Myom - gutartige Gebärmutterwucherung
Myome sind meist harmlose Zellwucherungen im weiblichen Uterus, die rund jede vierte Frau betreffen. Die genaue Ursache ist nicht bekannt, dennoch gibt es wirksame Therapiemöglichkeiten

Was ist ein Myom?

Myome sind gutartige, meist runde Muskeltumore, die in der Gebärmutter (Myometrium) vorkommen, in der Regel nicht lebensgefährlich sind, aber die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil erheblich beeinträchtigen. Der häufigste gutartige Gebärmuttertumor ist das Leiomyom, das aus glatten Muskelfasern besteht. Des weiteren werden Fibro-, Adeno- und Rhabdomyom unterschieden, die jeweils Wucherungen anderer Gewebezellen wie beispielsweise von Skelett oder Drüsen miteinbeziehen. Auch je nach Lage im Uterus werden Myome in unterschiedliche Gruppen zusammengefasst.

Myome können zwar als einzelne Knoten (solitäre Myome) vorkommen, treten aber meist in größerer Zahl im Uterus auf und können je nach Lage und Größe (manche werden bis zu 20 Zentimeter groß) unterschiedlich schwere Beschwerden verursachen. Verstärkte bzw. verlängerte Regelblutungen, Zwischenblutungen, Schmerzen und ein Druckgefühl im Unterleib sind erste Symptome. Durch die Größe der Tumore kann es zudem zu Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, beim Geschlechtsverkehr oder durch den Druck auf Nervenenden zu Schmerzen in Beinen und Kreuz kommen. Weiters können Blutarmut und Probleme bei der Schwangerschaft (frühzeitige Wehen, Komplikationen beim Einnisten des Embryos,...) auftreten.

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen und entstehen meist zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr. 25 Prozent der Frauen über 30 leiden an einem Uterusmyom, wobei lediglich bei rund einem Viertel wirklich Beschwerden auftreten. Die bösartige Form des Myoms ist das Myosarkom.

Ursachen

Myome entwickeln sich meist aus einer unreifen Muskelzelle in der Nähe eines Blutgefäßes und wachsen schneller als die restlichen Zellen rundherum. Was aber genau Myome auslöst und warum sich in der Gebärmutter Wucherungen bilden, ist nicht geklärt. Angenommen wird allerdings eine erbliche Veranlagung und Beobachtungen ergeben, dass Östrogen das Wachsen der Tumore stimuliert: Junge Mädchen vor der Pubertät haben noch keine Myome und in der Menopause entstehen keine neuen mehr bzw. bilden sich bereits bestehende zurück. Weiters werden unterschiedliche Häufigkeiten bei verschiedenen Kulturen festgestellt. So leiden afrikanische und westindische Frauen beispielsweise häufiger an Myomen als europäische.

Diagnostiziert wird ein Myom durch eine nach ausreichender Anamnese durchgeführte Tastuntersuchung, bei der allerdings kleine Wucherungen unentdeckt bleiben. Gewissheit erhält die Patientin durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Gebärmutter- bzw. Bauchspiegelung.

Therapie

Myome bedürfen normalerweise keiner Therapie und entwickeln sich nur äußerst selten zu bösartigen Tumoren. Die Therapie richtet sich deshalb nach den Beschwerden, die von den unterschiedlich großen Wucherungen ausgehen und die Lebensqualität der Betroffenen einschränken. Kleine Myome werden mittels Ultraschall beobachtet, um so früh genug Veränderungen zu erkennen. Zudem kann mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt oder durch eine Hormontherapie eine der Menopause ähnliche Situation hergestellt werden. Die Nebenwirkungen sind jenen der Menopause mit Hitzewallungen oder Osteoporose sehr ähnlich, außerdem können die Wucherungen nach Absetzen der Therapie wieder auf die ursprüngliche Größe anwachsen.

Werden Myome zu groß, müssen diese operativ entfernt werden. Ausgehend vom Alter der Patientin, ihrer Familienplanung und der Größe des Myoms kann zwischen zwei Verfahren gewählt werden. Bei der Hystorektomie wird das Myom gemeinsam mit der gesamten Gebärmutter entfernt, was absolute Sterilität zur Folge hat. Die zweite Variante ist das Ausschälen des Myoms aus der Gebärmutter, das heutzutage schon ohne Bauchschnitt möglich ist.

Zudem gibt es die Möglichkeit, Myome mittels Ultraschallerwärmung oder dem Einspritzen von kleinen Gelatine- oder Plastikpartikeln (Myomverödung) zu kontrollieren und die Patientin so symptomfrei zu halten.

Autorin: Mag.a Mirjam Bromundt

 

Kommentare