Vorlesen und Erzählen - so erzählen Sie Geschichten richtig und mit Erfolg!
Geschichten erzählen macht nicht nur Spaß, fördert Fantasie und Wortschatz, sondern kann Ihrem Kind auch helfen, mit Alltagsproblemen besser umzugehen. Eine Anleitung zum richtigen Erzählen.
Vorlesen und Erzählen - so erzählen Sie Geschichten richtig und mit Erfolg!
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Ob als Gute-Nacht-Geschichte verpackt, oder am hellichten Tag in den Lebensablauf eingebaut, jedes Kind hört gerne Geschichten zu. Dabei sind nicht nur Spaß und Spannung, sondern auch Weiterentwicklung garantiert.

Durch das Erzählen oder Vorlesen werden unterschiedliche Aspekte gefördert.

Kinder werden mucksmäuschen still, lauschen mit großen Ohren einer spannenden Geschichte und sind vollkommen auf das Hinhören eingestellt. So wird ihre Hörfähigkeit gut angeregt.
Aber auch die Konzentration wird durch Vorlesen und Erzählen gesteigert. Mit voller Aufmerksamkeit folgen die Kleinen jedem Wort, werden von der Geschichte in den Bann gezogen und fühlen sich in das Erzählte ein, leben die Geschichte geradezu mit – inklusive aller Emotionen.

Hören Kinder regelmäßig Erzählungen, erweitert das ihren Wortschatz. Sie lernen, wie Worte neue Welten und Wirklichkeiten entstehen lassen können. Das bedingt wiederum ein erweitertes Sprachvermögen. Die richtige Benennung von Dingen, Vorgängen und Emotionen wird geschärft.
Zudem werden Grundvertrauen, Wertvorstellungen und Weltanschauungen weitergegeben.

Sie können Ihrem Kind auch passende Geschichten zu Alltagsproblemen erzählen. Anstatt direkt mit dem Kind über ein gerade aktuelles Problem zu sprechen, lesen Sie ihm einfach eine Geschichte vor. Ihr Kind wird verstehen, wie es mit der Situation umgehen soll, ohne direkt darauf angesprochen zu werden. Ein empfehlenswertes Buch mit verschiedenen Themen ist zum Beispiel „So wird ihr Kind bärenstark“ von Thomas Schäfer.

Geschichten erzählen kann man lernen

Manche Erwachsene sind gehemmt, ihren Kindern Geschichten zu erzählen. Dabei kann jeder lernen, wie es richtig geht. Das Wichtigste dabei: Eine Geschichte, der man gerne zuhört, muss spannend sein! Spielen Sie mit der Fantasie. Ein paar wenige Grundregeln, die es zu beachten gibt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Die richtige Einleitung

Zuerst werden die Hauptpersonen der Geschichte vorgestellt und das eigentliche Thema zum ersten Mal angesprochen. Die Hauptfigur soll so lebendig geschildert werden, dass sich der Hörer mit ihr identifizieren kann. Negativfiguren wiederum werden dem Hörer so dargestellt, dass er sie von vorn herein ablehnt. Überlegen Sie sich also schon vor dem Erzählen, mit welcher Person sich ihr Kind identifizieren soll, um diese Person in der Einleitung besonders hervorzuheben.

Das konkrete Problem

Nachdem alle Figuren und das Thema der Erzählung vorgestellt wurden, muss das Problem konkretisiert werden. In dieser zweiten Phase wird also das Thema noch verdeutlicht und das Problem, um das es geht, verschärft.

Hindernisse bei der Lösung

Jeder Krimi wäre langweilig, wenn der Detektiv ohne jedes Hindernis den Mörder entlarven würde. Vor allem wäre die Geschichte nach wenigen Minuten zu Ende. Es würde keine Dramaturgie aufgebaut und die Spannung hielte sich in Grenzen. Deshalb ist es beim Erzählen von Geschichten wichtig, zwar auf die Lösung des Problems hinzuarbeiten, aber dennoch Schwierigkeiten und Hindernisse einzubauen, die vor der endgültigen Lösung noch überwunden werden müssen.

Die Lösung

In dieser Phase kommt der Höhepunkt der Geschichte und somit die Lösung des Problems. Der böse Wolf wird gefasst, Schneewittchen gerettet, Dornröschen wach geküsst,...

Während des Erzählens...

Versuchen Sie, Ihre Geschichten so anschaulich wie möglich zu erzählen. Beschreiben Sie Einzelheiten, gehen Sie auf Grundzüge der handelnden Personen ein, beziehen Sie Gefühle und Emotionen in die Geschichte mit ein.

Der Sprechstil ist ebenso wichtig. Halten Sie Ihre Sätze so kurz wie möglich. Kinder sprechen selbst in kurzen Sätzen und verstehen diese auch besser.

Erzählen Sie Geschichten in einer zeitlichen Abfolge. Rückblenden vermeiden Sie bitte. Ihr Kind wird es Ihnen danken, da es der Geschichte so besser folgen kann.

Zum Vorlesen

Sie können Ihrem Kind natürlich auch einfach aus einem Buch vorlesen. Versuchen Sie dabei aber, die Geschichte dem Alter Ihres Kindes anzupassen. Sie können Sätze umformulieren, wenn Sie der Meinung sind, Ihr Kind würde die Geschichte so besser verstehen. Während des Erzählens Begriffe erklären zu müssen, zieht Ihr Kind gedanklich aus der Geschichte hinaus.

Autorin: Mag.a Natascha Zimmermann
 

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