Bier und seine Inhaltsstoffe - eine göttliche Medizin
Bier und seine Inhaltsstoffe - eine göttliche Medizin
Als „göttliche Medizin“ bezeichnete der Arzt Paracelsus das Bier im 16. Jahrhundert. Auf die heilende Kraft des Hopfensafts machen Wissenschaftler auch im 21. Jahrhundert immer wieder aufmerksam.

Wenn in München das Oktoberfest eröffnet wird, strömt das Bier aus allen Zapfhähnen. Aber nicht nur unsere deutschen Nachbarn lieben das alkoholische Getränk, auch wir Österreicher sind jährlich unter den Spitzenreitern im Pro-Kopf-Verbrauch. Weniger bekannt als die berauschende Wirkung des Biers, ist sein Ruf als Heilmittel. Dabei kann dieser auf eine viel längere Geschichte verweisen, die schon bei den alten Ägyptern ihren Anfang nimmt.

Bier als Heilmittel

Laut Überlieferungen bauten die Ägypter auf ihren Äckern Hopfen an, um daraus Bier herzustellen. Auch die Griechen und Römer wussten um die Kunst des Bierbrauens, wenn auch in erster Linie nicht zur Berauschung. Im Altertum wurde das Bier vor allem aufgrund seiner Heilkraft geschätzt, die bei verschiedensten Krankheiten Anwendung fand. So setzte man Hopfen als Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden, Gallenfieber, Wasserstau und Schlaflosigkeit ein.

Auch Jahrhunderte später schwärmten Arzte immer wieder von der heilenden Wirkung des Hopfens. Dazu wurde aus der getrockneten weiblichen Blüte das Hopfenmehl gewonnen. Auch der Schlamm der Bierhefe war bereits als Mittel gegen Hauterkrankungen, wie Ekzeme, Akne oder Pilzerkrankungen, bekannt. Selbst wenn das Bier in unserer heutigen Zeit hauptsächlich als Genussmittel konsumiert wird, gilt der Glaube an seine Heilkraft keineswegs als überholtes Schulwissen. Viele Studien der modernen Medizin festigen den Status des Biers als medizinisches Mittel.

Bier in der modernen Medizin

Immer wieder machen medizinische Studien mit neuen Erkenntnissen rund um die gesundheitsfördernde Wirkung des Hopfens auf sich aufmerksam. Sie belegen etwa die entzündungshemmende Wirkung von Bierextrakt, die auch ohne Alkoholgehalt vorhanden sein soll. Dem Inhaltsstoff Xanthohumal wird der Großteil der positiven Eigenschaften zugerechnet, so soll er in der Vorsorge von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Krebs eine Rolle spielen.

Die Wirkung sei ähnlich, wie bei Rotwein und grünem Tee, meinen Forscher. Im Falle der alkoholischen Getränke gilt natürlich: nur in Maßen genossen kann die Wirkung gesund sein. Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt den Körper bekanntermaßen und kann nie eine Vorsorgemaßnahme für Erkrankungen sein. Für viele Forschungen spielt deshalb eine wichtige Rolle, ob die erzielten Resultate auch mit alkoholfreiem Bier erzielt werden können.

Gerade in der Krebsvorsorge setzt die Forschung große Hoffnung in die Inhaltsstoffe des Biers. Die Antioxidantien im Biergemisch binden freie Radikale und können so krebshemmend sein. Gesichertere Aussagen zur Wirkung lassen sich aber erst durch Langzeitstudien machen, so bleiben die Meinungen über die tatsächliche Heilkraft vorerst noch zwiespaltig. Als gesichert gilt dagegen die entwässernde Wirkung von Bier, die Nierensteinen vorbeugt. Alles in allem sind sich viele Wissenschaftler einig, dass ein täglicher Biergenuss (etwa ein bis drei Gläser) für die Gesundheit durchaus förderlich sein kann.

Bier als Kosmetikum

Schon im Altertum sollen Frauen aus oberen Schichten Bestandteile des Biers als Kosmetikartikel für eine schöne und strahlende Haut genutzt haben. Der Schlamm der Bierhefe wurde schon früh äußerlich gegen Hautkrankheiten angewendet, heute setzt man damit vor allem auf ein Mittel für gesunde Haut und Haare. Denn das in der Hefe enthaltene Biotin, gemeinsam mit den Stoffen Selen und Niacin, machen das Hefegemisch zu einem wirksamen Anti-Aging-Mittel, indem sie den Stoffwechsel der regenerierenden Hautschichten anregen.

Bei unreiner Haut finden Cremen mit Bierhefe Anwendung, da das Vitamin B6 die übermäßige Talkablagerung verhindert. Eine Haarspülung mit Bier stärkt feine Haare, verleiht ihm mehr Volumen und bringt es zum glänzen. Für die Kräftigung des Haares und dessen Volumen sorgen die zahlreichen Mineralstoffe und Vitamine im Bier.
 


Autorin: Claudia Wrumnig

Kommentare
Elli
2014-01-07 07:27:43
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