Shiatsu für SportlerInnen und in der Rehabilitation
Wer sportlich aktiv ist, kennt das Risiko von Sportverletzungen als auch die Notwendigkeit, seinen Körper vor einer sportlichen Betätigung aufzuwärmen und danach ausreichend zu dehnen. Wie Shiatsu aktive Sportler dabei untersützen kann, sowie auch helfen kann, nach Sportverletzungen erlittene Traumata zu verarbeiten, beschreibt dieser Artikel.
Das neue Jahr ist da. Und wie jedes Jahr waren auch heuer die guten Vorsätze bei vielen groß. Einer der beliebtesten Vorsätze der Österreicherinnen und Österreicher lautet: Ab jetzt mehr Sport!

Wer Sport macht, profitiert in vielen Hinsichten. Sport hilft dabei, den Blutdruck zu regulieren, stärkt die Muskeln und Knochen, lässt überflüssige Pfunde schmelzen und dreht sogar die biologische Uhr etwas zurück. Unser Immunsystem wird gestärkt und Stresshormone werden abgebaut. Darüber hinaus schütten wir bei intensiver Bewegung vermehrt Endorphine, die körpereigenen Glückshormone, aus – unsere Laune steigt.

Alles spricht also dafür, sich mehr zu bewegen und Sport zu treiben. Jedoch Vorsicht: Gerade ambitionierte (Wieder-)Einsteiger neigen dazu, sich zu überfordern. Dabei gilt es, beim Sport auch regelmäßige Regeneration zu berücksichtigen. Während Profisportler von ihren Trainern beraten und betreut werden und einem ausgeklügelten Trainingsplan folgen, stehen AmateursportlerInnen oft ratlos vor der Frage, wann und wie Ruhezeiten einzuhalten sind. Nur mit den richtig dosierten Pausen und effektiver Regeneration können der Trainingserfolg maximiert und gleichzeitig das Verletzungsrisiko minimiert werden. Eine Möglichkeit, Ruhezeiten bestens zu nützen und gleichzeitig die Erholung des Bewegungsapparats zu beschleunigen, bietet Shiatsu.

Pausen machen leistungsfähiger

Shiatsu, die fernöstliche Körperarbeit, kann dabei helfen, beim Sport leistungsfähiger zu werden, Übertraining zu vermeiden und insgesamt ein besseres Körpergefühl zu entwickeln. Wenn es immer wieder irgendwo zwickt oder sticht, sich Verspannungen bemerkbar machen oder gar Verletzungen infolge des Trainings auftreten, ist Shiatsu die ideale Möglichkeit, seinem Körper unterstützend zur Seite zu springen. Die Shiatsu-Behandlungen orientieren sich jedes Mal individuell an den Bedürfnissen des Klienten und können positiv auf das Muskel-, Nerven- und Organsystem wirken.

Die Shiatsu-Praktikerin, der Shiatsu-Praktiker beginnt die Behandlung mit einer gezielten Anamnese. Wichtig ist, genau zu erheben, welchen Sport mit welchen Belastungen der Klient, die Klientin ausübt und wo es eventuell Probleme gibt. „Personen, die vorwiegend Stop-and-Go Sportarten wie etwa Squash, Badminton oder Fußball betreiben, haben häufig Probleme mit den Knien. Bei KraftsportlerInnen manifestieren sich hingegen oft schmerzhafte Muskelverspannungen. Diese Problematiken gehen wir gezielt an und nehmen gleichzeitig den gesamten Körper und die Seele mit in den Blick“, erklärt Roberto Preinreich, Shiatsu-Praktiker und auf SportlerInnen spezialisiert.

Fit für die Piste

Shiatsu ist auch sehr gut dafür geeignet, um den Körper auf die Belastungen im anstehenden Skiurlaub vorzubereiten. „Viele WintersportlerInnen begeben sich ohne körperliche Vorbereitung auf die Skipiste. Körperliche Überlastungssymptome können die Folge sein: Zerrungen, Stauchungen, Muskeleinrisse zählen da noch zu den harmloseren Verletzungen. Wer vor dem Skiurlaub rechtzeitig beginnt, einerseits moderat Sport zu treiben und andererseits zum Shiatsu zu gehen, hat gute Chancen, unversehrt wieder heimzukehren“, so Roberto Preinreich.

