Krieg ums Wasser- Der Rohstoff, den jeder Mensch zum Leben braucht, wird knapp. Die Auswirkungen sind unklar, die Opfer stehen jetzt schon fest.
Krieg ums Wasser - Der Rohstoff, den jeder Mensch zum Leben braucht, wird knapp. Die Auswirkungen sind unklar, die Opfer stehen jetzt schon fest.
Viele Experten erwarten auch in der weiteren Zukunft keine militärischen Konflikte ums Wasser, auch wenn Klaus Töpfer, Chef des UN-Umweltprogramms, weiterhin vor „extremen Konflikten wegen der jetzt schon großen Wasserknappheit“ warnt. Wer hat Recht?
Krieg ums Wasser - Der Rohstoff, den jeder Mensch zum Leben braucht, wird knapp. Die Auswirkungen sind unklar, die Opfer stehen jetzt schon fest.
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„Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht die Erde mit ihren vielfältigen und reichen Lebensformen einschließlich mehr als sechs Milliarden Menschen vor einer ernsthaften Wasserkrise. Alle Anzeichen weisen darauf hin, dass sie sich zunehmend verschärft und diese Entwicklung noch weiter anhalten wird, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.“

Weltwasserbericht der Vereinten Nationen, 2003

„Die Erde hat genug Wasser, um die Grundbedürfnisse aller ihrer Bewohner zu erfüllen.“
Peter Gleick, Präsident des Pacific Institute in Oakland, Kalifornien

Wer hat Angst vor dem „Krieg ums Wasser“? Seit die Weltbank vor mehr als zehn Jahren warnte, dass die Kriege des nächsten Jahrhunderts nicht um Öl, sondern um Wasser geführt würden, wartet die Welt auf den ersten militärischen Konflikt, in dem es um den Zugang zu Wasser geht. Genau genommen wäre es der zweite, denn der erste Wasser-Krieg hat längst stattgefunden: Urlama, der König von Lagash, leitete Wasser aus den Flüssen Euphrat und Tigris ab und schnitt damit die Felder seines Rivalen Umma von der Wasserversorgung ab. Das war vor 4500 Jahren, wie Peter Gleick, Präsident des unabhängigen Pacific Institute in Oakland, Kalifornien, und Aaron Wolf von der University of Oregon ermittelten. Seither hat die Menschheit keinen Krieg gesehen, in dem es um den Zugang zu Wasser geht.

Im Gegenteil, zwischen Staaten, die sich das Wasser von Flüssen teilen, gibt es einen verstärkten Trend zur Kooperation, stellten Fachleute von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich fest.


Gesucht: sauberes Wasser

Es braucht keinen Krieg, um uns die Macht des Zugangs zum Wasser spüren zu lassen.
  • Jedes Jahr sterben vier Millionen Menschen direkt oder indirekt an verschmutztem Trinkwasser. Das sind 10.000 Menschen täglich, davon fast 6000 Kinder. Mehr als in allen Kriegen zusammen sterben. „Mit keiner einzigen Maßnahme“, erklärt UN-Generalsekretär Kofi Annan, „ließen sich in den Entwicklungsländern Krankheiten besser bekämpfen als mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.“ Das Rote Kreuz teilt diese Auffassung und setzt hier seine Schwerpunkt der internationalen Hilfe: Wasseraufbereitung für den Notfall nach Naturkatastrophen oder Kriegen, Brunnen und Zisternen für die nachhaltige Betreuung ganzer Dörfer und Regionen mit dem Ziel der Hilfe zu Selbsthilfe.

  • Unterdessen wächst die Zahl der Erdbewohner. Bis 2050 sollen es neun Milliarden sein, sagt die UNO. Zwar haben sich Experten beim Bevölkerungswachstum schon öfter massiv verschätzt, aber eine starke Zunahme steht außer Zweifel. Zugleich dehnen sich die Wüsten aus, und die Grundwasserspiegel sinken vielerorts. Zurzeit herrscht in 20 Ländern akute Wasserknappheit.

Quelle: Rotes Kreuz
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