Sinnvolle Ernährungstherapie bei Diabetes Mellitus - die Krankheit in Schach halten
Wer an Diabetes denkt, hat auch immer im Hinterkopf, dass das doch etwas mit Ernährung und Ernährungsverboten zu tun hat. Das ist nicht ganz unrichtig: Übergewicht und falsche einseitige Ernährung begünstigen das Krankheitsbild der Diabetes durch einen negativen Einfluss auf den Blutglukosespiegel.

Neben einer intensiven Bewegungstherapie spielt die richtige Ernährung bei dieser Stoffwechselerkrankung eine ganz zentrale Rolle.

Der erste und auch wichtigste Schritt zur Behandlung der Diabetes Mellitus ist die Ernährungstherapie. Bei Typ 2 Diabetes ist zu Beginn der Erkrankung eine Nahrungsdiät oft der einzige Behandlungsweg und reicht zumeist sogar vollkommen aus. Aber auch für jene, die an Typ 1 Diabetes erkrankt sind, spielt eine Ernährungsdiät eine wichtige Rolle in der Therapierung der Krankheit, vor allem zur „Gesundheitserhaltung“.

Was muss eine Nahrungsdiät können?

Für etwa 40 % aller Patienten ist eine gute Ernährungstherapie oft der einzig sinnvolle und auch einzig notwendige Weg.
Das erste Ziel der Ernährungstherapie ist es, eine bedarfsgerechte Zufuhr aller Nährstoffe zu gewährleisten, entsprechend Alter und Konstitutuion des Patienten. Verwendung in solchen Diäten finden jene Nahrungsmittel, die ganz allgemein Jedermann/-frau empfohlen oder nahegelegt werden können, das heißt, erlaubt ist alles, was auch dem gesunden Menschen zur Erhaltung der Gesundheit dienlich ist. Diese ernährungstherapeutischen Diäten sind also ebenso für die ständige Nahrungszufuhr von Menschen geeignet, die nicht an dieser Stoffwechselkrankheit leiden! Diabetiker essen daher nichts Besonderes, sie essen bewusster und vermeiden gezielt jene Dinge, die den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen können.

Streng genommen

Eine Diabetesdiät muss umsichtig und konsequent ausgeführt werden. Dazu gehört nicht nur die richtige Zusammensetzung des Speisezettels, sondern auch die nötige Regelmäßigkeit und Disziplin. Diabetiker essen sechs bis sieben kleinere Mahlzeiten pro Tag, das ist wichtig, um eine ständige Nährstoffzufuhr zu gewährleisten und den Blutglukose-Spiegel im Gleichgewicht zu halten.

Wie setzt sich eine Diabetesdiät zusammen?

Die ideale Kombination an Nährstoffen setzt sich zusammen wie folgt:

55–60 % Kohlenhydrate
maximal 30 % Fett
etwa 15 % Proteine

Das klingt erst einmal einfach, ein Patient wird aber eine ausführliche ernährungsdiätische Beratung und Einschulung brauchen, bis ihm die richtige Handhabung geläufig ist und er allein aus diesen Zahlen ein Bewusstsein für die Zusammenstellung seiner Mahlzeiten entwickelt. Denn nicht jeder weiß, woraus sich welches Lebensmittel zusammensetzt.
Die Kombination dieser drei Nährstoffgruppen in den oben angeführten Mengen ist deshalb so wichtig, weil diese Zusammensetzung  verhindert, dass Kohlenhydrate zu schnell absorbiert werden. Der Blutglukose-Spiegel steigt auf diese Weise auch weniger rasch an.

Zucker oder Süßstoff?

Diabetes Mellitus ist auch unter dem Namen Zuckerkrankheit bekannt. Die weit verbreitete Meinung, eine übermäßige Zufuhr an Zucker löse die erworbene Diabetes aus, konnte in den letzten Jahren schlüssig widerlegt werden. Es zeigte sich in zahlreichen Studien, dass Zucker keinen Effekt auf die Erkrankung oder ein Erkrankungsrisiko hat. Somit kann auch unmittelbar die Sinnhaftigkeit der Verwendung von Süßungsmitteln und Zuckeraustauschstoffen in Frage gestellt werden, die mittlerweile sogar kritisch zu betrachten sind, besonders in Hinweis auf mögliche krebserregende Wirkungen.

Beispiele für kleine diätisch sinnvolle Mahlzeiten für Diabetiker

Pro Tag gilt es, etwa 16 Kohlenhydrate (KH)-Portionen im Ausmaß von 1800 kcal zu sich zu nehmen; wobei eine KH-Einheit aus 10-12 g Kohlenhydraten besteht. Das heißt, eine KH-Portion entspricht in etwa einer dünnen Scheibe Roggenvollkornbrot.

*Frühstück:

Müsli: 3 KH-Portionen, etwa 300kcal
3EL grobe Haferflocken,
7 Haselnüsse, 1 kleiner Apfel,
1 kleiner Becher Naturjoghurt 1,5 % Fett

*Zwischenmahlzeit:

Obst: 2 KH-Portionen, 100kcal
Banane
oder:
Tomaten mit Mozarella & Brot: 3KH-Portionen, 400 kcal
2 große Tomaten, ½ Kugel Mozarella,
Basilikum, Gewürze,
1 TL Olivenöl (5 g),
1 ½ Scheiben Mehrkornbrot

*Spätmahlzeit:

Milch& Cornflakes: 2 KH-Portionen, 200 kcal
2 Tassen Milch 1,5 % Fett
3 EL Cornflakes


Autorin: Julia Stern*

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