Freizeitsportlerinnen und –sportler haben meistens ein gutes Körpergefühl. Dennoch kommt es vor, dass im Eifer des Gefechts zu viel oder zu einseitig trainiert und belastet wird. Beim Shiatsu wird diese Überbelastung ausgeglichen, gleichzeitig lernen die KlientInnen bei der Behandlung, auf ihren Körper zu hören, ihn als wichtigste Ressource zu erkennen und in weiterer Folge (noch) pfleglicher mit ihm umzugehen.
Shiatsu passt bei Hobby- wie bei Profisportlern in jede Trainingsphase – ob bei der Vorbereitung auf Wettkämpfe, nach anstrengenden Trainingseinheiten, zur Linderung von Muskelkater oder zur Verbesserung der Beweglichkeit und zum Ausgleich einseitiger Belastung.

Mit Shiatsu Traumata verarbeiten

Nach Sportverletzungen, Unfällen und schweren Krankheiten kann Shiatsu die Rehabilitation bestens unterstützen. In Abstimmung mit den behandelnden Ärzten setzt der Shiatsu-Praktiker/ die -Praktikerin gemeinsam mit dem Klienten ein individuelles Programm auf, dass die schulmedizinischen und physiotherapeutischen Behandlungen der Reha ideal ergänzt.

Bei der Rehabilitation von Unfall- oder Sportverletzungen wird im Shiatsu körperbetonter gearbeitet als in der normalen Praxis. Shiatsu unterstützt den Heilungsprozess, erhöht die Beweglichkeit des gesunden Körpers, gleicht Fehlhaltungen aus und lässt die PatientInnen auch innerlich wieder gesunden.

Im Rehabilitations-Bereich muss man verschiedene Felder unterscheiden. Bei Unfällen und schweren Krankheiten entsteht oft auch ein psychisches Trauma. Mit Shiatsu können wir alle Ebenen des Seins, also die körperliche, mentale und emotionale, erreichen und dem Klienten auf dem Weg zur Genesung unterstützen“, so Roberto Preinreich.

Shiatsu und Sport – das können Sie selbst tun:


Fünf Tipps von Roberto Preinreich

Generell gibt es für einen gesunden, kraftvollen Körper ein paar wichtige Punkte zu berücksichtigen: Freude, Flexibilität, Ausdauer, Kraft und Koordination
  1. Freude: Nur Übungen, die mir Freude bereiten, werden mir helfen, fit zu bleiben bzw. zu werden
  2. Flexibilität: Ein flexibler Körper hält uns jung. Begonnen mit einfachen Dehnübungen nach dem Aufwachen bis hin zu komplexeren Übungen entsprechend der Sportart, die man betreibt. Das erste Stretching nach dem Aufwachen hilft uns, langsam wieder in unseren Körper zu finden. Sich langmachen, die Beine wohlig aus den Hüftgelenken ziehen, die Arme über den Kopf aus den Schultern längen. Sich verdrehen, um der Wirbelsäule ihren Raum zu geben – all das können wunderbare erste Übungen sein, um den Tag bewegt zu beginnen. Während des Tages kann man Meridiandehnübungen, die sogenannten Makkho Ho Übungen praktizieren, dazu reichen 5 Minuten zweimal täglich.
  3. Ausdauer: Der menschliche Organismus definiert sich über Bewegung. Die Ki-Bewegung (Bewegung der Lebensenergie) zu stärken, hilft uns, unser Leben ohne rasches Ermüden zu leben. Zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit, Stiegen steigen anstatt den Lift zu nehmen, regelmäßige Spaziergänge oder laufen an der frischen Luft bringen unsere Zirkulation in Schwung, die Lebensgeister werden wach, das Immunsystem wird gestärkt.
  4. Kraft: Gibt uns Stabilität in allen Lebenslagen, für den Alltag reichen einfach Übungen mit dem Theraband, beim Stiegensteigen 2 oder 3 Stufen auf einmal nehmen und dabei ohne Schwung den Schritt machen, einfach Übungen für eine gute Rumpfstabilität wie z.B.: bewusstes, isometrisches Anspannen der Gesäß-, Bauch- Brust- und Schultermuskulatur (geht auch an der Bushaltestelle) mit dem Fokus auf unsere Mitte (Hara, Tanden).
  5. Koordination: Hilft uns, ohne zu „stolpern“ durch den Tag zu kommen. Beim Zähne putzen auf einem Bein stehen, auf einer gedachten Linie balancieren, einfache Ballspiele u.v.m.
Auf der Suche nach einer geeigneten Shiatsu-PraktikerIn? Alle ExpertInnen für Shiatsu finden Sie auf der Webseite des Österreichischen Dachverband für Shiatsu: http://oeds.at/praktikerinnen-suche


AutorIn: © ÖDS, Fotocredit: © ÖDS
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