Früh schwimmt gut - ins Wasser marsch!
Mit allen Wassern gewaschen – Rob und Kathy McKay verraten, wie Schwimmen lernen bereits im Säuglingsalter zum Kinderspiel wird.
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„Nichts auf der Welt ist so weich und nachgiebig wie das Wasser und doch bezwingt es das Harte und Stärke“, gab uns schon der chinesische Philosoph Laotseim 6. Jahrhundert vor Christus mit auf den Weg. Wasser stärkt den Menschen nicht nur als elementares Nahrungsmittel, sondern gibt uns auch als eines der vier Elemente Kraft und Energie im Alltag. Oft als Quelle des Lebens beschrieben, ist der Mensch seit dem ersten Moment seiner Entstehung willkürlich mit dem farblosen Naturstoff konfrontiert. Neun Monate lang umgeben von der fließenden Struktur, in der wir uns später selbst spiegeln, entwickeln wir uns zu Individuen, die im Wasser der Schwerkraft trotzen können. Was ist daher nahe liegender, als dem Nachwuchs dieses Stück Freiheit über die Schwangerschaft hinaus zu schenken und bereits Säuglinge ihren Körper und seine Bewegungen im Wasser intensiv wahrzunehmen zu lassen.

Kleine Fische

In ihrer zusammen 50-jährigen Erfahrung als internationale Schwimmlehrer hat das Autorenehepaar McKay bereits tausenden Babys und Kleinkindern das Schwimmen beigebracht. Bereits in der Einleitung erklären die beiden in Florida lebenden Trainer ihre ideologischen Zugänge zum Thema: „Schwimmen zu lernen ist eine der wertvollsten Kindheitserfahrungen. Es ist ein Übergangsritual, das den Heranwachsenden ein Stück Freiheit schenkt“, steht dort geschrieben. Ab den sechsten Lebensmonat Kindern das Wasser als natürliche Umgebung bekannt zu machen, würde auf harmonische Weise die Entwicklung des Nachkömmlings prägen, bestätigt auch die steirische Babyschwimmtrainerin Petra Dunst. „Frühes Schwimmen lernen im Säuglingsalter stimuliert das gesamte Nervensystem, die Bewegungs- und Sinnesfähigkeiten des Babys nehmen zu“, ist Dunst mit dem amerikanischen Autorenpaar einer Meinung. Darüber hinaus stimuliert der physikalische Druck des Wassers und fördert so zusätzlich die Atemfunktion und den Atemreflex, der bei Kindern ohnedies angeboren ist und ein problemloses, sorgenfreies Tauchen gestattet.


Große Wirkung

Die Lernmethode des McKays rückt das Kind in den Mittelpunkt des Lernprogramms, das sich bereits in der eigenen Schwimmschule in Florida über Jahre hinweg erfolgreich bewährt hat. Das Learning-by-doing-Buch führt anfangs in alle wichtigen Grundlagen, sprich Unterrichtsphilosophie, Vorzüge des Babyschwimmens, kinderfreundliche Grundausstattung und Sicherheitsvorkehrungen, ein. Fortführend ist das zweite Kapitel nach einzelnen Altergruppen unterteilt, um den Kindern je nach Entwicklungsphase mit Spielen, Liedern, lob und praktischen Übungen das Wasser und das Schwimmen selbst näher zu bringen. Fortgeschrittene Seepferdchen dürfen sich dann im dritten Kapitel bereits unter Wasser drehen, treiben lassen und nach ringen tauchen.

Familienunterricht

Zeit, Übung und Geduld heißen die Zauberworte, die mit in die Badetasche müssen. „Eltern sind oft zu ehrgeizig und gehen mit zu viel Leistungsdruck an die Aufgabe des Schwimmen lernen heran“, gibt Schwimmtrainerin Petra Dunst zu Bedenken. Wichtig ist, erst den Grundstein für gegenseitigen Respekt und für ein Vertrauen zueinander zu legen, bevor wie ein Weltmeister getaucht wird. Die Erfahrung von Rob und Kathy McKay zeigt, dass die Freunde am Lernen der einzig wahre Schlüssel zu einem erfolgreichen Schwimmunterricht voll Vergnügen, Staunen, Wagemut und Ausdauer für die ganze Familie ist. Essentiell ist, dass eine mögliche Unsicherheit der Eltern sich sofort auf das Kind übertragen kann. Nicht nur der Schwimmneuling muss Vertrauen zu Mama und Papa schöpfen, sondern auch die Eltern auf umgekehrtem Wege. Haben die Kleinen mal einen schlechten Tag, einfach akzeptieren und beim nächsten Mal aufs Neue probieren, bevor sich der kleine Fisch die Kiemen aus dem Leib brüllt.

Fazit: So lernen Kinder schwimmen ist eine ausgesprochen hilfreiche Einführungsliteratur für Eltern, die ihre Kinder schon früh mit dem Element Wasser auf spielerische Weise gekonnt vertraut machen möchten. Vom Plantschen in der Badewanne bis zum Unterwasser-Schwimmen im großen Becken helfen Rob und Kathy McKay mit einfachen Tipps und Tricks ihrer kindorientierten Schritt-für-Schritt-Lernmethode, Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und vier Jahren mit der Unterstützung der Eltern problemlos das Schwimmen beizubringen.

Rob und Kathy McKay, So lernen Kinder schwimmen: Sicherheit, Spiel und Spaß im Wasser, DK-Verlag, 2005

Autorin: Mag.a Tina Veit

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