Nervenkitzel für die Nase - die Geschichte des Parfums
Schlechte Gerüche verstören, Gute betören. Immer auf der Suche nach einer neuen Ästhetik hat die Menschheit auch das früh erkannt und zu ihrem Vorteil genutzt.

Sinnesfreuden durch „Rauch“

Der Begriff „Parfum“ bedeutet im Grunde nichts anderes als „durch Rauch“. Einst verwendete man Räucherstoffe, um die Aufmerksamkeit fremder Nasen auf sich zu ziehen. Heute versteht man unter Parfums Flüssiggemische aus Alkohol und Riechstoffen. Wir benutzen sie, um unsere Persönlichkeit zu unterstreichen, um Charme und Esprit im buchstäblichen Sinne zu versprühen. Ob lieblich, elegant, frisch oder extravagant: Mit Düften lässt sich vieles ganz ohne Worte ausdrücken. Und was noch wichtiger ist: Mit Wohlgeruch assoziieren wir Gesundheit.

Ein Blick zurück

Der Umgang mit Duftessenzen hat seine Wurzeln in Ägypten und Indien. Wohlgerüche spielten zunächst nur bei der Opfergabe an Götter und bei der Totenbestattung eine Rolle. Eines Tages gingen die Ägypter dazu über, auch den lebendigen Körper zu parfumieren. Die Salben und Balsame dafür herzustellen, blieb jedoch Aufgabe der Priester.

In Indien wurden ebenfalls sehr früh parfumierte Salben verwendet, da das Land sehr reich an Pflanzenrohstoffen war. Das Einlegen von Blumen und Blüten in Öle war folglich nicht ungewöhnlich. Die Düfte nutzte man vor allem für medizinische Zwecke, bei Ritualen, zur Körperreinigung, aber auch für die sexuellen Stimulation.

Im Abendland sollen die Menschen zur selben Zeit angeblich nur Lavendelwasser gekannt haben. Mit den aromatischen Substanzen des Orients wurden sie erst durch die Kreuzzüge vertraut. Venedig wurde schließlich zu einem wichtigen Handelsplatz, über den neue Gewürze und Pflanzen nach Europa kamen. Im 15. Jahrhundert war die Technik des Destillierens endlich so weit ausgereift, dass man ätherische Öle auf den Markt bringen konnte.

Luxussymbol und Desinfektionsmittel

Das erste Laboratorium zur Herstellung von Düften wurde 1580 in der französischen Stadt Grasse eröffnet. Die Wohlgerüche, die man dort komponierte, sollten vor allem zwei Zwecke erfüllen: Ein Symbol für den Wohlstand der Oberschicht sein und den Rest der Gesellschaft vor Krankheit schützen. Wer arm war, sollte nämlich nicht des Geruches wegen zum Duftwasser greifen, sondern damit lediglich die Luft desinfizieren. Und da auch Wasser Keime enthalten konnte, wurde immer häufiger aufs Baden verzichtet. Duftwässer gehörten nun zur täglichen Toilette. Das „Eau de Toilette“ war geboren.

Für Muslime gilt das Gebot des Alkoholverzichts übrigens auch für Parfums. Eine Vielzahl der in islamischen Ländern verkauften Parfums enthält darum keinen Alkohol!


 

GEWINNSPIEL!

Machen Sie mit beim EnjoyLiving-Gewinnspiel und gewinnen Sie einen Sommerduft von ESCADA oder MEXX!

 

Autorin: Mag.a Angelika Stallhofer
 

Kommentare