Wie gut hört Ihr Kind? - Hören und Sprechenlernen bei Kleinkindern
Da es bei keinen obligatorischen objektiven Hörtest für Neugeborene gibt, werden Hörminderungen oft erst spät entdeckt. So wird eine angeborene Hörminderung im Durchschnitt erst vermutet, wenn das Kind bereits anderthalb Jahre alt ist.
Wie gut hört Ihr Kind? - Hören und Sprechenlernen bei Kleinkindern
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Eltern sollten daher bereits im Äsuglingsalter darauf achten, wie sich Ihr Nachwuchs verhält. Bei plötzlichen lauten Geräuschen erschrecken Kinder, die normal hören, während der Zuspruch der Eltern beruhigend wirkt. Das stimmhafte Lachen und Brabbeln der Babys sollte im 6. bis 7. Lebensmonat in zweisilbige Äußerungen “Mam-mam”, “Ba-ba” übergehen. Die Kinder sollten auch dann auf eine Stimme reagieren, wenn sie den Sprecher nicht sehen. Beim geringsten Zweifel an der Hörfähigkeit des Kindes sollte der Arzt aufgesucht werden, damit eine professionelle Überprüfung des Gehörs in die Wege geleitet wird.

Hören und Sprechenlernen bei Kleinkindern

1-2 Monate 3-4 Monate 6-10 Monate 10-12 Monate 12-24 Monate
... wacht durch plötzliche Geräusche auf ... bewegt die Augen und dreht den Kopf auf akustische Reize, ... sucht Schallquellen, horcht auf Musik, reagiert auf eigenen Namen ... findet entfernte und hinter ihm liegende Schallquellen ... reagiert auf geflüsterte Anweisungen und auf Rufe aus dem Nachbarraum
... erzeugt Geräusche wie Lachen, Gurgeln, Gurren ... brabbelt in verschiedenen Tonhöhen ... ahmt erste zweisilbige Wörter nach, produziert modulierte Töne ... imitiert einfache Klänge, Wörter, Vokale, Konsonanten, Geplapper ... spricht erste Wörter, versucht vorgesagte Wörter zu wiederholen
... lässt sich durch die Stimme der Bezugspersonen beruhigen ... reagiert auf die Stimme der Bezugspersonen ... entwickelt Verständnis häufig benutzter Wörter (z. B. nein) ... zeigt Gegenstände oder Personen auf Aufforderung ... befolgt einfache Anweisung ohne optischen Hinweis; wippt im Rhythmus von Musik


Doch auch wenn ein Kind gut Muttertags-Gewinnspiel: Jetzt iPod, Handy, Parfum und vieles mehr gewinnen! können die Kleinen im Lauf ihrer Kindheit einen bleibenden Hörschaden bekommen. Ursachen können beispielsweise Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten oder eine Hirnhautentzündung sein. Jede bakterielle Infektion des Mittelohrs kann auf das Innenohr übergreifen und sogar zur Ertaubung des Ohres führen. Auch einige Antibiotika oder Ohrverletzungen können das Gehör bleibend schädigen. Bei Kindern, die häufig Mittelohrentzündungen haben, sollte man darauf achten, ob das Gehör sich nach der vorübergehenden Minderung wieder normalisiert.

Wenn sich der Verdacht auf eine Hörminderung bestätigt, sollten nach medizinischer Abklärung umgehend Hörsysteme angepasst werden. Bei angeborener Hörminderung sollte dies möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate sein, in anderen Fällen, sobald das Hörproblem erkannt wurde. Denn diese Kinder sind auf eine optimale Versorgung mit Hörsystemen angewiesen. Die kindlichen Hörbahnen brauchen in den ersten Lebensjahren akustische Reize, um weiter reifen zu können. “In diesen sensiblen Phasen muss das Kind Hörerfahrungen sammeln können”, so Prof. Annerose Keilmann von der Klinik für Kommunikationsstörungen in Mainz. “Jedes Kind bedarf eines ausreichenden akustischen Angebots, um eine möglichst normale Entwicklung durchlaufen zu können.”Fast jede Hörminderung lässt sich mit modernen Hörsystemen versorgen. Die fachkundige Anpassung und Betreuung übernehmen eigens dafür qualifizierte Hörgeräte-Akustiker. Bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit kann meist ein Cochlear Implantat helfen. Dieses künstliche Innenohr kann schon innerhalb des ersten Lebensjahres eingesetzt werden. Natürlich sollte auch bei Kindergarten- und Schulkindern darauf geachtet werden, ob sie gut hören. Nur selten ist ein Hörproblem so gravierend, dass es den Eltern sofort auffällt. Drei bis vier Prozent aller Kinder leiden an einer leichtgradigen Hörminderung, die in der Schule zu Verständnis- und Konzentrationsproblemen führen kann. Ein Hörtest schafft Klarheit.

Quelle: FGH
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