Tasten und Tastsinn - Fühlen mit Gefühl
Unser Tastsinn warnt uns vor Schmerzen, gibt Auskunft über Berührungen und Temperatur. Aber auch mit Gefühl hat das Fühlen so Einiges am Hut.
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Der Tastsinn bezeichnet den Sinn, der für die Wahrnehmung von Berührungen zuständig ist. Auch Schmerz und Temperatur werden über den Tastsinn wahrgenommen. Diese Wahrnehmung erfolgt über die Tastsinnesorgane. Die Lehre vom Tastsinn wird im Fachjargon als Haptik bezeichnet. Der Tastsinn ist der erste sich entwickelnde Sinn. Embryos im Mutterleib greifen schon um sich, bevor Augen und Ohren überhaupt entwickelt sind.

Unsere „Fühler“

Über Rezeptoren an der Hautoberfläche werden sowohl Schmerz als auch Temperatur und Berührungen ganz allgemein wahrgenommen.

Diese Rezeptoren kann man in drei große Gruppen unterteilen. Wir verfügen über Mechanorezeptoren, über die Druck, Vibrationen und Berührungen wahrgenommen werden. Weiters gibt es Schmerzrezeptoren und Thermorezeptoren. Erstere geben Auskunft über Art und Intensität von Schmerzreizen und letztere sind so genannte Temperaturfühler.

Vor allem in den Fingerspitzen und der Zunge ist der Tastsinn besonders gut ausgeprägt. Er ermöglicht es, in vielen Situationen reflexartig zu reagieren, so zum Beispiel bei Verbrennungsgefahr.

Tastsinn – die Quelle des Glücks?

Wie wichtig der Tastsinn und damit einhergehende zwischenmenschliche Berührungen sind, hat ein etwas makaberer Versuch des Stauferkönigs Friedrich II. am Anfang des 13. Jahrhunderts gezeigt.

Er ließ Neugeborene von ihren Müttern trennen. Die Babys wurden zwar mit Nahrung versorgt, es wurde jedoch nicht mit ihnen gesprochen und sie durften nicht berührt werden. Nach drei Monaten waren alle Babys, trotz ausreichender Versorgung mit Nahrung, gestorben. Dieses, ethisch zwar fragwürdige Experiment, liefert den Beweis, dass Berührungen essentiell für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit sind.
Auch Frühgeburten, die regelmäßig berührt und massiert werden, erholen und entwickeln sich weitaus rascher.

Küssen – die beste Art zu Tasten

Neben der Zunge sind auch die Lippen mit besonders vielen Tastsinneszellen ausgestattet. Das ist der Grund dafür, dass Küsschen eine besonders sinnliche Erfahrung sind. Auch die Geschlechtsorgane sind besonders stark auf Berührungsreize eingestellt.

Unser Tastsinn ist also nicht nur essentiell für unser Überleben, da er uns vor Schmerzen warnt, er ist auch ein Werkzeug für ganz besonders sinnliche Momente.

Autorin: Sandra Ehold

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