Brustkrebs- Vorsorge - bitte keine Vogel-Strauß-Politik
Das Thema Brustkrebs ist ein heikles Thema, viel lieber möchte man die Augen davor verschließen und sich anderen Dingen widmen, hoffentlich trifft es einem nicht, man fühlt sich unverwundbar, wie Siegfried in der Nibelungensage. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn Siegfried von seiner verwundbaren Stelle gewusst hätte…
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Wir wollen Ihnen keine Angst einjagen, aber das Thema Brustkrebs auch nicht beschönigen. Tatsache ist, dass jährlich 4.500 Frauen in Österreich an Brustkrebs erkranken, ca. 45% der erkrankten Frauen sterben an den Folgen der Erkrankung. Jedoch lassen sich die Erkrankungen und Todesfälle drastisch reduzieren, wenn Frau regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführt.

Zu einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung gehören:
• Selbstuntersuchung
• Ärztliche Tastuntersuchung
• Mammographie
• Ultraschall
• Magnetresonanztomographie

Ärztliche Tastuntersuchung (Palpation)
Ab dem 25. Lebensjahr sollte die Brust einmal jährlich von einem Arzt untersucht werden. Dabei tastet der Arzt nicht nur die Brust, sondern auch die Achselhöhlen und die Bereiche um das Schlüsselbein ab.

Mammographie
Das Wort „mamma“ ist das lateinische Wort für Brust und das Wort „graphie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Schreiben, Darstellen“. Die Mammographie ist also das Darstellen, das Abzeichnen der weiblichen Brust. Die Mammographie ist das bekannteste und wichtigste Mittel zur Früherkennung eines Brustkarzinoms.
In einem Vorgespräch fragt der untersuchende Arzt nach eventuellen Brustkrebserkrankungen innerhalb der Familie, da eine familiäre Belastung ein erhöhtes Risiko bei der Entstehung darstellt.
Zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr sollte die erste Mammographie, die so genannte „Ausgangsmammographie“ erfolgen. Diese dient für alle später gemachten Mammographien als Vergleich, dadurch kann leicht festgestellt werden, ob und in welchem Umfang Veränderungen stattgefunden haben.
Ab dem 40. Lebensjahr sollte einmal jährlich, auch wenn keine Beschwerden oder Schmerzen vorliegen, die Mammographie durchgeführt werden.
Bei der Mammographie wird die Brust zwischen zwei Plexiglasscheiben zusammengepresst. Je flacher das zu röntgende Gewebe ist, desto niedriger ist die Strahlenbelastung, da die Strahlendosis reduziert werden kann, und desto „klarer“ wird das Röntgenbild. Zwar führt jedes Röntgen zu einer zusätzlichen Strahlenbelastung, jedoch erhöht eine Mammographie das Brustkrebsrisiko um lediglich 0,01%.

Brustultraschall (Sonographie)
Die Sonographie wird vor allem bei jungen Frauen angewendet, da das Brustgewebe meist noch zu dicht ist, um bei einer Mammographie aussagekräftige Bilder zu erreichen. Der Ultraschall kann auch als Ergänzung zu einer Mammographie gemacht werden, anders als bei der Mammographie entsteht keine Strahlenbelastung. Bei der Untersuchung wird ein Gel auf die Brust aufgetragen und dann mit einem Schallkopf über die Brust gestrichen. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Magnetresonanztomographie (MRT)
Wurde bereits eine verdächtige Veränderung mittels Mammographie oder Sonographie festgestellt, wird zur weiteren Abklärung eine Magnetresonanztomographe durchgeführt. Die MRT arbeitet mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen, also eine Technik, die ganz ohne Röntgenstrahlen auskommt. Für die Untersuchung wird in die Vene ein Kontrastmittel eingespritzt, um die Charakterisierung des Brustgewebes besser erkennen und darstellen zu können. Die Untersuchung verursacht zwar keine Schmerzen, kann jedoch aber beängstigend sein, da man für die Dauer der MRT ca. eine halbe Stunde in einer engen Röhre verweilen muss.

Risikogruppen
Sollten in Ihrer Familie (mütterliche oder väterliche Seite) Fälle von Brustkrebs vorhanden sein, so ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Vor allem, wenn ein Brustkrebsfall in der Familiengeschichte in jungen Jahren auftritt (vor dem 35. Lebensjahr) oder der Krebs gehäuft vorkommt, kann eine Genanalyse sehr aufschlussreich sein. Hierbei werden jene zwei Gene (BRCA 1 und BRCA 2) untersucht, die verhindern, dass Brustkrebs entsteht. Die Abkürzung BRCA steht für „breast cancer“. Eine Veränderung in den zwei Genen kann dazu führen, dass sie ihrer Aufgabe nicht mehr vollständig nachkommen können, dadurch erhöht sich das Krebsrisiko. Eine Veränderung in den Genen BRCA 1 und BRCA 2 führt bei Frauen zusätzlich zu einem leicht erhöhten Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken.

Das Allgemeine Krankenhaus in Wien (AKH) hat seit 1994 eine eigene Ambulanz für familiären Brust- und Eierstockkrebs in der Abteilung Spezielle Gynäkologie eingerichtet. Hier können sich Frauen und Männer, die familiär vorbelastet sind, beraten und molekulargenetisch untersuchen lassen.

Autorin: Mag. Karin Puchegger
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