Hautaufhellung - noble Blässe
Helle Haut galt lange Zeit als Zeichen von Prestige und Reichtum. Auch heute ist dieses Klischee häufig nicht zu brechen. In Asiatischen und Afrikanischen Ländern werden Bleichmittel häufig zur großflächigen Aufhellung von Gesicht und Armen verwendet. Aber auch zum Ausbessern von Leberflecken, Pickelmalen oder anderen Makeln werden bleichende Stoffe eingesetzt.
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In früheren Zeiten waren es nur die Reichen, die es nicht nötig hatten auf den Feldern zu arbeiten, und ihre Haut der Sonne auszusetzen. So galten Menschen mit heller, blasser Haut lange Zeit als adelig, vornehm und reich. Die noble Blässe galt als Schönheitsideal. Auch heute werden Menschen mit dunkler Haut oft benachteiligt oder als minderwertig betrachtet. Eine ganze Reihe von Vorurteilen über Menschen mit dunklen Hauttönen, macht den betroffenen das Leben schwer. Kein Wunder, dass viele deshalb versuchen ihre Haut, mit Hilfe von Bleichmitteln aufzuhellen.

Entscheidend für die Hautfarbe ist der Melanin-Gehalt der Haut. Dieser ist genetisch bedingt und dient zum Schutz der Haut vor übermäßiger UV-Strahlung. Menschen, die in ihrem Lebensraum starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, weisen evolutionsbedingt eine höhere Melaninaktivität auf, als Menschen aus nördlichen Gegenden.
Das Enzym Tyrosinase steuert die Aktivität der Melanin Zellen. Aus diesem Grund sind viele der bleichenden Mittel so genannte Tyrosinase-Hemmer.

Des Weiteren werden kortisonhaltige Salben, die eigentlich zur Bekämpfung von Hautkrankheiten dienen sollten, dazu verwendet, um die Haut dauerhaft aufzuhellen. Der bleichende Effekt ist eine Nebenwirkung des Kortisons, der von vielen Menschen missbräuchlich genutzt wird.

Akribisches Meiden der Sonne und die Verwendung von Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sind für eine erwünschte Hellhäutigkeit unabdingbar.

Hautaufhellung in Afrika und Asien
Im Afrikanischen und Asiatischen Raum werden hiefür häufig Quecksilber, Kortison oder andere bleichende Chemikalien verwendet. Diese werden in Form von Cremes, Lotionen oder Peelings angeboten. Die hochgiftigen Stoffe hellen die Haut zwar effektiv auf, können aber schwere körperliche Schäden zur Folge haben.

Menschen mit dunkler Haut versprechen sich dadurch ein besseres Leben. Ihre Chancen am Arbeits- und Heiratsmarkt und ihre Integration in die Gesellschaft sollen sich durch die Aufhellung verbessern.

Hautaufhellung in Europa
Unter hellhäutigen Menschen wird eine Aufhellung der Haut meist zu kosmetischen Zwecken durchgeführt. Pigmentflecken, Aknenarben, Leberflecken oder sonstige dunkle Veränderungen der Haut, können auf viele unterschiedliche Arten ausgebleicht werden.

Neben Peelings und Cremes kommen im Rahmen der kosmetischen Hautaufhellung auch abdeckende Cremes zum Einsatz. So genannte Concealer und Abdeckcremes sind hautfreundlicher und schonender, in ihrer Wirkung jedoch nicht so intensiv wie medizinische Behandlungen. Ein gravierender Nachteil von medizinischer Aufhellung von Hautstellen ist jedoch, dass dadurch die Melaninbildung der Haut unterdrückt wird. Aus diesem Grund werden die behandelten Areale weitaus sensibler gegenüber der gefährlichen UV-Strahlung und deren Auswirkungen. Die aufgehellte Haut ist demnach einem stark erhöhten Hautkrebsrisiko ausgesetzt.

Michael Jackson – aus schwarz mach weiß
Der wohl bekannteste Mythos rund um das Thema Hautaufhellung ist die Poplegende Michael Jackson. Er selbst gab an, an der seltenen Hautkrankheit Vitiligo zu leiden, die durch weiße, pigmentfreie Haut gekennzeichnet ist. Charakteristisch für diese Krankheit ist jedoch, dass sich die pigmentfreien Stellen, nur auf kleine Bereiche des Körpers beschränken. Warum sich Jacksons Haut im Laufe der Zeit von dunkel auf hell verändert hat, wird jedoch wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.

Im Allgemeinen sei gesagt, dass jede Art der Hautaufhellung mit einem Dermatologen abgeklärt werden muss. Nur ein Fachmann kann entscheiden ob und auf welchem Weg ein Bleichen der Haut möglich ist!
 


Autorin: Sandra Ehold

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