Macadamia - Königin der Nüsse
Wohlschmeckend, fein und gleichermaßen teuer – die anspruchsvolle australische Nuss mit zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten.

Macadamia gehört zur Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae) und ist vor allem durch seine Nüsse bekannt. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus Australien. Im Osten des Landes, in den Regenwäldern von Queensland und New South Wales, findet man sieben Arten von Macadamia, auf der indonesischen Insel Sulawesi ist eine weitere Sorte beheimatet. Direkt essbare Nüsse bringen nur die zwei Arten Macadamia tetraphylla (zum Rösten ungeeignet) und Macadamia integrifolia hervor. Diese Arten gelten heute als gefährdet. Mittlerweile zählen andere Länder wie Hawaii, Neuseeland, Israel, Paraguay oder Kenia ebenfalls zu den Anbaugebieten und machen die Macadamia zur einzigen aus Australien stammenden Nahrungspflanze, die in der Größenordnung in den Welthandel gelangte.

Macadamianüsse gelten als die feinsten, wohlschmeckendsten Nüsse und aufgrund des anspruchsvollen Anbaus und der komplizierten Weiterverarbeitung auch als die teuersten Nüsse, weshalb sie auch den Beinamen „Königin der Nüsse“ tragen. Sie schmecken mild, aromatisch und leicht süßlich und enthalten neben einem sehr hohen Fettanteil (75%) an ein- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, auch Vitamin B, Calcium, Eisen und Phosphor. Laut Studien soll sich der Verzehr von Macadamianüssen positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Zurück geschaut

Entdeckt wurde die erste Art Macadamia ternifolia um 1857 durch den Botaniker Ferdinand von Müller und den Leiter des Botanischen Gartens in Brisbane Walter Hill. Benannt wurde die Macadamia nach dem befreundeten Wissenschaftler John MacAdam. Laut Überlieferungen sind den Aboriginies Macadamias bereits seit 3000 Jahren bekannt, die zum einen die sofort essbaren Sorten verwendeten, zum anderen aber auch die bitteren Arten durch Zermahlen und längeres Auslaugen nutzbar machten. „Kindal Kindal“ war der Name der Ureinwohner für die heute beliebte Nuss und war als eiweiß- und fettreiche Nahrungsquelle beliebt.

Vom Baum in den Mund

Heute werden die Pflanzen industriell angebaut und verarbeitet. Macadamias sind hartlaubige und immergrüne Bäume, die intensive Pflege benötigen. Sie wachsen nur in feuchtem, subtropischen Klima und brauchen rund sieben Jahre bis zur ersten lohnenden Ernte. Mit 15 Jahren messen die Bäume rund 12 bis 15 Meter und produzieren bis zu 50 kg ungeschälte Nüsse. Geerntet werden nur die Nüsse, die von selbst auf den Boden fallen. Man lässt sie gut belüftet einige Monate lagern, dann werden sie im Anschluss geschält und nochmals einige Monate gelagert, um den Wassergehalt zu reduzieren. Der ganze Vorgang wird in reiner Handarbeit erledigt, da nur so die Nüsse im Ganzen geerntet werden können und das beliebte Öl nur aus ganzen Nüssen hergestellt werden kann. Die Schale der Macadamia ist sehr dick und nicht einfach zu knacken, weshalb ein eigener Spindelnussknacker zum Öffnen der Nüsse verwendet wird.

Für innen und außen

Macadamias können einfach so geknabbert werden, geröstet oder gesalzen. Mit ihrem angenehmen und buttrigen Aroma eignen sie sich auch hervorragend zum Kochen und Backen und das nussig schmeckende Öl findet gleich mehrfach Verwendung. Mit seinem Hauch von Vanille ist es einzigartig und kann sowohl in Salaten oder in der asiatischen Küche, als auch für Süßspeisen – zum Beispiel für Vanilleeis mit Macadamianussöl – verwendet werden. Weiters findet das Öl aufgrund seines hohen Anteils an Palmitoleinsäure in der Hautpflege und Kosmetik Anwendung. Es zieht schnell ein, macht die Haut glänzend und glättet sie. Zudem enthält das Öl entzündungshemmende Wirkstoffe, die bei besonders empfindlicher, irritierter oder entzündeter Haut helfen können. Weiterverarbeitet findet sich das Öl auch in Seifen, Sonnenschutzmitteln, Lotionen, Shampoos oder Cremes und wird in der Naturkosmetik beispielsweise als Massageöl angeboten.

Autorin: Mag.a Mirjam Bromundt
 

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