Kürbiskernöl - seit jeher beliebt
In unseren Breitengraden gilt Kürbiskernöl als Delikatesse. Das wertvolle Öl lässt aber nicht nur die Gaumenfreuden von Gourmets erwachen, sondern kann auch mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen punkten. Hier erfahren Sie mehr über das beliebte ‚grüne Gold’.

Allgemeines

Die Brauchbarkeit von Kürbiskernen war bereits im 18. Jahrhundert bekannt. Damals diente es zur Verfeinerung von Speisen und machte sich in der Medizin – für die Erzeugung und Herstellung von Salben – nützlich. Nach Erzählungen nach war das Öl auch zu militärischen Zwecken verwendbar, und zwar als Wagenschmiere.
Die Herstellung von Kürbiskernöl war vor dem ersten Weltkrieg Arbeit der Bauern. Das durch ‚Pressbäumen“ erzeugte Öl war ausschließlich für die Selbstversorgung gedacht. Infolge der Industrialisierung wurde das Kürbiskernöl zur Handelsware. Zu diesem Zwecke entstanden auch erste hydraulische Ölpressen.

Qualität macht den Unterschied

Auch heutzutage erfreut sich das Kürbiskernöl noch großer Beliebtheit. Das Öl wird zu unterschiedlichen Preisen und in verschiedener Qualität auf nationaler und internationaler Ebene verkauft. Das qualitativ hochwertigste Öl wird aus den Kernen des steirischen Ölkürbisses gewonnen. Lediglich diese Art enthält schalenlose Kürbiskerne. Es ist das einzige Öl das mit der Bezeichnung „100 % reines Kürbiskernöl“ verkauft werden darf. Kürbiskernöl mit geringerer Qualität und zu niedrigeren Preisen wird oft verdünnt oder mit anderen Zusätzen verschnitten. Oder aber das Öl aus anderen Kürbiskernen wird beigemengt. Diese Öle unterscheiden sich auch deutlich im Geschmack vom 100 %-igen Kürbiskernöl.

Die Herstellung von Kürbiskernöl

Um aus den Kernen wertvolles Öl gewinnen zu können müssen diese vorerst gereinigt und sortiert werden. Danach werden die Kerne getrocknet bis der Wassergehalt auf ein Minimum reduziert wird. Hierbei muss sehr darauf geachtet werden die Kerne nicht zu verletzten, da sonst Qualitätseinbußen die Folge sind. Schließlich werden die Kerne noch gemahlen und geröstet, um die Haltbarkeit zu verlängern und um dem Öl sein einzigartiges Aroma zu verleihen. Denn der Geschmack und nie Note des Öls hängt zu großen Teilen von der Temperatur und Länge der Röstung ab. In einem letzten Schritt gilt es diese Masse zu pressen. (mit einer Ölpresse) Das fertige und gepresste Kürbiskernöl fließt dann ab.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Kürbiskerne enthalten wichtige und wertvolle Nährstoffe.

Spurenelemente und Mineralien:
Kupfer, Mangan, Selen, Zink, Kalium, Phosphor, Magnesium, Kalzium, Eisen

Vitamine:
E, B1, B2, B6, C, A, D

Nährwert:
100 g Kürbiskerne: ca. 600 kcal

Sonstige Nährstoffe:
- Wasser: 5 %
- Eiweiß: 30 %
- Fett: 50 %
- Rübenzucker: 0,5 %
- Stärke: 10,5 %
- Rohrfaser: 4 %
- Mineralstoffe: 5 %

Gesundheit

Allgemein bekannt ist, dass sich der regelmäßige Verzehr von Kürbiskernen positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Die Kerne sollen auch vorbeugend gegen Krebs wirken. Zudem stärken sie die Blasenmuskulatur der Frau. Auch bei Männern ist der Genuss mit Vorteilen verbunden. Zum einen beugen sie Prostatabeschwerden vor, zum anderen haben die Kerne den Ruf die Potenz zu steigern.

Kochen

Kürbiskerne und Kürbiskernöl eignen sich hervorragend zur Verfeinerung von Salaten, Suppen und Hauptgerichten. Lassen Sie der Kreativität freien Lauf.

Rezept: Kürbiskernölaufstrich

Zutaten für ca. 20 Personen
- 40 ml steirisches Kürbiskernöl
- 2 EL geriebene Kürbiskerne
- 250 g Topfen
- 250 g Hüttenkäse
- 100 g Kräuterbojar
- 40 g Kräutergervais

Alle Zutaten vermengen und beliebig würzen. Damit das Aroma des Öls und der Kerne sich entfalten kann wird der Aufstrich am Besten mit Salz, Pfeffer und etwas Knoblauch verfeinert. Der Aufstrich schmeckt nicht nur auf herzhaftem Brot köstlich, er kann auch als Dipp genossen werden. Zu dieser Variante unbedingt rohes Gemüse als ‚Sticks’ servieren. Schmeckt köstlich!


Autorin: Kerstin Kulovits (Bakk. Phil.)

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