Fit durch ACE-Getränke - nützen Antioxidantien-Zusätze in Lebensmitteln?
Seit sogenannte freie Radikale (hochreaktive Verbindungen im menschlichen Körper) als Mitverursacher für zahlreiche Krankheiten (z.B. Krebs, Arteriosklerose und ihre Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall) ausgemacht wurden, werden Substanzen, die freie Radikale abfangen können, immer begehrter.
Fit durch ACE-Getränke - nützen Antioxidantien-Zusätze in Lebensmitteln?
Mehr zum Thema
» Vitamin D - Das Vitamin der Sonne
» Vitamintabletten und Co - in hohen Dosen gesundheitsschädlich
» Vitamin B2 - ein wahres Energiebündel
» Unser Geruchssinn - ein mächtiger Zauber
» Wellness - nur ein Trend?

Bestärkt durch solche Forschungsergebnisse ist die Lebensmittelindustrie dazu übergegangen, auch Produkten, vorzugsweise Säften, antioxidative Vitamine zuzusetzen.

Vitamin A und seine Vorstufe in pflanzlichen Lebensmitteln, das ß-Carotin, Vitamin C und Vitamin E sind seit langem für ihre antioxidative Wirkung bekannt. Sie können die körpereigenen Schutzmechanismen gegen freie Radikale unterstützen, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden.

Mit Werbeaussagen wie “stärkt die Abwehrkräfte” soll der gesundheitsbewusste Verbraucher zum zusätzlichen Kauf sogenannter ACE-Getränke angeregt werden. Vorwiegend bestehen solche Getränke aus Orangen- und Karottensaft, die mit Antioxidantien zusätzlich angereichert werden. Die Zusätze sind reichlich bemessen, teilweise deckt ein Glas (0,2 Liter) bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Forscher an der Universität Bonn stellten bei einem Vergleich nicht angereicherter Säfte mit den ACE-Drinks fest, dass viele Säfte von Natur aus gleich hohe oder sogar höhere Antioxidantien-Werte aufwiesen.

Spitzenreiter waren Johannisbeernektar und roter Traubensaft. Ernährungsexperten stehen einer überhöhten Antioxidantienzufuhr durch Zusätze bzw. Präparate skeptisch gegenüber. Antioxidantien in hohen Dosen sind hochwirksame Substanzen. In zwei neueren Studien stellte sich beispielsweis heraus, dass die Einnahme von ß-Carotin-Präparaten bei starken Rauchern das Lungenkrebsrisiko sogar erhöhte. Eine reichliche Zufuhr von Antioxidantien über frisches Gemüse und Obst und naturbelassene Säfte begrüßen Ernährungswissenschaftler dagegen. Die Ernährungskampagne “5 am Tag” empfiehlt in diesem Zusammenhang den Verbrauchern, 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, ob roh, gekocht oder als Saft zu essen.

Quelle: aid, Stephanie Wetzel

Kommentare