Das Burn-Out-Syndrom - Erschöpft, leer und kaputt
Immer mehr Menschen fühlen sich erschöpft, leer und total kaputt. Wer sich über einen längeren Zeitraum mit solchen Gefühlen bei der Arbeit herumquält, ist „ausgebrannt“- sind auch Sie vom sogenannten "Burn-Out" betroffen?
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Ausgebrannt und Leer

Immer mehr Menschen fühlen sich von Berufs- und Privatleben überfordert ohne dafür Muttertags-Gewinnspiel: Jetzt iPod, Handy, Parfum und vieles mehr gewinnen! in Ihrer Umgebug zu finden. Burn-Out ist jedoch kein Persönlichkeitsdefekt und muss immer vor dem Hintergrund der Arbeitsbedingungen gesehen werden. Burn-Out ist ein Gefühlszustand der Erschöpfung, der von zuviel Arbeit und Stress und zuwenig Erholung herrührt. Die eigene Müdigkeit, das Gefühl, nur mehr eine Arbeitsmaschine zu sein, werden einfach weggeschoben, als seien sie Bestandteil des Lebens und sowieso nicht zu ändern. Die Verleugnung negativer Gefühle - ein Hauptmerkmal des Burn-Out-Syndroms - erlaubt es, die Augen vor der Realität zu verschließen und die vielen unangenehmen Gefühle nicht wahrzunehmen: den Druck, die Frustrationen, die Angst um den Job, die Vereinsamung aufgrund Arbeitsüberforderung usw. Ignoriert wird auch der Wunsch nach Erholung, nach Geselligkeit, Intimität oder nach Zeit für sich selbst. Immer ist etwas anders wichtiger, der Job, die Kinder oder die Anerkennung.

Symptome und Folgen

Die Symptome von Burn-Out können in sieben Gruppen beschrieben werden, die auch meistens in dieser Reihenfolge auftreten. Bei einem Burn-Out-Fall müssen selbstverständlich nicht alle hier genannten Symptome vorkommen, auch können sie in einer anderen Zeitfolge auftreten. In der Anfangsphase zeigen die Betroffenen ein vermehrtes Engagement, anschließend folgt ein emotionaler, geistiger und verhaltensmäßiger Rückzug von der Arbeit und von der sozialen Umwelt allgemein. Es kommt zu einem Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit, der Motivation und der Kreativität. Diese Abbauerscheinungen können sich auch auf den privaten Bereich ausdehnen. Die Hilflosigkeitsgefühle werden generalisiert, es kommt zu einer existentiellen Verzweiflung, die von Gefühlen der allgemeinen Hoffnungslosigkeit und der Sinnlosigkeit des Lebens gekennzeichnet ist. Dieser Zustand gleicht einer Depression. Die möglichen Folgen von Burn-Out sind vielseitig und teilweise schwerwiegend, wie etwa die Freizeitbeschäftigungen verflachen, manche sitzen nach dem Feierabend nur noch vor dem Fernsehapparat, vermehrter Alkohol- und Zigarettenkonsum, Missbrauch von Beruhigungsmitteln, gestörtes Essverhalten, Ehe- und Familienprobleme oder häufiger Arbeitsplatzwechsel oder Ausstieg aus dem Beruf.

Problem erkennen, akzeptieren und umsetzen 

  • Die eigene Situation erkennen
    Oftmals hilft es bereits, zu erkennen, inwieweit die Situation veränderbar ist. Sind Menschen einem unveränderlichen und kontinuierlichen Stress ausgesetzt, können sie sich vor einem Ausbrennen möglicherweise nur schützen, in dem sie die belastende Situation verlassen und den Job wechseln.
  • Ein Stress-Tagebuch führen
    Ein Tagebuch über den täglichen Stress zu führen (mit Angabe der Intensität), lässt Betroffene leichter über Bewältigungsstrategien nachdenken. So kann man beispielsweise von Zeit zu Zeit überlegen, inwieweit sich frühere Hoffnungen und Erwartungen erfüllt haben.
  • Ausstieg auf Zeit
    Erkennt man, dass Veränderungen nötig sind, bringt es nicht viel, diese vor sich herzuschieben. Den passenden Zeitpunkt gibt es selten. Eine Auszeit vom Job, um eine Situation zu analysieren und eventuell neue Prioritäten zu setzen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern hilft neue Motivation und Energie zu tanken.
  • Druck ablassen
    Nach der Arbeit kann es helfen, erst mal „Druck abzulassen“, um die Probleme nicht mit nach Hause zu nehmen. Bewährt sind dabei unter anderem: Musik hören, Spot oder ein Schaufensterbummel.
  • Krise als Chance
    Auch wenn eine Situation deprimierend erscheint: Verfügt man über angemessene Methoden der Stressbewältigung, dann macht einen das Erlebnis oft stärker, weiser und einsichtsvoller, als man war und vielleicht geblieben wäre.

Unter www.sozialnetz-hessen.de/ca/bdz/wmx/Behindertengerecht/1 können Sie herausfinden, ob Sie vom Burn-Out-Syndrom betroffen oder gefährdet sind. Mehr Infos zum Thema unter www.burnoutnet.at.

Autor: Mag. Alexandra Schlömmer

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