Drogen - sie schaden, indem sie Vergnügen bereiten
Drogen werden im Allgemeinen dazu verwendet, um zu beruhigen, aufzuputschen oder der Realität zu entfliehen. Über die Arten von Drogen und deren Wirkung, Abhängigkeit und Folgen des Drogenkonsums werden Sie hier informiert…
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Eine grobe Gliederung von Suchtmitteln, kann zu allererst in legale und illegale Drogen vorgenommen werden. Der legale Status einer Droge sagt nichts für die Unbedenklichkeit aus. Die meisten Gesetze über den Drogenmissbrauch wurden im frühen 20. Jahrhundert erlassen, lange bevor diese Thematik wissenschaftlich untersucht wurde.

Als legale Drogen werden Tabak, Alkohol, Medikamente, aber auch Koffein bezeichnet. Zu den illegalen Drogen zählen Suchtmittel wie Cannabis, Kokain, Heroin, LSD und Amphetamine (Speed, Ecstasy).

Die Klassifizierung in „harte“ und „weiche“ Drogen wird zwar in der Literatur oft vorgenommen, ist jedoch nicht unumstritten. Diese Einteilung sagt nämlich nichts über das Abhängigkeitspotential einer Droge aus. Auch eine eindeutige Zuordnung der verschiedenen Suchtmittel, zu diesen beiden Kategorien ist kaum möglich.
Kokain wird demnach als „harte“ Droge bezeichnet. Durch den Konsum von Kokain entsteht eine eher schwache körperliche, aber eine sehr intensive psychische Abhängigkeit, was die Klassifizierung bedeutend erschwert. Auch so genannte „weiche“ Drogen haben für Personen mit gewissen persönlichen Dispositionen ein hohes Suchtpotential. Von einer Einteilung der Suchtmittel in „hart“ und „weich“ sollte daher eher abgesehen werden.

Die Wirksamkeit von Drogen reicht von sedierend = beruhigend (Opium, Morphium, Heroin), über stimulierend = aufputschend (Koffein, LSD, Amphetamine), bis hin zu bewusstseinsverändernd (Cannabis, Alkohol).

Das Suchtmittelgesetz ist in Österreich, im Vergleich mit anderen EU Ländern relativ streng. Der Besitz, die Weitergabe und der Konsum aller oben genannten illegaler Drogen sind in Österreich gesetzlich untersagt.
Das wohl lockerste Drogengesetz in der EU hat seit dem 1.1.2010 Tschechien. Es wurde vom Justizministerium eine Liste veröffentlicht, in der genau festgehalten ist, wie viel von welcher Substanz Personen für den Eigenbedarf mit sich führen dürfen. 15 Gramm Haschisch oder Marihuana, vier Ecstasy oder fünf LSD Tabletten, ein Gramm Kokain oder eineinhalb Gramm Heroin, dürfen Personen in Tschechien seit erstem Jänner diesen Jahres bei sich haben.

In den, für eine liberale Drogenpolitik bekannten, Niederlanden hingegen dürfen nur bis zu fünf Gramm Marihuana mitgeführt werden. Entgegen der allgemeinen Meinung, ist der Besitz, Anbau und Konsum von Marihuana in den Niederlanden nicht legal. Lediglich der Besitz von geringen Mengen wird strafrechtlich nicht geahndet.

Je nach Art und Beschaffenheit der Drogen, können diese oral, injiziert, inhaliert oder über die Schleimhäute (Nase, Mund, Rektum) zugeführt werden


Arten der Abhängigkeit

Sowohl legale, als auch illegale Drogen lösen beim Konsumenten Abhängigkeit und Toleranzentwicklung aus.

Psychische Abhängigkeit ist geprägt von einem starken, unbezwingbaren Verlangen, eine Substanz zu konsumieren. Ziel ist es, positive Empfindungen herbeizuführen oder unangenehme Empfindungen zu vermeiden. Die psychische Abhängigkeit steht für eine verminderte Kontrolle über den Beginn und das Ende des Substanzmissbrauchs. Der Lebensstil ist stark auf den Suchtmittelkonsum eingeengt. Soziale, berufliche und familiäre Interessen werden stark vernachlässigt und es ist dem Süchtigen, trotz auftretender schädlicher Folgen nicht möglich, den Konsum zu unterbrechen.

Physische (körperliche) Abhängigkeit ist ein Anpassungsvorgang des Organismus. Körperliche Abhängigkeit ist erkennbar, durch intensive körperliche Beschwerden in Phasen der Abstinenz. Dies wird als akutes Entzugssyndrom bezeichnet. Der Entzug kann durch Wiedereinnahme der Substanz beendet werden.

Bei der sozialen Abhängigkeit haben Gebrauchsrituale, Beziehungen und der Status in der Drogenszene eine große Bedeutung. Auch Gruppenzwang unter Jugendlichen spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Die pharmakologische Toleranz von Suchtmitteln steht für die Gewöhnung an die Substanz. Mit länger werdender Dauer des Konsums werden immer größere Mengen benötigt, um den bereits bekannten Effekt zu erreichen. Diese Toleranzentwicklung kann von Person zu Person variieren.


Die drei am häufigsten missbrauchten Drogen

Tabak
Beim Rauchen einer Zigarette werden Nikotin (wichtigster psychoaktiver Bestandteil des Tabaks) und 4000 weitere chemische Substanzen, die als Teer bezeichnet werden, über die Lunge absorbiert. Tabak ist jedes Jahr für über 3 Millionen Todesfälle weltweit verantwortlich.
Neben einer starken Toleranzentwicklung, sind die Auswirkungen des Zigarettenkonsums von Mensch zu Mensch verschieden. Raucher beschreiben sich nach dem Konsum von Zigaretten überwiegend entspannter, aufmerksamer und weniger hungrig.

Erste Anzeichen eines Rauchersyndroms sind Brustschmerzen, erschwerte Atmung, Keuchen, Husten und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege.
Das erhöhte Risiko an Lungenkrebs zu erkranken ist allseits bekannt. Rauchen kann das Risiko für Krebs im Kehlkopf-, Mund-, Speiseröhren-, Blasen-, Nieren- und Magenbereichs erhöhen.

Alkohol
Alkohol gilt als Sedativum (Beruhigungsmittel), das dämpft, enthemmt und stimuliert. In mäßigen Dosen ruft Alkohol unterschiedliche kognitive, verbale und motorische Beeinträchtigungen hervor. In Folge von intensivem Alkoholkonsum treten Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erinnerungslücken und Zittern auf.
Chronischer, intensiver Alkoholkonsum kann zu Verwirrtheit, Desorientierung und starkem intellektuellem Abbau führen.

Marihuana (Cannabis)
Unter Marihuana versteht man die getrockneten Blätter und Blüten von Cannabis sativa, der Hanfpflanze. Üblicherweise werden die Blätter in einem Joint oder einer Pfeife geraucht. Marihuana kann aber auch oral zugeführt werden, wenn es zuvor in ein ölreiches Substrat eingebacken wird. So wird die Absorption aus dem Magen-Darm-Trakt gefördert.

Die Wirkung von Marihuana ist hauptsächlich auf den Bestandteil THC zurückzuführen. Niedrige Dosen führen zu Entspannungsgefühlen und Gleichgültigkeit. In größeren Mengen konsumiert kann es zu Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Sprache, einem Gefühl von Unwirklichkeit, sensorischen Verzerrungen und motorischen Beeinträchtigungen kommen.


Autorin: Sandra Ehold
 

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