Substanzinduzierte psychische Störungen - durch Alkohol und andere Substanzen
Drogen und Alkohol greifen enorm in das Bewusstsein der Konsumenten ein. Das Erleben und Verhalten verändert sich tiefgreifend. Je nach Substanz kommt es zu angeregten oder stimulierten Wahrnehmungen der Umwelt…

Der Gebrauch bzw. Missbrauch von bestimmten Substanzen kann zu Beeinträchtigungen im Erleben und Verhalten führen. Substanzinduzierte psychische Störungen werden ausgelöst durch den Konsum von Alkohol, Nikotin, Stimulanzien und Beruhigungsmittel. Illegale Drogen wie LSD, Kokain, Morphium und Heroin führen häufig zu gravierenden Eingriffen in die Psyche und das Verhalten und Erleben der Konsumenten. In weiterer Folge entstehen dadurch behandlungsbedürftige psychische Störungen.

Je nach Art und Beschaffenheit des Rauschmittels treten bei einmaligem oder regelmäßigem Konsum unterschiedliche psychische Beeinträchtigungen auf. Diese Beeinträchtigungen sind des Weiteren abhängig von der Dosis, der Art der Einnahme (intravenös, nasal, oral, etc.) und der Häufigkeit der Einnahme. So kommt es zu kurz- oder längerfristig fehlangepassten Verhaltens- und Erlebensmustern.

Im Rahmen des Klassifikationssystems ICD 10 (International Classification of Diseases) gehören substanzinduzierte psychische Störungen der Kategorie „Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen“ an. Diese werden in die Gruppen Halluzinogene (Halluzinogene, Cannabinoide), zentral aktivierende Substanzen (Stimulantien: Kokain, sonstige inkl. Koffein, Tabak), zentral dämpfende Substanzen (Alkohol, flüchtige Lösungsmittel, Sedidative und Hypnotika, Opioide) eingeteilt.


Halluzinogene
Diese schalten die natürliche Filterfunktion des Gehirns aus. Sinneswahrnehmungen werden verändert und führen ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit herbei. Es kommt zu Illusionen, Verzerrungen von Raum und Zeit, Pseudohalluzinationen, bei denen die Person weiß, dass das was sie erlebt nicht real ist. Des Weiteren kommt es zu Depersonalisationserlebnissen, die mit dem Gefühl verbunden sind, außerhalb des eigenen Körpers zu sein, Depressionen und Angst (Horror-Trips). Zusätzlich kann es zu so genannten Synästhesien kommen, bei denen Farben gehört und Töne gesehen werden. Auch schizophrenieähnliche Symptome können in diesem Zusammenhang auftreten.

Zur Gruppe der Halluzinogene zählen LSD, Meskalin und Psylocibin („Magic Mushrooms“).

Canabinoide
Durch die Ausschaltung von negativen Umweltreizen kommt es zu einem Zustand der „High“-Phase, in der ein Gefühl innerer Freude, Entspannung, Ruhe, aber oft auch Misstrauen, Reizbarkeit und Ängstlichkeit erlebt werden.

In hohen Dosen konsumiert führen Canabinoide zu visuellen Verzerrungen, Veränderungen des Körpergefühls, Halluzinationen und Panikattacken.


Zentral aktivierende Substanzen


Stimulantien sind Substanzen, die die Aktivität des Zentralnervensystems erhöhen. Sie bewirken dadurch Blutdruckanstieg, Anstieg der Pulsfrequenz, aktiveres Verhalten, beschleunigte Denkprozesse und gesteigerte Wachheit.

Zu dieser Gruppe zählen: Koffein, Tabak, Kokain, Amphetamine und so genannte „Designerdrogen“.

Kokain
Kann geraucht, geschnupft und auch intravenös gespritzt werden. Setzt die Wirkung ein, kommt es häufig zu euphorischem Anfluten von Wohlbefinden, gesteigertem Selbstvertrauen, Euphorie, übersteigerter Erregung und Wachheit, Aggression, Größenideen und Depressionen.

Amphetamine und Designerdrogen
Diese Art der stimulierenden Substanzen wird nur synthetisch hergestellt und haben eine ähnliche Wirkungsweise wie Kokain. Sie verstärken die Ausschüttung von Noradrenalin und Dopamin, den sogenannten „Glückshormonen“.

Koffein und Tabak
Diese Stoffe zählen zwar nicht zu den legalen Drogen, sind in ihrer Wirkungsweise und dem Abhängigkeitspotential ähnlich den anderen Stoffen dieser Gruppe.


Zentral dämpfende Substanzen

Diese verlangsamen die Tätigkeit des Zentralnervensystems und wirken demnach spannungslösend und enthemmend und beeinträchtigen die Urteilsfähigkeit, die motorische Aktivität und die Konzentration.

Inhalantien (flüchtige Lösungsmittel)
Als Inhalantien werden verschiedene Stoffe wie Benzin oder Chloroform bezeichnet, dessen Dämpfe geschnüffelt werden.

Dabei kommt es zu körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und Übelkeit, aber auch zu psychischen Symptomen wie Wohlbehagen, Rauschgefühl, Tagträumen und Größenideen.

Beruhigungsmittel (Sedativa und Hypnotika)
Diese führen zu Entspannung und Schläfrigkeit und wirken sedierend und schlafanstoßend. Sie bewirken ein Gefühl von innerer Ruhe, Distanziertheit und Wohlbehagen.

Opioide
Durch Opium und Morphium wird das Schmerzempfinden aufgehoben. Konsumenten verspüren starke Euphorie verbunden mit extremen Glücksgefühlen, aber auch emotionale Distanz und Wachträume.

Alkohol
Kurzzeitige Wirkungen von Alkohol können stimulierend oder sedierend sein. Bei längerem Alkoholmissbrauch und chronischem Konsum können psychische Störungen in Form von Amnesien (Gedächtnisverlust) und Angststörungen auftreten. Tückisch ist, dass zur Bekämpfung der massiven Angst, Alkohol konsumiert wird, was zu einem Teufelskreis aus Alkohol, Angst und noch mehr Alkohol führt. Mittelfristige bis langfristige Schäden übermäßigen Alkoholkonsums sind des Weiteren, Schädigungen der neurokognitiven Funktionen (wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Kritikfähigkeit) und die Beeinträchtigung von körperlichen Parametern (Leber, Herz).

Während eines Entzugs von chronischer Alkoholabhängigkeit kann es des Weiteren zu vorübergehenden taktilen, akustischen und visuellen Halluzinationen kommen.


Alle psychischen Störungen auf Grund von bewusstseinsverändernden Substanzen gehen einher mit einem enormen Eingriff auf das Erleben und Verhalten. Die Realität wird verändert erlebt und die Verhaltensweisen passen sich an diese Veränderungen an. Daraus resultiert eine vollkommene Verzerrung des menschlichen Bewusstseins.

 


Autorin: Sandra Ehold
 

Kommentare
Gast
2012-11-05 16:50:39
In dem Text ist ein kleiner Fehler drin:

"Koffein und Tabak
Diese Stoffe zählen zwar nicht zu den legalen Drogen"

Grüße