Inner Bonding - auf der Suche nach dem inneren Kind
Inner Bonding - auf der Suche nach dem inneren Kind
Wer sich auf den Weg zu seinem inneren Wesenskern begibt, kann nicht nur seine Beziehung zu sich selbst und anderen verbessern, sondern auch enorm viel an Lebenslust, Spiritualität und einen liebvolleren Umgang mit sich selbst lernen. Die beiden Psychotherapeutinnen Erika J. Chopich und Margaeret Paul haben dazu die Therapieform des Inner Bonding entwickelt. Über die Reise zum eigenen Selbst.
Inner Bonding  - auf der Suche nach dem inneren Kind
Info
Die sechs Schritte auf dem Weg zur Aussöhnung mit dem inneren Kind:


1. Das innere Unwohlsein erkennen

2. Die Bereitschaft, zu lernen

3. Der Dialog mit dem inneren Kind

4. Die Wahrheit über falsche Glaubensmuster erkennen

5. Die Schmerzen der Vergangenheit heilen

6. Das liebevolle Verhalten überprüfen


Literaturtipps: Das Arbeitsbuch zur Aussöhnung mit dem inneren Kind. Erika J. Chopich, Margaret Paul. Ullstein-Verlag, 2008. ISBN 978-3-548-36702-6

Die Heilung des inneren Kindes. Susanne Hühn. Schirner-Verlag, 2008. ISBN 978-3-89767-337-3


Hörbuch: Dein inneres Kind – Meditationen zur Heilung der Seele. Schirner-Verlag, 2007. ISBN 987-3-89767-329-8
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Das Gefühl der inneren Leere und Einsamkeit – wer kennt es nicht, sich ab und zu alleine zu fühlen? Treten diese Stimmungen jedoch häufig und vor allem grundlos auf, kann es daran liegen, dass sich dadurch die Abgetrenntheit des inneren Erwachsenen vom inneren Kind äußert, wie Chopich und Paul meinen. Genau daran arbeitet das Inner Bonding: Es möchte den Kontakt zwischen den beiden Teilen wieder herstellen und die Kluft, die sie trennt, überbrücken. Was aber nun ist denn eigentlich das innere Kind?

 
Bauchgefühle und Kreativität
 
Das innere Kind steht für unser natürliches Selbst, für den Kern unseres Wesens und unsere Erfahrungen, die mit Gefühlen verknüpft sind. Es drückt sich durch das berühmte „Bauchgefühl“ aus. Fühlt sich unser inneres Kind geliebt, können wir spüren, wie uns Kreativität, Leidenschaft und Freude durchströmen. Wenn es sich jedoch allein gelassen vorkommt, fühlen wir uns auch einsam, leer, niedergeschlagen oder ängstlich. Deshalb ist es der Ansatz des Inner Bonding, verstehen zu lernen, was unser inneres Kind braucht, um sich geliebt zu fühlen – denn das tut dann auch all den anderen Teilen unserer Seele und unseres Körpers gut.
 
Intellekt und bewusster Verstand
 
Der innere Erwachsene ist der äußere, aktive Teil. Er besteht aus all dem erlernten Wissen, das wir in unserem bisherigen Leben angesammelt haben. Der innere Erwachsene steht für den Intellekt und die Logik, für den analytischen und bewussten Verstand. Sein Bereich sind die Gedanken und Handlungen. Ein liebevoller Erwachsener hat immer die Absicht zu lernen. Chopich und Paul unterscheiden dazu das erwachsene Kind, das der Teil in uns ist, der von den Eltern oder anderen Vorbildern Vorstellungen davon gelernt hat, wie wir uns in der Welt uns selbst und anderen gegenüber verhalten sollen. Meist ist darin die Absicht verankert, sich vor Schmerz zu schützen – durch Widerstand, kontrollierendes Verhalten, etc. Das erwachsene Kind kann deshalb allerdings nicht lernen und bleibt voll falscher Glaubenssätze zurück, die wiederum selbst Schmerz verursachen und Angst erzeugen.
 
Lernen, aussöhnen, heilen
 
Die Therapieform des Inner Bonding sieht eine Vorgehensweise in sechs Schritten vor. Der erste Schritt dient dem Erkennen des inneren Unwohlseins und des Schmerzes. Danach muss sich der innere Erwachsene dafür entscheiden, etwas darüber zu lernen. Erst dann kann er sich in den Dialog mit dem inneren Kind begeben, um die Quelle des Schmerzes zu erfahren. Dies erfordert normalerweise die meiste Zeit und „Arbeit“, denn wer sein inneres Kind lange vernachlässigt hat, braucht oft viel Überredungskunst, um es wieder zum Sprechen zu bringen. Im nächsten Schritt muss der innere Erwachsene die Wahrheit über die falschen Glaubensmuster erkennen: Handelt es sich um Verhaltensweisen, die wir in unserer Kindheit gelernt haben? Wurden uns bestimmte Glaubenssätze vorgelebt oder gar von Vorbildern eingetrichtert? Dies zu erkennen, ist wichtig, um ein liebevolles Verhalten gegenüber dem inneren Kind zu entwickeln. Nur dann kann der Schmerz im fünften Schritt geheilt und die Freude wiederentdeckt werden. Danach geht es noch darum, das Tun zu beurteilen, um zu sehen, ob der innere Erwachsene auf die Bedürfnisse des inneren Kindes eingeht.
 
Zu sich selbst finden
 
Die Arbeit mit dem inneren Kind erfordert zu Beginn durchaus ein gewisses Maß an Offenheit, denn für viele ist es ungewohnt, in einen so bewussten Dialog mit sich selbst zu treten. Meist treten auch einige unliebsame Erinnerungen auf, die Schmerzen verursachen – wenn die Seele dazu bereit ist, sie freizugeben und zu verarbeiten. Doch all das wird mit der unschlagbaren Errungenschaft belohnt, ein Stück mehr zu sich selbst zu finden und seinen inneren Wesenskern lieben zu lernen.
 
Autorin: Mag.a Anne Wiedlack
 
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