Tee - natürliches Heilmittel bei Verdauungsproblemen
„Medizin war der Tee zuerst, Getränk wurde er danach.“ schrieb Kakuzo Okakura in seinem Buch „Das Buch vom Tee“ im Jahre 1906. Die Gerbstoffe des Tees wirken wunderbar als Heilmittel gegen Magen- und Darmbeschwerden.
Der traditionellen chinesischen Medizin zufolge ist der Darm der Sitz der Gesundheit. Auch die indische Ayurveda-Lehre sieht im Verdauungstrakt den Hauptsitz der drei Lebensenergien und wertet Verdauungsprobleme als erstes Anzeichen einer beginnenden Erkrankung des Körpers. Bei chronischen Verdauungsstörungen ist es ratsam, eine Umstellung der Essgewohnheiten vorzunehmen bzw. ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Akute Beschwerden lassen sich aber sehr wohl durch den Genuss einer gut verträglichen und wohlschmeckenden Tasse Tee lindern.

Gerbstoffe als Heilmittel gegen Magen- und Darmbeschwerden
Einen positiven Einfluss auf die Verdauung haben vor allem gerbstoffartige Pflanzen, zu denen etwa auch der grüne Tee zählt. Besonders die herb-kräftigen Sorten enthalten einen hohen Anteil dieser komplizierten chemischen Verbindungen, die dazu beitragen, Speichel- und Verdauungsdrüsen zu aktivieren und Magen- und Darmkanal zu beruhigen. Die Gerbstoffe neutralisieren überschüssige Magensäure und wirken beruhigend auf die Magenschleimhaut. Sie finden sich auch in anderen beliebten Sorten, wie etwa dem südafrikanischen Roiboos (Rotbusch) oder in der Pfefferminze, die zusätzlich große Mengen an Bitterstoffen enthält und vor allem bei krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden zum Einsatz kommt.

Chronische Verstopfung
Die Inhaltsstoffe der Faulbaumrinde entfalten ca. 6 – 8 Stunden nach der Einnahme eine abführende Wirkung. Sollte sich keine Besserung einstellen, ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren.

Völlegefühl, Blähungen
Das ätherische Öl der Kalmuswurzel, die auch Bitter- und Gerbstoffe enthält, regen die Magensaftsekretion an. Auch Kümmel wirkt anregend auf die Magensaftsekretion und löst Krämpfe in Magen und Darm, wird aber hauptsächlich gegen Blähungen eingesetzt. Im Fenchel findet sich ein hoher Anteil des süßlich schmeckenden Trans-Anethol, ein ätherisches Öl, das Gaslösende Eigenschaften besitzt. Die Bitterstoffe des Enzians fördern die Durchblutung der Magen- und Darmschleimhäute und beschleunigen die Magenentleerung.

Durchfallerkrankungen, Reizmagen
Die Bitterstoffe im Salbei haben eine krampflösende und desinfizierende Wirkung, werden aber auch bei Durchfallbeschwerden als wohltuend empfunden. Bei nervös bedingten Verdauungsstörungen leisten die beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften der Melisse Abhilfe, zu deren wichtigsten Inhaltsstoffen neben dem ätherischen Öl der Pflanze auch Bitter- und Gerbstoffe zählen.

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
Beschädigungen der Magenschleimhaut rufen eine Entzündung hervor, die durch aggressive Stoffe, wie etwa der Magensäure, ausgelöst wird. Reiz lindernd wirkt aus der Eibischwurzel gewonnener Tee, der zur Regeneration der Magenschleimhaut beiträgt. Eine beruhigende Wirkung hat auch die Süßholzwurzel, deren Hauptinhaltsstoff Glycyrrhizin ebenfalls den Heilungsprozess der Schleimhaut beschleunigt.

Magengeschwür
Bei einem Magengeschwür, das sich meist durch Schmerzen im linken Oberbauchbereich bemerkbar macht, liegt eine Überproduktion an Magensäure vor, die sich störend auf das Gleichgewicht zwischen aggressiver Magensäure und schützender Schleimhaut auswirkt. Hervorgerufen durch psychische Belastung, Stress, Alkohol und Nikotin, wird vor allem durch Kamillentee eine akute Linderung der Beschwerden erzielt. Die in dieser Pflanze enthaltenen Schleimstoffe unterstützen die Regeneration der Magenschleimhaut, das ätherische Öl der Kamille wirkt entzündungshemmend.

Erbrechen, Übelkeit
Überreizte Magennerven lassen sich am besten mit warmen Kamillentee beruhigen, er wirkt neutralisierend auf die Magensäure und gleicht Flüssigkeitsverluste aus. Bei auftretender Übelkeit empfiehlt sich der Genuss einer Tasse Ingwertee, die in dieser Wurzel enthaltenen Scharfstoffe Gingerole und Shoagole entfalten eine direkte Wirkung auf den Verdauungstrakt und tragen zu dessen Stabilisierung bei.

Autor: Mag. Martin Gansinger
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