesprochen werden, da die Gesamtumstände sowie die wechselnden Faktoren Einfluss auf den weiblichen Körper nehmen. Beispielsweise kann das Stillverhalten, wie Dauer und Häufigkeit, Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Frauen, die während dieser Zeit einen Verhütungsschutz möchten, sollten zu vertrauten Verhütungsmitteln greifen. Doch welche Schwangerschaftsverhütung schützt zugleich auch das Kind?

Verhütungsmethoden für Frauen die stillen

Stillen und Verhütung müssen sich nicht unbedingt ausschließen. Im Folgenden werden mögliche Verhütungsmethoden, für Frauen die Stillen, aufgeführt und deren Eignung eingeschätzt.

Neben den grundsätzlichen hormonfreien Verhütungsmethoden, wie beispielsweise mit einem Kondom, können Frauen auch zu ihrer vorherigen hormonellen Verhütungsmethode zurückgreifen. Eines der beliebtesten Verhütungsmethoden ist die Antibabypille. Es gibt Antibabypillen, die speziell für Frauen in der Stillzeit entwickelt wurden. Nicht alle Antibabypillen können während dieser Zeit eingenommen werden. Die Minipille gehört zu den Verhütungsmethoden, die während der Stillzeit eingenommen werden können.

Stillen und Minipille


Nicht jedes Pillenpräparat eignet sich in der Stillzeit. Die Minipille ist ein Hormonpräparat, das während der Stillzeit eine Alternative zur Empfängnisverhütung bietet. Die Minipille enthält lediglich ein Hormon und darf von Frauen während der Stillzeit eingenommen werden. Das Hormon Gestagen nimmt keinen Einfluss auf die Muttermilch und wird somit nicht an den Säugling weitergegeben. Zudem verringert die Minipille auch die Milchproduktion nicht. Nach der Geburt sollten mindestens 6 Wochen zwischen der ersten Einnahme der Minipille liegen. Anschließend kann jedoch von einer hohen Sicherheit der Minipille in der Stillzeit ausgegangen werden.

Zu den Minipillen, die während der Stillzeit in Frage kommen können, zählen unter anderen: Cerazette, Micronovum (Micronor) und Noriday.

Kombinationspillen, die mit zweierlei Hormonen arbeiten, sind für stillende Frauen nicht zu empfehlen. Die darin enthaltenen Östrogene können die Produktion der Muttermilch beeinflussen und zudem die Hormone weiter auf das Kind übertragen.

Stillen und Spirale

Die Spirale ist eine weitere Alternative zur Verhütung nach der Geburt und während der Stillzeit. Sie hat keinen Einfluss auf die Qualität und Quantität der Muttermilch. Beide Alternativen, die Hormon- und die Kupferspirale, können während der Stillzeit ohne Bedenken eingesetzt werden. Wichtig für die Spirale ist, dass sie erst nach ca. 8 Wochen eingesetzt werden kann, da sich die Gebärmutter erst völlig zurück bilden muss. Die Gefahr ist hoch, dass ein früheres Einsetzen zu Komplikationen führt. Die Spirale kann so von der Gebärmutter abgestoßen werden.

Stillen und Vaginalring

Der Vaginalring, wie beispielsweise der NuvaRing, arbeitet mit zwei Hormonen. Er kann mit den Antibabypillen verglichen werden, die ebenfalls auf Östrogen und Gestagen Basis wirken. Aus diesem Grund ist von einer Anwendung, während der Stillzeit, abzuraten. Die Gefahr, die Qualität der Muttermilch zu beeinflussen und Hormone auf das Kind zu übertragen, ist sehr wahrscheinlich.

Stillen und natürliche Verhütungsmethoden


Natürliche Verhütungsmethoden wie beispielsweise Schwangerschaftsverhütung durch Temperaturmessung oder Zykluskalender sind kritisch zu betrachten. Es kann nicht sicher vorhergesagt werden, wann der Körper und somit der Hormonhaushalt der Frau, nach der Geburt, wieder ausgeglichen ist und somit diese Verhütungsmethoden ausreichend Sicherheit bieten. Diese Methoden basieren auf einen regelmäßigen Zyklus und einen ausgeglichenen Hormonhaushalt. Eine zuverlässige Sicherheit kann somit nicht gewährleistet werden, da das Risiko, einer ungeplanten Schwangerschaft zu unterliegen, zu hoch ist.

Weiterführende Informationen:
http://www.meds4all.com/de/antibabypille/
http://www.netdoktor.at/sex/verhuetung/verhuetung-nach-der-geburt-5679
http://www.babyguide.at/artikel/verhuetung-nach-der-geburt.html

AutorIn: A.D., Fotocredit: Kzenon / shutterstock.com
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