Holotropes Atmen - Regeneration für Körper, Geist und Seele
Holotropes Atmen - Regeneration für Körper, Geist und Seele
Holotropes Atmen ist eine Methode der Transpersonalen Psychotherapie, bei der mittels vertiefter Atmung, Musik und therapeutischer Begleitung unbewusste Schichten der Psyche erfahrbar gemacht und psychische wie psychosomatische Probleme behoben werden sollen.

Allgemeines

1954 begann Stanislav Grof die Wirkung von LSD zu erforschen und fand heraus, dass die mit Hilfe dieser Substanz gemachten Erfahrungen zum Heilungsprozess seiner PatientInnen beitragen konnten. Er sah seine Methode durch jene anderer Kulturen, die genauso das Heilpotenzial erweiterter Bewusstseinszustände nutzten, bestätigt und praktizierte 19 Jahre danach. Als LSD verboten wurde, entwickelte Grof gemeinsam mit seiner Frau Christina die Technik des holotropen Atmens, die auch ohne Einnahme von Substanzen einen erweiterten Bewusstseinszustand auslöst. Durch holotropes Atmen kann man in Erfahrungsbereiche eintreten, die dem Bewusstsein im Allgemeinen nicht zugänglich sind, so Körper, Geist und Seele regenerieren und in weitere Folge unterschiedliche Beschwerden und Probleme lösen. Ziel ist es, bislang unzureichend beachtete Bereiche der Persönlichkeit zu integrieren und sich so auf eine Ganzheit hinzubewegen – holotrop heißt nämlich soviel wie „auf Ganzheit ausgerichtet“.

Methode

Zwischen eineinhalb und drei Stunden dauert der Prozess des holotropen Atmens, der in Gruppen, Einzel- oder Paarsitzungen abgehalten werden kann und von einer Therapeutin/einem Therapeuten begleitet wird. Die TeilnehmerInnen liegen dabei mit geschlossenen Augen auf dem Boden und atmen beschleunigt bzw. vertieft (gewollte Hyperventilation). Der so ausgelöste Prozess wird durch evozierende Musik und spezifische Körperarbeit wie beispielsweise Druckmassagen zusätzlich verstärkt, oft kommt es starken emotionalen Ausbrüchen (Katharsis) während des Vorgangs. Anschließend ist das so genannte Sharing wichtig – der Teil der Selbsterfahrung bzw. des Austauschs mit der Gruppe – und der kreative Teil des Mandala-Malens.

Wirkungsweise

Holotropes Atmen soll eine öffnende und reinigende Wirkung haben und wird deshalb in der Psychotherapie ergänzend zur Überwindung von Blockaden verwendet.

Grof fasste die Erfahrungen der PatientInnen in vier Kategorien:
• Körperliche Empfindungen jeglicher Art
• Biografische Erfahrungen: Ereignisse in der Vergangenheit werden wiedererlebt
• Perinatale Erfahrungen: betreffen Schwangerschaft und Geburt
• Transpersonale Erfahrungen: alle Erlebnisse, die über das Alltägliche hinausgehen

Es werden demnach lebensgeschichtliche Krisen sowie traumatische (Geburts-)erlebnisse aufgearbeitet, Stress, Frustration oder Wut abgebaut, innere Blockaden aufgelöst und die Realität des Alltags erweitert.

Risiken

Holotropes Atmen kann psychisch wie physisch sehr anstrengend sein und verlangt von den TeilnehmerInnen eine gewisse Belastbarkeit. Schwangere, Menschen mit Herz-Kreislaufbeschwerden, Bluthochdruck, Epilepsie oder Asthma sollten deshalb vorsichtig sein und ihre Teilnahme mit der Therapeutin/dem Therapeuten besprechen.
Auch das gewollte Hyperventilieren birgt seine Risiken. Durch die erhöhte Durchlüftung der Lunge kommt es zu einer Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Kohlensäure und Calcium im Blut, was zu Kribbeln und Krämpfen (vor allem in den Händen) führen kann. Zudem kommt es zu einer Verschiebung des Säure-Basen-Haushalts in Richtung basisch, was ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen kann.

Autorin: Mag.a Mirjam Bromundt

 

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