Schulschwierigkeiten - ein Problem mit Lösung
Für viele Schüler heißt es auch heuer wieder im Sommer lernen – sie haben eine Nachprüfung. Schulische Probleme sind keine Seltenheit.

„Es gab eine Zeit, da hatte ich zwischen Schule, Nachhilfe, Hausübung und Lernen kaum noch Zeit für irgendetwas anderes“, erzählt Marie. Sie ist 18 und besuchte ein Gymnasium. Ihr großes Problem war Latein, immer wieder schrieb sie Fünfer auf die Schularbeiten. Zwei Jahre lang nahm sie mehrmals die Woche Nachhilfeunterricht, „oft auch täglich“ : „Am Ende gehörte meine Nachhilfelehrerin schon zu meinem Alltag.“
Marie ist kein Einzelfall. Etwa 20 bis 25 Prozent aller Schüler in Österreich nehmen Nachhilfe. Im Volksschulalter ist die Nachfrage noch gering, besonders häufig wird Nachhilfe von AHS- und BHS-Schülern in Anspruch genommen; hier vor allem in den Schularbeitsfächern Englisch, Deutsch und Mathematik.

Die Gründe für schulische Probleme sind vielfältig. In den wenigsten Fällen liegt jedoch ein Intelligenzproblem vor, vielmehr ist es die Art des Lernens, die nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt. Auch andere Faktoren, wie Probleme mit dem Lehrer, die familiäre Situation oder eingeübte Verhaltensweisen, können Einfluss haben.
Experten empfehlen daher, vor allem Struktur in das Lernen zu bringen. Ein Wochenplan, in dem die Lerneinheiten eingeplant werden, ist hilfreich. Die Stoffportionen sollten überschaubar und nicht zu groß sein. Aber auch Maßnahmen, die das Selbstwertgefühl des Kindes stärken, sind wichtig, etwa Erfolge zu loben und Zeit mit dem Kind zu verbringen.
Professionelle Hilfe, also Nachhilfe, in Anspruch zu nehmen, ist eine immer häufigere Lösungsvariante. Hier muss man sich vor allem fragen, ob das das Kind wirklich jene Betreuung erhält, die es braucht und ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Die Arbeiterkammer stellte fest, dass die Preisunterschiede bei Intensivkursen bis zu 23 Euro betragen.
Liegt jedoch eine Lernstörung wie Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche) oder eine Verhaltensstörung wie ADS (Aufmerksamkeitsdefizit) vor, so muss dies durch einen Arztbesuch abgeklärt werden, damit der Schüler Unterstützung erhält.

Marie rät im Rückblick vor allem, „durchzuhalten“. Allerdings kann sie sich auch vorstellen, dass das Wiederholen einer Klasse oder ein Schulwechsel eine Möglichkeit sind, „ein zweiter Anlauf sozusagen“.
Marie selbst hat es geschafft: Sie hat heuer die 8. Klasse und die Matura bestanden: „Darauf bin ich schon ein bisschen stolz.“

Autorin: Johanna Schönfeld

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