Morbus Paget - kranke Knochen
Morbus Paget - kranke Knochen
Morbus Paget ist eine Krankheit, die unser Skelett betrifft und sich durch Deformierungen der Knochen äußert.

Die lateinische Bezeichnung osteodystrophia deformans klingt kompliziert, deutet aber schon auf die Ausformung der Krankheit hin. Es handelt sich um eine Erkrankung des Skelettsystems, bei der sich die Knochen allmählich deformieren. Durch einen gestörten Stoffwechsel wird erst zuviel Knochengewebe abgebaut, bevor rasch darauf die Knochendichte durch übermäßigen Anbau zunimmt. Die Folge ist eine Deformierung des Knochens und minderwertiges Knochengewebe, welches die Belastbarkeit stark verringert.

Häufig betroffen sind Wirbelsäule, Schädel, Becken und Beine, wobei die Erkrankung auch an mehreren Stellen zugleich auftreten kann. Bekannt ist die Knochenkrankheit auch als Morbus Paget oder Paget-Krankheit , nach dem englischen Arzt James Paget, welcher die Krankheit im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb. Die Erkrankungsrate steigt mit dem Alter und die Statistiken zeigen, dass mehr Männer als Frauen betroffen sind.

Symptome der Krankheit

Das Erkennen der Paget-Krankheit erweist sich meist als schwierig. Viele Patienten leiden anfangs nicht an erkennbaren Beschwerden. Häufig werden Auffälligkeiten nur durch Zufall in einem Röntgenbild entdeckt. Falls doch Schmerzen vorhanden sind, werden sie vielfach fehlgedeutet. Rückenschmerzen oder Gelenksschmerzen können auch rheumatisch bedingt sein. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn also Knochenveränderungen wahrnehmbar werden, sind die Zeichen schon deutlicher.

Die Wirbelsäule verkrümmt sich, der Schädelumfang nimmt zu oder das Bein wird schief. Die unangenehmen Folgen der schlechten Knochensubstanz sind Brüche, die auch bei geringer Belastung entstehen und schwer heilen. Die Deformierungen führen oft zu beträchtlichen Schmerzen, da Nerven eingeklemmt werden. Ingesamt ist die Krankheit tückisch, da sie erst schleichend verläuft und dann plötzlich voll in Erscheinung tritt.

Ursachen der Krankheit

Auch wenn die Krankheit schon seit über hundert Jahren bekannt ist, gibt es bis heute keine gesicherte Aussage über die Ursachen. Neuere Untersuchungen lassen auf eine Virusinfektion schließen, die zumindest Auslöser der Erkrankung sein kann. Einige Tatsachen sind interessant, lassen jedoch ebenso keine eindeutigen Schlüsse zu. So betrifft die Erkrankung hauptsächlich Männer über 40 Jahren und tritt geografisch unterschiedlich auf. Während man in Deutschland, England und Frankreich viele Krankheitsfälle verzeichnet, scheinen skandinavische Länder weniger betroffen zu sein. Ebenso verhält es sich mit Afrika und dem Fernen Osten.

Diagnose im Krankheitsfall

Am eindeutigsten ist die Paget-Krankheit auch schon im Frühstadium am Röntgenbild erkennbar. Die Knochenveränderungen zeigen sich dabei als mosaikartiges Abbild. Weitere Klarheit ergibt eine Knochenszintigrafie, bei der überdurchschnittlich aktive Knochenbereiche erkennbar werden. Im Labor können schließlich freigesetzte Aminosäuren im Urin und erhöhte Werte von alkalischen Phosphatasen im Blut nachgewiesen werden. Allerdings zeigen sich diese Werte nicht in jedem Fall, denn lokal begrenzte Erkrankungen scheinen oft im Labor nicht auf. In einigen Fällen kann die Knochenveränderung bösartig werden und es bildet sich ein Paget-Sarkom. Deswegen wird bei Unklarheiten in der Diagnose als letzte Instanz oft eine Knochenbiopsie durchgeführt.

Behandlung im Krankheitsfall

Grundsätzlich vermindert die Paget-Krankheit die Lebenszeit nicht und moderne Behandlungsmethoden können oft die Behinderungen für den Patienten gering halten. Die medikamentöse Behandlung zielt einerseits darauf ab, das Knochenwachstum einzudämmen und andererseits vorhandene Schmerzen zu lindern. Im Bereich der Schmerzlinderung können Alternativen zu klassischen Heilmethoden in der Homöopathie und TCM liegen. Knochenbrüche oder Gelenkszerstörungen machen im Einzelfall einen chirurgischen Eingriff nötig. Mit modernen Ersatzteilen können sich die Patienten danach wieder gut bewegen.

Mit gezielter Krankengymnastik wird die Entlastung des betroffenen Knochens trainiert. Bei ständigen Rückenschmerzen kann ein Stützapparat zur Entlastung nötig sein. In der Ernährung wird auf eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitamin D und Kalzium geachtet. Im Falle der Erkrankung im Schädelbereich ist bei übermäßigem Druck auf das Gehirn eine neurochirurgische Operation unumgänglich.

Autorin: Claudia Wrumnig

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