Träume als Schlüssel zum Unterbewusstsein
Träume als Schlüssel zum Unterbewusstsein - was wollen uns unsere Träume wirklich sagen?
Träume sind Schäume - oder steckt etwa doch mehr hinter unseren allnächtlichen Erlebnissen? Die Traumdeutung sieht Träume als verschlüsselte Botschaften unseres Unterbewusstseins, mit deren Hilfe verborgene Wünsche, Ängste und Sorgen ans Licht geführt werden können und man sich dabei auch gleich selbst besser kennen lernt.
Träume als Schlüssel zum Unterbewusstsein  - was wollen uns unsere Träume wirklich sagen?
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Arten von Träumen
Wir alle träumen während des Schlafs – auch wenn es uns manchmal so vorkommt als hätten wir nichts geträumt. Der Grund dafür liegt darin, dass wir uns nicht mehr daran erinnern können.

Tatsächlich gibt es jedoch unterschiedlichste Arten von Träumen, die uns nächtlich heimsuchen. Man kann sie aufgrund ihres Inhalts sowie ihres Auftretens in den unterschiedlichen Schlafphasen unterscheiden:

REM-Traum – in REM (Rapid Eye Movement) – Schlafphasen treten vermehrt Träume auf. Diese Phasen sind gekennzeichnet durch schnelle Augenbewegungen und werden gegen Ende der Nacht länger und setzen öfter ein. Insgesamt machen sie ca. 20-25 % des Schlafs aus.

Albtraum (tritt in der REM-Phase auf) – negativ empfundene Situationen, die im Traum erlebt werden, lösen im Schlaf Panik aus und führen häufig zum Erwachen

NREM-Traum – NREM (Non-Rapid Eye Movement) – Schlafphasen sind tiefere Schlafzustände, während denen Blutdruck und Körpertemperatur absinken und Träumen weniger subjektive Bedeutung zukommt

Pavor nocturmus (kommt in der NREM-Phase vor) – dieser Traum ist äußerst unangenehm und endet mit dem Erwachen, meist begleitet von Wimmern, Schreien oder Keuchen


Wahrtraum – reale Ereignisse kommen im Traum vor; diese können retrospektiv, gegenwärtig oder zukunftsbezogen sein

Posttraumatische Wiederholungen – Verarbeitung von prägenden Ereignissen durch wiederkehrendes Durchleben dieser Situation in den Träumen (-> eine bestimmte Situation „verfolgt“ einen in seinen Träumen)
Einschlaftraum – diese Träume treten in der Phase des Einschlafens auf
Klartraum – Traum kann beeinflusst werden, der Träumende ist sich des Traums bewusst, er kann die Handlung lenken

Freud
Freud geht in seinen Theorien davon aus, dass Träume der Schlüssel zu unserem Unterbewusstsein sind. Innerste Wünsche, Begierden, Triebe und Ängste, von denen wir nicht einmal wissen, dass sie existieren, erscheinen in verschleierter Form in unseren Träumen. Durch richtige Decodierung der Inhalte kommen ungeahnte Seiten zum Vorschein und zeigen uns unser „wahres Ich“. Bei der Deutung des Traums kommt es dabei nicht so sehr auf das im Traum vorkommende Objekt an, sondern wie diejenige Person ihren eigenen Traum deutet. Freud stellt in diesem Zusammenhang Sexualität und verborgene Neigungen besonders in den Vordergrund.

Jung
Im Gegensatz dazu ordnet sein einstiger Schüler Jung jedem Symbol eine bestimmte Bedeutung zu und geht weniger auf sexuelle Aspekte ein. Er spricht von einem „kollektiven Unbewussten“, das jeder von uns in sich trägt und aufgrund dessen bestimmte Symbole gleich gedeutet werden können. Die Funktion des Traums ist seiner Ansicht nach der Ausgleich der Einseitigkeit unseres Lebens. Ein nach außenhin sehr emotionsloser Mensch etwa kann im Traum seine gefühlvolle Seite ausleben bzw. durch den Traum erkennen.

Traumdeutung heute
Die moderne Traumdeutung baut auf den Theorien Jungs auf und arbeitet mit bestimmten Symbolen wie zum Beispiel folgende:

Haus
Das Haus steht für die Person selbst. Die verschiedenen Zimmer haben unterschiedliche Bedeutungen: die Küche etwa steht für die mütterlichen Aspekte, der Keller hingegen zeigt bisher verborgen gebliebene Begierden auf. Weiters kann das Haus auch auf körperliche Beschwerden hindeuten. Das Dach würde hierbei den Kopf verkörpern.

Tod
Wenn man vom Tod träumt, hat das nicht direkt mit dem Tod zu tun, sondern vielmehr damit, dass alte Gedanken, Absichten oder Gefühle sterben und meist durch neue ersetzt werden. Im weitesten Sinne kann man in diesem Zusammenhang deshalb von Veränderungen sprechen.


Fallen
Träume, in denen man fällt, können darauf hindeuten, dass man entweder in eine unangenehme Sache stolpert oder – vor allem bei Frauen – dass man Angst hat, sich gehen zu lassen.


Eingesperrt sein
Ist man in seinen Träumen irgendwo eingesperrt, so weist dies auf einen Verlust hin.

Will man sich näher mit seinen Träumen beschäftigen, so sollte man sich einen Block und einen Stift auf sein Nachtkästchen bereit legen und gleich nach dem Aufwachen die Träume stichwortartig aufschreiben, um sich später wieder daran erinnern zu können. Es gibt ganze Bücher zur Deutung von Symbolen und Handlungen, die einem während des Traums widerfahren und mithilfe deren man seinen Träumen auf den Grund gehen kann.

Ziel dabei ist es, seine möglicherweise unterdrückten Gefühle oder Gedanken zuzulassen und darauf einzugehen, um sie zu verarbeiten oder für die Lösung eines Problems heranzuziehen. Dinge, die einem unangenehm sind und die man tagsüber verdrängt, kommen in der Nacht durch Träume zum Vorschein. Vor allem wiederkehrende Träume weisen darauf hin, dass ein nicht beseitigter Konflikt bereinigt werden soll.

Aber nicht nur negative Seiten werden durch Träume aufgezeigt werden, vielmehr können auch verborgene Wünsche oder Bedürfnisse zum Ausdruck kommen, die man ausleben bzw. auf die man mehr achten sollte.
Wenn man also näher auf seine Träume eingeht, kann man spannende neue Sachen über sich erfahren…in diesem Sinne: Träumen Sie schön!

Autorin: Julia Egermann

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