Fantasie - das blühende Wunder
Ewig jung sei nur die Fantasie. Was sich nie und nirgends hat begeben, das allein veralte nie, schrieb Schiller.
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Innere Bilder zu erzeugen und dabei mitunter ganze fiktive Welten zu entwerfen, die ihre eigene Logik besitzen, gehört wohl zu den faszinierendsten menschlichen Fähigkeiten.
Dass Realitätssinn und ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen einander in die Quere kommen, ist allerdings nicht von vornherein ein Muss. Kommunikation und die Bewältigung des Alltags funktionierte nicht, könnten wir uns nicht vorstellen, was unser Gegenüber mit bestimmten Worten und Sätzen meint. Durch das Hören allein von Sprache werden Bilder in uns wach, Assoziationen tauchen aus dem Schatzkästchen unserer Erfahrung auf und bringen jüngst erhaltene Informationen in einen bekannten Zusammenhang.

„Mittendrin“ statt nur „Dabei“

Werden Informationen in einer besonders bildhaften Sprache präsentiert, fällt es uns gewöhnlich noch leichter, sie zu verstehen und im Gedächtnis zu behalten. Kommt während eines Vortrages zum Beispiel eine treffende Metapher zur Sprache, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass die Zuhörenden ein Stück weit aus ihrer Passivität geholt und zu aufmerksamen Hörern werden. Das Aufzeigen von Beispielen ist eine weitere Möglichkeit, um Denk- und Vorstellungsprozesse beim Publikum in Gang zu setzen. Die Mittel, die zur Anregung der menschlichen Fantasie genutzt werden können, sind zahlreich. Wer das Radio aufdreht und sich mitten in einer sanften Geräuschkulisse aus Möwenkreischen und Wellenrauschen wieder findet, steht mit einem Fuß womöglich bereits im Sandstrand seines Urlaubsortes und spürt die leichte Windbrise auf der Haut, die er nur all zu gut kennt.

Spannung und Entspannung

Geht es darum, Geschichten auf der Bühne, im Kino, Fernsehen oder Radio zu erzählen, ist es zumeist der Bruch mit dem Gewohnten, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht; es sind Überraschungsmomente, Auslassungen und Halbheiten, die uns erst dazu bewegen, uns mit dem Wahrgenommenen auseinanderzusetzen und es miterleben zu wollen. Wo keine Spannung herrscht und kein Interesse geschürt wird, kommt, so ließe sich sagen, auch keine Fantasieleistung zustande. Langeweile und Fantasie sind Dinge, die einander von vornherein auszuschließen scheinen, bedeutet das Schwelgen in Fantasien doch, die Grenzenlosigkeit und unbändige Freiheit unserer Gedanken zu erfahren. In dieser Welt lässt es sich so bunt und absurd treiben wie sonst nirgends. Zugleich lassen sich Gegensätze hier in harmonische Eintracht bringen und eine tiefe Entspannung lässt sich mitnehmen aus diesem ewig jungen Nimmerland.

Zukunft gestalten

Fantasien sind wichtig, um unsere Köpfe mit neuen, erfrischenden Gedanken zu füllen und altdienende Überzeugungen aus dem überlasteten Speicher zu kehren. Nicht zuletzt bilden sie auch die Vorbedingung dafür, dass wir Vorfreude auf Künftiges empfinden und überhaupt Pläne schmieden, Ziele anvisieren und das Mögliche in die Tat umsetzen können. Menschen mit blühender Fantasie haben oft allerdings auch ausgeprägte Ängste. Wer es schafft, sich seine Ziele bereits als erreicht vorzustellen, kann Ängste jedoch ein Stück weit ausblenden und zehrt von einem plausibel klingenden Effekt: Hat man keine Angst zu bekämpfen, kann man mehr Energie für das Wesentliche, den Weg zum Ziel, verwenden.

Autorin: Angelika Stallhofer
 

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