
Die natürliche Süße ist unübertroffen gepaart mit einer leichten Säure, die aber, im Gegensatz zu anderen Beeren, nie unangenehm ist.
Himbeere, Harnbeere, Honigbeere oder Himpelbeere: Trotz ihres irreführenden Namens zählt die Himbeere botanisch nicht zu den Beeren, sondern ist eine so genannte Sammelsteinfrucht. Das erklärt sich daraus, dass sie nicht aus einer Fruchthülle mit mehreren Kernen im Inneren besteht, sondern aus vielen kleinen, aneinander liegenden Früchtchen, die jeweils nur einen Kern beinhalten. Dass die Himbeere ein Mitglied der Rosengewächse ist, ist nachvollziehbar, wenn man ihr dorniges Gehölz kennt. Ihren Ursprung hat die heutige Himbeere bei der europäischen Waldhimbeere, einer kleinen säuerlichen Frucht, die etwa im vierzehnten Jahrhundert in Klostergärten erstmals kultiviert wurde.
Heilsame Beere
Wer eine Himbeerhecke besitzt, hat die Apotheke praktisch schon im Garten: Die Himbeere ist äußerst vielfältig und reich an Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Ihr werden antibiotische, appetitanregende, entwässernde und abführende Wirkung nachgesagt, sie stimuliert Abwehrmechanismen, unterstützt das Immunsystem und regt den Stoffwechsel an. Ihre Wirkstoffe helfen bei Blasen- und Nierenleiden, Sodbrennen und Verdauungsstörungen.
Neben Provitamin A und Vitamin B enthält sie ein hohes Maß an Vitamin C, welches hilft, das Immunsystem in Schuss zu halten. Der Gehalt an Eisen gilt als bemerkenswert, man spricht der Frucht blutreinigende und blutbildende Effekte zu. Eine Portion von 250g Himbeeren enthält in etwa 100mg Calcium, gemischt mit Naturjoghurt werden die Früchte somit zur absoluten Calciumbombe. Die Säure der Himbeeren besteht vorwiegend aus Zitronensäure, diese beeinflusst den Harnstoffwechsel, wirkt treibend und reinigend. Auch Folsäure, Magnesium und Kalium sind Inhaltsstoffe der Himbeere. Flavonoide schließlich bedingen einen antioxidativen und blutreinigenden Effekt.
Himbeeren sind teuer
Die Früchte müssen wegen ihrer Druckempfindlichkeit per Hand geerntet, locker nebeneinander sorgfältig in Schälchen gelegt und sofort gekühlt werden, andernfalls würden sie zusammenfallen. Himbeeren sind so sensibel, dass sie für Tiefkühlobst einzeln vorgefrostet werden müssen, bevor sie eingefroren werden können. Die gute Nachricht dabei: Auch Himbeeren, die sie im Handel erhalten, sind immer naturbelassen! Durch ihre hohe Empfindlichkeit ist ein Spritzen mit Pestiziden unmöglich, die Beeren wären sofort ruiniert.
Kulinarische Vorzüge Und was empfiehlt sich in punkto Himbeeren kulinarisch? Frisch essen! Wer einen hat, pflückt sich die warmen, sonnenbeschienen Früchtchen direkt vom Strauch und lässt sie gleich in den Mund wandern. Als Dessert bieten sich diverse Variationen von Milchprodukten an, entweder einfach mit Joghurt gelöffelt, zu einer süßen Topfencreme oder heiß zum Vanilleeis. Nicht zu vergessen sind Himbeermilch, Himbeershake, rote Grütze und schließlich: Himbeersirup mit frischem Wasser verdünnt, als idealer Sommerdurstlöscher!
Autorin: Julia Stern *