Mama - ich hab Pünktle - Feuchtblattern, Schafblattern oder Windpocken
Mama - ich hab Pünktle - Feuchtblattern, Schafblattern oder Windpocken
Es ist soweit. Es hat ihn erwischt. Nachdem im Kindergarten das Schild „Vorsicht – Feuchtblattern könnten auftreten“ schon seit 12 Wochen an der Tür hängt, hat sich mein Sohn jetzt doch noch angesteckt.
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Erst entdeckte ich einen einzelnen Fleck an seinem Hals, dachte jedoch erst einmal an einen fiesen Pickel und suchte die Schuld dafür an der zu wenig ausgeprägten Bereitschaft meines 2,5-Jährigen, sich die Hände richtig zu waschen…

Nun ja, am nächsten Tag – wir sind im Hallenbad, nach dem chaotischen Umziehen endlich im Wasser angelangt. Nach unzähligem Wasserrutschen kommt der Kleine endlich zur Ruhe und kuschelt sich zu mir auf einen Liegstuhl – da entdecke ich sie… nach und nach… aus diesem einen „fiesen Pickel“ ist eine Invasion von roten, flüssigkeitsgefüllten Bläschen geworden, die sich rundum seinen Hals herum sammeln. Mein Blick schweift nach unten und siehe da – auch rund um die Hüfte mehren sich die Bläschen… Also ab – umziehen und zum Arzt!

Dort angekommen dürfen wir in der winzigen „Quarantäne-Kabine“ für ansteckende Krankheiten ausharren, netterweise war eine Scheibe eingelassen, durch die unsere Mitwartenden uns beobachten konnten und umgekehrt wir sie auch. Hatte einen Touch von diesen Katastrophenfilmen aus Hollywood – wenn die Killerviren ausbrechen. Lion wollte eigentlich nur zu den anderen Kindern raus ins Wartezimmer und mitspielen. Was mich vor die undankbare Aufgabe stellte, ihm klar zu machen, dass er die nächsten Wochen wohl keine Kinder zum Spielen sehen darf…

Nun, die Flecken wurden begutachtet, fieserweise hat er sogar welche im Mund und das ist wirklich unangenehm. Die Bläschen rufen so schon einen heftigen Juckreiz hervor und trotz Tröpfchen zum Einnehmen und Lotion zum Auftragen kratzt sich mein Sohnemann nun an allen erdenklichen Stellen. Zu Hause angekommen spielen wir erstmal das ganze Sortiment an Memory und Puzzle durch, doch wir sind es beide nicht gewohnt, den ganzen Tag zu Hause zu sein. Irgendwie war ich immer stolz darauf, dass wir ganzjährig - sogar bei Regen und Schnee – jeden Tag draußen im Park waren. Nun – das hab ich jetzt davon. Wir haben nie gelernt, uns den lieben langen Tag ausschließlich zu Hause zu beschäftigen.

Ich sollte am nächsten Tag noch oft an den vorangegangenen Tag denken – denn das, was jetzt kam ließ alles Vorangegangene verblassen. Vorab gesagt: mein Kind weint eigentlich nie. Ist sehr groß und stark für sein Alter und deswegen einfach hart im Nehmen, auch wenn er sich mal kräftig anhaut… Aber nun war sein Wille gebrochen. Als wir nach einer unruhigen Nacht aufstehen und zur Begutachtung schreiten, verschlägt es mir die Sprache: er hat ungefähr 250 Bläschen am ganzen Körper – die meisten an Rücken und Bauch, doch auch der Kopf, das Gesicht und auch der Genitalbereich waren sehr befallen. Wir brauchen eine geschlagene halbe Stunde um die ganzen Bläschen per Wattestäbchen mit der Tinktur zu betupfen. Was am Vortag noch lustig war ist jetzt zur Tortur geworden. Der arme Zwerg weint nur noch leise vor sich hin und ich tupfe und tupfe das leider kühle Tonikum auf seine erhitzte Haut. Nicht einmal der Schnuller bringt die gewünschte Milderung, denn dieser reizt die Bläschen im Mund noch mehr. So sitzt er halt da, hält in der einen Hand seine geliebte Kuscheldecke und in der Anderen seinen Schnuller. Mein Mitleid ist unendlich. Wir kuscheln uns zusammen auf die Couch und schauen seine heiß geliebten Barbapapa. Da ist auch die konsequenteste Mutter bereit, über das Fernseh-Tageshöchstpensum hinwegzusehen.

Am Abend bekommt er dann noch richtiges Fieber, nach einer weiteren Betupfungs-Aktion muss er sich noch ein Fieber-Zäpfchen geben lassen – hoffentlich vergisst er diesen Tag bald wieder! Die Nacht war – vermutlich fieberbedingt – recht ruhig, jedoch auch sehr kurz: der Juckreiz lässt ihn nicht mehr schlafen und so starten wir in einen neuerlichen Quarantäne-Tag. Langsam haben wir uns an den Zustand des Zuhause-Herumlungerns gewöhnt – wenn auch widerwillig. Wir verbringen viel Zeit mit Lesen, Puzzeln und Kochen – er darf helfen – so ist er auch von dem unerträglichen Juckreiz abgelenkt. Zwischendurch darf er immer mal eine Viertelstunde fernsehen, so kann ich auch die wichtigsten Dinge im Haushalt erledigen oder auch mal schnell unter die Dusche.

Am nächsten Tag ist Land in Sicht. Die Bläschen sind größtenteils eingetrocknet und es haben sich keine neuen mehr entwickelt. Der Juckreiz geht auch schon etwas zurück. Ich packe mein gebrandmarktes Kind in den Kinderwagen und schiebe ihn quer durch den Park – immer in den abgeschiedensten Gebieten – die Ansteckungsgefahr ist noch immer gegeben und Lions Gesicht sieht auch nicht unbedingt Vertrauen erweckend aus. Aber wir halten es ohne frische Luft einfach nicht mehr aus. So kommen wir nach einem langen Spaziergang nach Hause und spüren beide: es geht wieder aufwärts!

 


Autorin: Mia Hamp
 

Kommentare
dustin567
2013-06-07 16:51:19
was kann ich gegen mein juckreitz bei Windpocken tuhen bin 15 jahre alt und werde diesen Monat noch 16 bitte um schnelle antwort

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