Lachen befreit - und stärkt das Immunsystem
Mit Vernunft und logischen Argumenten lässt sich vieles meistern. Es sei denn, die Dinge liegen so verquer, dass kein klarer Gedanke mehr möglich scheint. Dann kommt das Zwerchfell zu Hilfe und wir „lachen uns krank“. Sagen wir zumindest.

Aus medizinischer Sicht bewirkt Lachen das völlige Gegenteil: Es hält gesund, weil es uns glücklich oder sogar regelrecht euphorisch macht, den Kopf befreit, den Körper entspannt und das Immunsystem stärkt.

Muskeln, Lunge und Herz-Kreislauf-System
Während wir lachen, betätigen wir achtzig Muskeln unseres Körpers, darunter allein siebzehn Gesichtsmuskeln. Lachen kann also durchaus als wohltuende körperliche Anstrengung bezeichnet werden. Zum Beispiel wandern Augenbrauen und Mundwinkel nach oben, die Augen verengen sich, die Nasenlöcher weiten sich, die Stimmbänder beginnen zu schwingen und das Zwerchfell bewegt sich rhythmisch. Außerdem werden Puls und Atmung schneller. Durch die schnelle Atmung beim Lachen wird die Lungenfunktion gestärkt: Die Bronchien öffnen sich, die Lunge wird durchlüftet. Sie kann drei- bis viermal so viel Sauerstoff wie gewöhnlich transportieren. Für die Inhaltsstoffe des Blutes ergibt sich dadurch ein reinigender Effekt. Bei der Lachatmung wird konsequent Kohlensäure, ein Abfallprodukt des Fettverbrennungsvorgangs, ausgestoßen. Die in den Lungen vorrätige Luft wird fast vollständig entleert. Daneben wird durch die Aktivierung der Brustmuskulatur die Elastizität der Lunge gefördert. Lachen beugt aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, indem es die Verbrennung von Cholesterin fördert und die Durchblutung anregt. Beim Lachen erhöht sich zunächst der Herzrhythmus, sinkt dann aber dauerhaft ab, sodass sich die Muskulatur der Arterien entspannt und sich ihr Volumen vergrößert.

Lachendes Immunsystem
Beim Lachen lacht auch unser Immunsystem mit: Nach Lachanfällen befinden sich mehr Abwehrstoffe im Blut als zuvor. Die Anzahl an Immunglobulinen (die Eiweißkörper in unserem Mundraum), die Infektionen vorbeugen, steigt ebenso wie die Anzahl an Zytokinen, die als Bestandteile weißer Blutkörperchen der körpereigenen Abwehr dienen und zum Beispiel auch die Vermehrung von Tumorzellen hemmen. In einer Untersuchung stellte man fest, dass die Immunglobulin-Effekte sogar bis zu zwölf Stunden anhalten können. Dass die Zahl der Immunglobuline steigt, hat auch damit zu tun, dass das Lachen die Zahl der Stresshormone Adrenalin und Kortisol im Blut senkt. Zusätzlich wird der Stoffwechsel angeregt und Endorphine werden frei, die uns in einen herrlichen Glückszustand versetzen. Es wäre also gelacht, könnte man durch Lachen eine Erkältung nicht schneller bekämpfen.

Lachen zur Genesung
Auch im Kampf gegen schwerere Krankheiten wird Lachen eingesetzt. Das mag zunächst komisch wirken und man könnte auch schwarzen Humor dahinter vermuten: Doch die positive Energie, die wir aus dem Lachen ziehen können, ist nicht zu unterschätzen. Lachen ermöglicht es, Stress abzubauen und kann auf diese Weise das Wohlbefinden stark erhöhen. Auf Kinderkrankenstationen sind Clowns darum längst keine seltenen Erscheinungen mehr. Untersuchungen der Gelotologie, der wissenschaftlichen Lachforschung, haben außerdem ergeben, dass Lachen selbst bei Schmerzen Erleichterung verschafft, da der Körper infolge des Lachens mehr entzündungshemmende Stoffe produziert.
Dass Lachen heilsam sein kann, sollten wir also ernst nehmen: Sich selbst und andere mit Karten fürs Kabarett zu beschenken, erspart so gesehen nicht nur (Weihnachts-)Stress, sondern vielleicht auch eine Erkältung.
 

 

Autorin: Mag.a Angelika Stallhofer


 

Kommentare