Golf - Trendsport im Freien
Golf - Trendsport im Freien
Golf vereint Körperbeherrschung, Konzentration und Kommunikation. Das Spiel in der freien Natur auf gepflegten Golfplätzen ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Der Profigolfer Tiger Woods ist der bestverdienende Sportler der ganzen Welt, nicht zuletzt aufgrund der hohen Gewinnsummen bei den prestigeträchtigen Turnieren. Golf war lange Zeit ein Sport der Reichen und trägt auch heute noch einen elitären Beigeschmack, obwohl der Zugang zum Sport in den letzten Jahren wesentlich leichter geworden ist. Einerseits liegt das in der steigenden Anzahl an öffentlichen Golfplätzen, die keine teuren Aufnahme- und Jahresgebühren verlangen, begründet, andererseits ist inzwischen auch die nötige Ausrüstung im Fachhandel leistbar geworden.

Auch in Österreich gibt es für Hobbygolfer heute genügend Möglichkeiten Golf zu spielen, ohne sich in einem privaten Club verpflichten zu müssen. Tatsächlich ist das Angebot in unserem Land sehr vielfältig und umfasst auch den Tourismusbereich. Die Kombination Golfspiel und österreichische Landschaft ist beliebt und spricht viele Urlauber an. Denn neben der Herausforderung der guten Körperbeherrschung und Konzentration, lockt das Golfspiel durch den Aufenthalt in der freien Natur inmitten schöner Parklandschaften.
 

Geschichte des Golfs

Woher der Golfsport stammt ist nicht eindeutig geklärt, die meisten Quellen nennen jedoch Schottland als Herkunftsland. Auf jeden Fall existiert das Spiel schon so lange, dass sich die heutige Form erst im Laufe der Zeit entwickelte. So könnte man Ursprünge auch schon im alten Ägypten und im römischen Reich bzw. in Japan und China verorten, wo man in Überlieferungen Hinweise auf eine Ballsportart mit Schlägern gefunden hat.

Die erste schriftliche Erwähnung der Bezeichnung Golf findet man auf jeden Fall im 15. Jahrhundert in einer Schrift des schottischen Parlaments. Von Schottland aus verbreitet sich der Sport zuerst in England und wenig später in Frankreich, ausgeübt nur von Königen und anderen ranghohen Persönlichkeiten. Erst im frühen 20. Jahrhundert wird Golf zur olympischen Sportart und im Laufe des Jahrhunderts tut sich vor allem in Hinsicht auf die Ausrüstung und die Regelungen einiges.
 

Regeln beim Golfspiel

Der Golfsport besitzt heute einheitliche Regeln, die immer für einen gewissen Zeitraum verbindlich festgesetzt werden. Die aktuelle Regelung gilt noch bis Ende 2011 und wird dann erneuert, womit man garantieren will, dass durch Änderungen jederzeit Verbesserungen möglich sind. Das Regelwerk für das Golfspiel ist äußerst umfangreich, da auf viele Situationen eingegangen werden muss. Oft kennen selbst geübte Golfspieler nicht alle Regeln mit Sicherheit, weswegen Golfverbände eigene Experten dafür beschäftigen.

So komplex die Regeln für den Sport sein mögen, so einfach ist das Ziel des Spiels zu erklären. Der Golfball soll mit möglichst wenigen Schlägen vom Abschlag in ein rundes Loch, das sich einige hundert Meter entfernt befindet, geschlagen werden. Ein Golfplatz besitzt im Normalfall 18 Spielbahnen, auf denen die Spieler bis zu 7 Kilometer abgehen. Landet der Ball einmal im Wasser oder in der Sandbank, erhält der Spieler Strafschläge, die zu den benötigten Schlägen addiert werden. Die Endanzahl aller Schläge trägt den englischen Namen Score.

Zudem gibt es noch eine Reihe weiterer englischer Begriffe rund um den Golfsport, von denen die wichtigsten vielleicht Par und Handicap sind. Die Anzahl an Schlägen, die ein geübter Spieler für eine Bahn braucht, wird Par genannt. Auf einem üblichen Golfplatz entspricht die Gesamtzahl 72 Par, aus der sich die Spielstärke eines Golfspielers, auch Handicap genannt, berechnen lässt. Es ergibt sich aus der Differenz der vom Spieler benötigten Schläge auf einem Platz zum dortigen Par. Durch diese Festlegung können sich Spieler untereinander vergleichen und ebenbürtige Spielpartner finden.
 

Spielgeräte

Die Ausrüstung zum Golfen scheint simpel: ein Schläger und ein Ball reichen für das Spiel aus. Tatsächlich ist das aber weit gefehlt, denn Schläger ist nicht gleich Schläger und mit einem Ball kommt man bei keinem Spiel aus. Bis zu 14 verschiedene Schläger darf ein Spieler in eine Golfrunde mitnehmen. Diese unterscheiden sich in Material, Form und Länge und erlauben dem Spieler Variationen im Abschlag des Balles, je nachdem ob dieser hoch und weit oder flach und kurz fliegen sollte. Zum Transport der Schläger dient der Golfbag, der wiederum in einem Trolley, zusammen mit den Bällen und anderen nützlichen Dingen, untergebracht wird. Bei Profiturnieren wird der Golfbag von einem Caddie getragen, der jedoch nicht nur Träger ist, sondern den Spieler auch bei der Auswahl der Schläger berät.
 

Golfplätze

In Österreich darf man erst auf Golfplätzen spielen, wenn man die so genannte Platzreife in Vorbereitungskursen erlangt hat. Der Spieler lernt so die Grundlagen des Sports kennen und gewinnt einen Einblick in das umfangreiche Regelwerk. Diese Platzreife ist allerdings nur für den Golfclub, in dem man sie erworben hat, verbindlich, andere Clubs verlangen meist zusätzlich ein offiziell zugeteiltes Handicap. Gerade wenn der Golfclub gut ausgelastet ist muss dieses Handicap gut sein.

Wenn man kein Mitglied in einem Club ist, zahlt man für die Benutzung der Anlage eine Gebühr, auch Green Fee genannt. Nutzt man nur die Übungsanlagen des Platzes zahlt man die Range Fee, die aber in der Green Fee enthalten ist. Diese Gebühren müssen, neben den Jahresbeiträgen der regulären Mitglieder, die Betriebskosten eines Golfclubs decken. Diese können recht beträchtlich sein, da die Anlagen sehr groß sind und ständig gepflegt werden müssen. Ist ein Golfclub als Dienstleistungsbetrieb organisiert, sollte er im Idealfall nicht nur die Kosten decken, sondern auch Gewinn abwerfen.


Autorin: Claudia Wrumnig
 

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