Stevia - Süßkraft aus der Natur
Der seit Anfang Dezember 2011 zugelassene Natursüßstoff Stevia wird von der Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen und ist 300-mal süßer als Zucker. Er ist auch für Diabetiker geeignet, da durch den Konsum die Blutzuckerspiegelbilanz nicht beeinflusst wird. Das rein pflanzliche Süßungsmittel hat fast keine Kalorien und wirkt sich somit auch positiv auf den Körper und das Aussehen aus. Der pflanzliche Süßstoff bringt einen weiteren Vorteil mit sich,: durch den Verzehr entsteht kein Karies.
Woher kommt die Pflanze
Die Pflanze Stevia rebaudiana wird in unseren Breitengraden auch Süßkraut, Süßblatt oder Honigkraut genannt und kommt aus Südamerika. Das Gewächs gehört zu den Kornblütlern und ähnelt optisch der Form eines Strauches. Die Urbevölkerung aus Brasilien, Argentinien und Paraguay kennt die Wirkung der Steviablätter schon länger. Zum einen nutzten sie diese als Heilpflanze, andererseits auch zum Süßen von Tee und Speisen.
 
Zulassung in Österreich
Seit Anfang Dezember letzten Jahres dürfen bestimmte Lebensmittel, welchen Stevioglycosiden (Süßstoffe, die aus den Blättern der Pflanze gewonnen werden) beigemengt sind, im Handel verkauft werden. Die Zulassung beschränkt sich auf die in der Pflanze enthaltenen Süßstoffe. Eine Begrenzung der beigefügten Menge ist aber weiterhin vorgeschrieben.
 
Wie schmeckt Stevia?
Da die Stevioglycoside bis zu 300 -mal süßer sind als Zucker, erzeugen diese einen langanhaltenden süßen Geschmack im Mund. Wenn sich die Süße der Blätter im Mund verbreitet, nehmen viele einen lakritzartigen Geschmack wahr. Schlechte Qualität bzw. schlechte Verarbeitung der Blätter sorgt für einen bitteren Nachgeschmack im Mund.
 
Anbau und Pflege von Stevia
Junge Pflanzen bzw. Samen sind im Frühjahr beim Gärtner oder in Fachgeschäften erhältlich.
Bei Selbstanbau ist zu beachten, dass das Süßkraut warme und geschützte Standorte bevorzugt. Ein nährstoffreicher, grobkörniger und feuchter Boden begünstigt ein hervorragendes Wachstum der Pflanze.
Im Sommer fängt die Pflanze an zu blühen. Nach dieser Zeit ist zu empfehlen, die Pflanze etwas zu schneiden, dies begünstigt den Neuantrieb. Die Blätter können schließlich im September geerntet werde.
 
Welche Stevia-Produkte gibt es bereits im Handel?
In Österreich gibt es seit der Zulassung verschiedene Produkte, welche Stevia enthalten. Getränke, Joghurts, Puddings, Trinkmolke und Schokolade sind die ersten Produkte, welche mit Stevia gesüßt werden. In Zukunft wird Stevia auch für die Verwendung von weiteren Lebensmittel angedacht. In diesem Zusammenhang gilt Stevia als Lebensmittelzusatz und muss auf Nahrungsmittel bzw. Getränken immer angegeben werden. Der Zusatz „enthält Stevioclycoside“ oder „E960“ sagt uns, dass im Produkt Steviasüße enthalten ist.
Der natürliche Süßstoff ist auch als reines Süßungsmittel erhältlich, und zwar in flüssiger Form, in Tablettenform und als weißes Pulver.
 
Anwendung
Das flüssige Stevia sowie das weiße Pulver eignen sich hervorragend zum Kochen und Backen. Stevia in Tablettenform wird gern als Süßungsmittel für Kaffee oder Tee verwendet.
Die Blätter versüßen nach einem kurzen Ziehen Getränke, Desserts oder Speisen wie beispielsweise Kompott.
 
Kochrezept: Apfeltiramisu mit Stevia
 
Zutaten:
2 TL Stevia in Pulverform
100 ml Obers
250 g QuimiQ
250 g Topfen
½ Zitrone (inkl. Schale)
2 TL Zimtpulver
250 g Apfelmus
1 Tasse Milch
1 Pkg. Biskotten (40 Stück)
 
Zubereitung:
Vorerst wird der Obers steif geschlagen, anschließend zur Seite stellen. Dann QuimiQ, Topfen, Stevia, Zitrone samt Schale und 1 TL Zimtpulver schaumig rühren. Das Apfelmus hinzugeben und gut durchrühren. Im Anschluss wird die Masse mit dem steif geschlagenen Obers vermengt und für 15 Minuten im Kühlschrank kalt gestellt.
Danach die Milch mit 1 TL Zimt vermengen. Die Hälfte der Biskotten wird kurz in das Gemisch getunkt und in eine eckige Form gelegt. Im Anschluss werden die Biskotten mit der Hälfte der fertigen Creme bestrichen. Der Vorgang wird wiederholt und mit einer Cremeschicht beendet.
Das Tiramisu sollte 4-5 Stunden kalt gestellt werden und kann vor dem Servieren mit Kakao oder Zimt bestreut werden.

AutorIn: Mag. Kerstin Kulovits

Fotocredit: sigrid rossmann / pixelio.de
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