Wassermelone - Durstlöscher Nr. 1
Fruchtig, leicht süß und vor allem saftig ist das Fleisch der leckeren Wassermelone, die wie wohl kein anderes Gemüse so erfrischend in die Sommermonate passt.

Ja, richtig gelesen. Die Wassermelone (Citrullus lanatus) zählt wie die Gurke oder die Zucchini zu den Kürbisgewächsen und ist trotz ihrer durchschnittlich vier bis 25 kg schweren Frucht botanisch wie Johannis- , Stachel- oder Himbeeren den Beeren zuzuordnen. Im Gegensatz zu vielen Völkern, die die Melone nur ihrer Samen wegen sammelten, sollen die Ägypter schon vor 4.000 Jahren die erfrischende Wirkung der Wassermelone zu schätzen gewusst haben. Heute werden rund 150 verschiedene Sorten angebaut.

Die ursprünglich aus den Steppengebieten Süd- und Zentralafrikas stammende Nutzpflanze wird weltweit in warmen Regionen auf sandigem Boden an heißen, sonnigen und trockenen Standorten angebaut. Bis rund 2.000 vor Christus lassen sich die ersten domestizierten Wassermelonen zurückverfolgen, deren Fruchtfleisch nicht mehr schal und bitter wie das ihrer wilden – Tsamma- oder Zitronenmelone genannten – Vorfahren schmeckte. Die kultivierte 20 bis 60 cm lange Beere ist heute hell- bis dunkelgrün, einfärbig, gestreift oder marmoriert und auch die Farbe des Fruchtfleischs variiert von grün und gelb (Ananas-Wassermelone) über das bekannte Rot bis zu orange oder weiß. Auch die Samen, die im Gegensatz zu anderen Melonen nicht im Kern, sondern über das gesamte Fruchtfleisch verteilt sind, haben je nach Sorte unterschiedliche Farben respektive sind durch Züchtungen mittlerweile ebenso kernlose Varianten auf dem Markt.

Kalorienarmer Durstlöscher

Ihr volles Aroma entfalten Wassermelonen erst nach ausreichend Reifezeit an der Sonne. Das Fleisch hat dann die perfekte Konsistenz mit entsprechender Süße, die sich zur Mitte hin noch konzentriert. Unterschiedliche Reifezeiten in den Anbauländern machen die Wassermelone praktisch das ganze Jahr über verfügbar. Hauptsaison für die Importe ist allerdings von Juni bis September.

Der essbare Teil der Wassermelone besteht zu rund 96 Prozent aus Wasser, einigen wenigen Prozent Kohlenhydraten und zu geringen Anteilen aus Mineralstoffen, Fasern, Proteinen und Fett, was die Frucht zum perfekten Durstlöscher für heiße Tage macht. Und zudem zu einem mit wenig Kalorien: Hat eine Wassermelone doch nur circa 158 kJ bzw. 37 kcal pro 100 Gramm. Am besten schmecken Wassermelonen gekühlt und direkt aus dem Kühlschrank, wobei die Lagertemperatur nicht unter zehn Grad liegen sollte, da das Fleisch sonst an Aroma und Farbe verliert. Im Übrigen sollte die Melone – gut verpackt in Frischhaltefolie – nicht länger als eine Woche aufbewahrt werden.

Heilsame Wirkungen

Auch die chinesische Medizin hat die Wassermelone als „kaltes Nahrungsmittel“ für sich entdeckt. Kalte Nahrungsmittel haben eine kühlende Wirkung auf den Organismus und senken die Temperatur im Körper. Wurzeln, Samen und Blätter werden für verschiedene Behandlungen verwendet.

In der Volksmedizin gelten Wassermelonen als wirksam gegen Nierenleiden, Rheumatismus, Leberentzündungen und Gicht. Ernährungsmedizinisch machen die Antioxidantien Vitamin C und Beta-Carotin sowie sekundären Pflanzenstoffe die Melone so gesund.

Und woran erkennt man nun eine reife und schmackhafte Wassermelone?

1. Auflagefleck: Dieser sollte cremefarben bis gelb sein. Ein Zeichen dafür, dass die Melone während des Reifens nicht gedreht wurde und gründlich ausreifen konnte.

2. Klopftest: unreife Früchte klingen metallisch hell, reife vibrieren und „singen“, überreife klingen hohl

3. Gewicht: Reife Melonen sind schwerer als unreife

4. Blütenenden: Dunkelschalige Wassermelonen sollten um das Blütenende nicht mehr hellgrün sein.

Rezepttipp

Wem die Wassermelone alleine zu fade wird, dem sei folgende Variante ans Herz gelegt: Das pürierte Melonenfleisch einfach mit Joghurt und Milch zu einem feinen Smoothie aufschäumen, nach Wunsch mit Zucker abschmecken und wers so richtig wissen will, dem seien noch ein, zwei Kugeln Eis ans Herz gelegt.

Autorin: Mag.a Mirjam Bromundt

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