Besondere Bierarten - Für jeden Geschmack ist etwas dabei
Besondere Bierarten - Für jeden Geschmack ist etwas dabei
Hier erfahren Sie was die Wahl der Bierhefe ausmacht sowie was „Bock“, „Pils“, „Export“, „Spezial“ und „Lager“ bedeuten. Und warum „Märzen“ im März gebraut wird.
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Obergärig und Untergärig

Im Allgemeinen erfolgt die Einteilung der Biersorten nach brauchtechnischer Art; sie richtet sich nach der Hefe, die verwendet wird.

Es gibt zwei Arten: Die obergärigen und die untergärigen Biere. Bei ober-gäriger Hefe werden zusammenhängende Kolonien gebildet. Diese schwimmen nach dem Brauvorgang oben auf dem Sud und können abgeschöpft werden. Während des Arbeitsvorganges beträgt die Temperatur 15 bis 20 Grad. Hingegen setzt sich die Hefe der untergärigen Bierarten nach dem Brauen am Boden ab und benötigt während der Gärung kalte Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad.


Das Bockbier

Fakten und Hintergründe

- Bockbiere, auch Starkbiere genannt, sind ober- oder untergärige Biere deren Stammwürzgehalt über 16 % liegt. Der Alkoholgehalt liegt bei 6 %. Es gibt dunkle und helle Bockbiere.
- Ein Starkbier wird mit einem höheren Stammwürzgehalt als ein normales Voll- oder Schlankbier eingebraut.
- Ein Doppelbock ist ein Bockbier, welches mit einem Stammwürzgehalt von über 18 % eingebraut wird. Der Alkoholgehalt beträgt dabei zwischen 5 % und 12 %.
- Als Maibock werden Bockbiere bezeichnet, welche in der Zeit vom April bis Juni verkauft werden. Der Maibock ist ein untergäriges Starkbier mit über 6 % Alkohol.

Vor allem im Winter und im Frühling – in den kühleren Jahreszeiten – greifen Biertrinker gern zu höherprozentigen Spezialitäten. Beispielsweise zum Weihnachtsbock oder Osterbock.


Historisches: Der Ur-Bock

Die niedersächsische Stadt Einbeck ist der Namensgeber für das Bockbier. Das Besondere an diesem Einbecker-Bier war, dass es enorm stark gebraut wurde. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Name Einbecker-Bier zum Bockbier um; hingegen ist das Wort Starkbier eine Wortschöpfung unseres Jahrhunderts.


Der Eisbock

Nach Erzählungen zufolge geschah die Entdeckung des Eisbocks durch einen Zufall. Das Bockbier wurde in Fässern im Freien stehen gelassen. In der kalten Winternacht gefror ein Teil des im Bier befindlichen Wassers; der Alkohol und die restlichen Bestandteile des Biers sammelten sich in konzentrierter Form im Inneren dieses Eisblocks an. Am Tag darauf wurden die Blöcke aufgeschlagen und die Flüssigkeit im Inneren ausgetrunken. Zur Überraschung diese nicht nur genießbar, sondern auch überaus wohlschmeckend.


Pilsner Bier

Pilsner Bier, auch Pils genannt, ist ein nach der böhmischen Stadt Pilsen benanntes untergäriges Vollbier mit starkem Hopfenaroma und höchstens 12, 5 % Stammwürzegehalt.
Das original Pilsner Bier wurde seit jeher mit alkalischem Wasser gebraut. Dabei entstand die einzigartige Pilsner Brauart, bei welcher schonend gedarrt und helles Malz verwendet wird. Die Pilsner Brauart zeichnet sich ebenso durch eine langsame und kalte Gärung und durch eine lange sowie sehr kalte Lagerung aus.


Das Märzen Bier

Märzen oder Märzenbier ist ein untergäriges Lagerbier, welches in früherer Zeit nur zwischen September und April gebraut werden durfte. In den dazwischen liegenden sechs Monaten war es verboten Bier zu produzieren. Der Grund dafür war die in den Sommermonaten erhöhte Brandgefahr beim Biersieden sowie die Notwendigkeit einer kalten Lagermöglichkeit. Im Laufe der Zeit wurde der Stammwürze- sowie Alkoholgehalt des Bieres erhöht, was die Haltbarkeit enorm verlängerte. Für die Lagerung wurden Felsenkeller mit bestücktem Natureis verwendet. Das während des Win-ters eingebrachte Eis schmolz im Felsenkeller langsam; so konnte zumeist bis März frisches Eis in den Felsenkeller gebracht werden. Auch der Name Märzenbier leitet sich von dieser Geschichte ab.


„Export“

In früherer Zeit wurden Biersorten als Export bezeichnet, wenn sie beim Transport keinen Schaden nahmen. Heutzutage wird diese Art des Bieres zumeist auch dort getrunken, wo es hergestellt wird. Es ist ein meist helles, nicht stark gehopftes Bier, aromatisch und sehr vollmundig. Das kommt daher, dass der Gehalt an Stammwürze hoch ist. (Stammwürze ca. 12 %, Alkoholgehalt ca. 4 %)


„Lager“ und „Spezial“

Als Lagerbier wurden all jene Biere bezeichnet, bei welchen die Lagerung bis zum Ausschank mehrere Monate andauerte. Dazu können sich beispielsweise die bayrischen untergärigen Biere zählen, welche im Frühjahr gebraut und bis in den Herbst gelagert werden. Dieser Hinsicht sind alle untergärigen Vollbiere echte Lagerbiere, unter anderem auch Pils und Export. Mit der Zusatzbezeichnung ‚Spezial’ wird der Gehalt an Extrakt gemeint: Spezialbiere sind Vollbiere, welche über 13 % Stammwürze haben.

 

 

Autorin: Kerstin Kulovits (Bakk.Phil.)

 

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