Glückstraining - Wege zum Glück
Glück ist lernbar! Es gibt Wege, die guten Gefühle zu stärken, das Unvermeidliche anzunehmen, sich realistische Ziele zu setzen und Lebensfreude zu gewinnen.
Ein Rezept fürs Glücklich sein?

Gibt es ein Kochrezept für Glück? Ist es wirklich trainierbar, erlernbar? Was ist Glück? Eine rein neurobiologische Reaktion des Gehirns? Ein anderes Wort für Zufriedenheit? Ist Glücklich sein eine Sache des Charakters, der eigenen Einstellungen, der Befriedigung von Erwartungen und Bedürfnissen? Vielleicht hat auch jeder Mensch eine andere Sichtweise von Glück. Es gilt herauszufinden, was einen selber glücklich macht und wie man Glück für sich definiert. Stelle ich mir unter Glück dauerhafte Euphorie, ein immer währendes Frischverliebtheitsgefühl vor, dann ist es vielleicht schwer oder gar nicht zu erreichen. Einem grundsätzlich positiv eingestellten Menschen fällt es sicher leichter, sich glücklich zu fühlen, als einem Pessimisten. Die Macht der Gedanken ist groß und die eigenen Glaubenssätze, die von klein auf in uns entstehen, können unserem Glücksempfinden im Weg stehen, wenn sie auf Angst, Erfolgsdruck und geringem Selbstwert programmiert sind.

Die guten Gefühle stärken

Nicht das Glück selber ist trainierbar, sondern die Einstellung, was Glück für einen selbst bedeutet. Viele glauben, sie wären glücklicher, wenn sie erfolgreicher, schöner, reicher etc. wären und „die große Liebe“ finden würden. Doch zahlreiche Beispiele zeigen, dass Menschen, die genau das erreicht zu haben scheinen, genauso oft glücklich oder unglücklich sind, wie andere. Natürlich hat man es leichter, wenn man keine finanziellen Sorgen hat, aber man empfindet das, zumindest nach einer Zeit, meist als ganz normal und nicht als Glück. Zu erkennen und zu schätzen, was alles positiv im eigenen Leben verläuft, ist ein wichtiger Schritt. Das heißt nicht, dass man alles Unangenehme und Negative negieren soll, aber es macht einen Unterschied, ob ich mehr auf mein Glück oder Unglück konzentriert bin. Dr. Manfred Stelzig, Autor der Bücher „Keine Angst vor dem Glück“ und „Was die Seele glücklich macht“ meint dazu: „Man kann Schicksalsschläge nicht wegzaubern, aber man kann lernen, anders damit umzugehen.“ Es gibt zahlreiche Bücher, Seminare und Einzelcoachings – von ÄrztInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen, GlückstrainerInnen, KabarettistInnen, TheologInnen, PhilosophInnen etc. – die uns bei der Suche nach dem Glück behilflich sein wollen. Ob und welche Methoden für jede/n einzelne/n brauchbar und hilfreich sind, kann man nur durch probieren herausfinden, sogar in der Schule:

Glück macht Schule

Seit dem Unterrichtsjahr 2009/10 gibt es in der Steiermark ein Pilotprojekt, in dem Glück ein Unterrichtsfach an sechs Schulen ist. „Glück macht Schule“ definiert sich als lebenspraktische Orientierungshilfe für SchülerInnen, deren Ziel es ist, das Positive zu verstärken, um damit Stärken zu stärken statt das Negative zu beseitigen. Den jungen Menschen wird gezeigt, dass das Glück eine Gesamtkonstruktion einzelner Glücksbausteine wie Körper, Seele und Gemeinschaft ist, die nur als Einheit wirksam werden; dass Glück erlernbar ist und sich im erfolgreichen Handeln widerspiegelt. Für den steirischen Landesschulratspräsidenten Wolfgang Erlitz ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen klar zu machen, dass das Glück kein Vogerl ist, das einfach so daher fliegt, sondern dass sie es zu einem guten Teil selbst in der Hand haben, wie glücklich sie sind. Der Unterricht wirkt durch emotionale und körperliche Elemente besonders erlebnisorientiert. Den teilnehmenden SchülerInnen und LehrerInnen hat das Glückstraining jedenfalls viel Spaß gemacht. Es wäre schön, wenn „Glück“ bald landesweit zum Lieblingsfach der SchülerInnen werden könnte!

Glückscamps

Das Schweizer Unternehmen „Ella Kensington“ bietet seit den 1990er Jahren Programme im Glückstrainingsbereich an. Das „Ella-Camp“ verbindet einen 2wöchigen Strandurlaub in Spanien mit einem Selbstcoaching-Seminar, in dem Methoden und Übungen des „Positiv Fühlens“ gezeigt werden. Bei „Ella Kensington“ wird von sieben Grundmotiven ausgegangen, die erfüllt werden müssen, damit man überhaupt glücklich sein kann: „Passen (dem „Herdentrieb“ entsprechend Menschen finden, die zu uns passen), Erwünschtsein, Schutz, Überlebenssicherung, Entscheidungsfreiheit, Macht und Sex“, wie im Buch „Die Glückstrainer – Wie man bei sich und anderen die guten Gefühle entstehen lässt“ beschrieben ist. Riese Motive sind in der Realität zwar oft erfüllt, aufgrund eines „Beurteilungsfehlers“ des Großhirns haben wir aber trotzdem das Gefühl, dass etwas fehlt. Das Bewusstwerden, welche Grundmotive oder Wünsche und Ziele man hat und welche davon schon erfüllt sind, ist wiederum ein Schritt in Richtung Glücklicher sein. Die BeraterInnen nach der Methode Ella Kensington versuchen mit ihren KlientInnen statt sich auf Probleme zu konzentrieren, ein realistisches, selbsterfüllbares und motivierendes Ziel zu formulieren.

Link zu Seminaren und Glückscamps von Ella Kensington:
http://www.ella.org

Autorin: Martina Haidvogl

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