Gebärmutterkrebs - Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen!
Bei den gynäkologischen Krebserkrankungen treten neben Brustkrebs der Gebärmutterhalskrebs und der Gebärmutterschleimhautkrebs am häufigsten bei Frauen auf.

Bei Gebärmutterkrebs (Uteruskarzinom) unterscheidet man zwischen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom).

Bei Screeningmethoden wie dem PAP-Abstrich, der bei der Vorsorgeuntersuchung vom Gynäkologen durchgeführt wird, wird man auf eine Gewebsveränderung in der Gebärmutter aufmerksam. Durch die Analyse des Abstriches wird geklärt, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt und in welchem Stadium sich dieser befindet. Durch die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung erkennt man Gebärmutterhalskrebs schon in einem frühen Stadium und hat daher gute Heilungschancen.

 

Mögliche Ursachen für die Entstehung dieser Krebserkrankung sind v.a. ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern, schlechte Hygiene und eine Infektion mit „Humanen Papillomaviren“ (HPV).

Die HPV-Infektion zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Meist treten keine Beschwerden auf und sie heilt bei den meisten Betroffenen wieder aus. Die „Humanen Papillomaviren“ 6 und 11 werden in die Gruppe mit geringem Risiko eingeteilt, die Viren-Typen 16, 18, 31, 33 und 45 zeigen hohes Risiko und sind bei Gebärmutterhalskrebs nachweisbar. Seit letztem Jahr wird die HPV-Impfung als Prävention für Gebärmutterhalskrebs angeboten. Idealerweise sollte die Impfung vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen, aber auch Frauen mit 16 bis 26 Jahren können diese wahrnehmen. Doch die Impfung wird durch einige Vorfälle von vielen als kritisch angesehen.

Bei entwickeltem Gebärmutterhalskrebs treten Symptome wie Blutungen nach der Menopause oder zyklusunabhängig, Schmerzen im Unterleib und blutig-wässriger Ausfluss auf.

Gebärmutterschleimhautkrebs

Bei dieser Krebserkrankung gibt es einen östrogenabhängigen und einen östrogenunabhängigen Typ.
Risikofaktoren sind u.a. langjährige hormonelle Einflüsse, Übergewicht (Adipositas), Kinderlosigkeit, frühes Auftreten der Regelblutung in der Pubertät und späte Menopause, sowie lange Zyklen ohne Eisprung. Möglicherweise steigert die Gabe von Östrogenen gegen menopausale Beschwerden das Risiko, an Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken. Die auftretenden Symptome wie eitriger Ausfluss und Unterbauchschmerzen sind ähnlich wie bei Gebärmutterhalskrebs.

Therapiemöglichkeiten

Bei Gebärmutterhalskrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs werden wie bei anderen Krebserkrankungen die Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormontherapie und operative Eingriffe durchgeführt.

Bei der Strahlentherapie werden zwei Gruppen von Strahlen, die elektromagnetische Strahlung und die Teilchenstrahlung, angewandt. Ziel ist es, die Zellkerne und somit die DNA der Tumorzellen zu schädigen, die dadurch absterben. Gesunde Zellen sind davon leider auch betroffen, jedoch sterben mehr bösartige als normale Zellen ab, da diese über natürliche Reparaturmechanismen verfügen.

Die Chemotherapie umfasst eine medikamentöse Behandlung mit verschiedenen chemischen Substanzen, die so genannten „Zytostatika“, die den Zelltod von Tumorzellen herbeiführen. Bei den gesunden Zellen werden vor allem sehr teilungsaktive Zellen wie Haarzellen, Schleimhautzellen und weiße Blutkörperchen zerstört. Haarausfall, Schleimhautentzündungen und ein geschwächtes Immunsystem mit einem erhöhten Risiko für Infektionen sind die Folgen.

Bei operativen Eingriffen werden je nach Stadium und je nach Ausbreitung des Tumors ein Teil oder die gesamte Gebärmutter und das Beckenbindegewebe entfernt. Heute erfolgt eine individuelle Auswahl der Therapie, das heißt, es wird das Alter der Patientin und die abgeschlossene oder nicht abgeschlossene Familienplanung berücksichtigt.

Prävention

Durch die Familienanamnese kann ein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung erkannt werden. Doch nicht zwangsläufig führt dies zur Entwicklung des Krankheitsbildes. Man kann durch präventive Maßnahmen der Krebsentstehung entgegenwirken.

Allgemein wird ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung („5x am Tag Obst & Gemüse“), regelmäßiger Bewegung, nicht zu viel Alkoholkonsum und ohne Rauchen als risikosenkend angesehen.

EIne spezifische Prävention gegenüber Gebärmutterhalskrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs stellen die 1-2-mal jährlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen, die Verwendung von Kondomen und die HPV-Impfung dar.

Alle Frauen sollten jedenfalls die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, da durch diese Kontrolluntersuchungen die Zahl der Krebspatientinnen deutlich gesunken ist!


Autorin: Sandra Haindl

Kommentare